• Port Lockroy

    15 Januari, Bransfieldstraße ⋅ ⛅ 0 °C

    Am Nachmittag ging es für uns nach Port Lockroy – ein ganz besonderer Ort hier unten in der Antarktis.

    Port Lockroy liegt auf Goudier Island und war ursprünglich eine britische Forschungs- und Militärstation aus dem Zweiten Weltkrieg. Heute ist es ein kleines Museum – und vor allem bekannt für das südlichste Postamt der Welt, das es hier seit 1944 gibt. Ja, man kann hier wirklich Postkarten verschicken. Schon verrückt, wenn man bedenkt, wo man gerade steht.

    Rund um die Station lebt eine riesige Eselspinguin-Kolonie (Gentoo). Überall Pinguine, zwischen den alten Gebäuden, auf den Wegen, direkt am Wasser. Man muss eher aufpassen, wo man hintritt. Die Kombination aus Geschichte, Natur und Leben macht den Ort besonders.

    Leider mussten wir danach eine weitere geplante Landung absagen. Grund war der Verdacht auf Vogelgrippe. Selbst hier, in dieser abgelegenen Region, hat sie große Schäden angerichtet. Nicht nur Vögel, sondern auch Seeelefanten und Seelöwen sind in großer Zahl betroffen und bereits gestorben. Das macht nachdenklich – und zeigt, wie verletzlich selbst diese scheinbar unberührte Welt ist.

    Trotzdem: Port Lockroy war ein eindrucksvoller Ort. Einer, der einem im Gedächtnis bleibt – aus guten und aus ernsten Gründen.

    Darüberhinaus haben wir im Wasser etwas ganz Besonderes gesehen: Salp Jellys. Fast unsichtbar, komplett durchsichtig – und man konnte sogar ihren Magen erkennen. Sie sehen eher aus wie Glasobjekte als wie Lebewesen und passen irgendwie perfekt in diese bizarre antarktische Welt.

    Salpen gehören zu den Manteltieren und treiben frei im Ozean. Sie bewegen sich, indem sie Wasser durch ihren Körper pumpen, und filtern dabei winzige Algen aus dem Wasser. Wenn viel Nahrung da ist, vermehren sie sich extrem schnell und bilden lange Ketten. Sie spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem der Antarktis, weil sie große Mengen Kohlenstoff binden, der nach ihrem Absterben in die Tiefe sinkt. Unscheinbar – aber überraschend wichtig.
    Baca lagi