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Südamerika mit dem Van

An open-ended adventure by weltreisenocker & Quasimone Read more
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    🇵🇪 Arequipa, Peru

    Es ist offiziell – wir haben ein neues Auto! 🚙🌍

    September 8 in Peru ⋅ ☀️ 22 °C

    Und damit beginnt für uns gerade irgendwie ein komplett neues Kapitel.

    Nach all dem Hin und Her der vergangenen Wochen, den Problemen, Ersatzteilen, Werkstätten und ungefähr 27 Planänderungen 😄 haben wir jetzt tatsächlich Nägel mit Köpfen gemacht.

    Unser neues Auto ist ein:

    Toyota Hilux SRV, Baujahr 2024
    2,8 Liter Diesel
    Automatik
    76.000 Kilometer

    Das Auto wurde technisch komplett durchgecheckt, die Historie und der Vorbesitzer sind bekannt – und wir haben wirklich ein sehr gutes Gefühl dabei.

    Aber einfach einen Hilux kaufen wäre uns natürlich zu langweilig. 😂

    Wir bauen uns gerade unser neues Zuhause auf vier Rädern. ❤️

    Wir haben bereits einen Kabinenbauer beauftragt, der den Hilux komplett nach unseren Vorstellungen zum Reisefahrzeug umbauen wird.

    Mit einer richtigen Wohnkabine und genau so ausgestattet, wie wir es nach unserer bisherigen Reiseerfahrung haben wollen.

    Nach so langer Zeit unterwegs wissen wir inzwischen ziemlich genau, was wir brauchen.

    Und mindestens genauso genau wissen wir, was wir nicht mehr brauchen. 😂

    Dieses Mal wollen wir deshalb auch bewusst etwas mehr investieren.

    Denn der Hilux ist nicht nur für den Rest unserer Südamerika-Reise gedacht.

    Unsere Pläne sind inzwischen ein kleines bisschen größer geworden. 🌍

    Wenn wir Südamerika irgendwann ausreichend erkundet haben, wollen wir unser neues Zuhause verschiffen.

    Nächstes Ziel:

    Afrika. 🇿🇦🐘

    Und wenn wir danach immer noch nicht genug haben – wovon momentan auszugehen ist 😄 – gibt es bereits die nächste verrückte Idee:

    Hilux aufs Schiff und weiter nach Australien. 🇦🇺

    Ob am Ende wirklich alles genau so kommt?

    Keine Ahnung.

    Unsere vergangenen Wochen haben uns ja eindrucksvoll gezeigt, wie gut unsere langfristigen Pläne funktionieren. 😂

    Aber genau das ist momentan unsere Vorstellung:

    Ein robustes Reisefahrzeug bauen, mit dem wir nicht nur Südamerika bereisen können, sondern mit dem wir die Welt entdecken können.

    Leider dauert der ganze Aufbau ca. 3 Monate... Aber wir haben ja Zeit 😀
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  • Weiter geht’s – Puno → Arequipa! 🇵🇪🚐

    September 6 in Peru ⋅ ☁️ 9 °C

    Die Landschaft zwischen Puno und Arequipa ist wunderschön.

    Die Straße führt über das Altiplano auf weit über 4.000 Metern, vorbei an Bergen, endlosen Ebenen und immer wieder großen Lagunen.

    Eine davon ist die Laguna Lagunillas.

    Der See liegt auf rund 4.179 Metern Höhe, ist etwa 18 Kilometer lang und bietet zahlreichen Wasservögeln einen Lebensraum.

    Und wir hatten Glück:

    Flamingos! 🦩

    Und davon nicht nur zwei oder drei.

    Immer wieder standen ganze Gruppen dieser wunderschönen Vögel im flachen Wasser der Lagunen. Flamingos auf über 4.000 Metern.

    Unser nächster Stopp:

    Catarata de Pillones.

    Die Wasserfälle liegen auf ungefähr 4.400 Metern Höhe mitten in einer rauen, felsigen Landschaft. Vom Parkplatz geht es zu Fuß hinunter in die Schlucht – und plötzlich taucht zwischen all den dunklen Felsen das Wasser auf.

    Das Spannende ist fast nicht einmal nur der Wasserfall selbst.

    Auch die Umgebung ist genial.

    Über lange Zeit haben Wasser, Wind und Wetter die vulkanischen Felsen bearbeitet und daraus diese wilde Landschaft geschaffen. Zwischen den Felsen leben unter anderem Vizcachas.
    Schon ziemlich beeindruckend.

    Weiter zum Bosque de Piedras de Pillones.

    Und hier sieht es teilweise aus, als hätte irgendjemand einen gigantischen Skulpturenpark mitten in die Anden gebaut.

    Hat aber niemand.

    Die Felsen bestehen aus vulkanischem Ignimbrit und wurden über sehr lange Zeit durch Wind, Regen, große Temperaturunterschiede und Verwitterung geformt.

    Dadurch sind teilweise völlig bizarre Figuren entstanden.

    Mit ein bisschen Fantasie erkennt man Tiere, Gesichter, Menschen, Bögen und alle möglichen anderen Gestalten.

    Der Steinwald liegt auf rund 4.430 Metern Höhe und erstreckt sich über ungefähr zehn Hektar.

    Und das Beste:

    Man kann einfach zwischen diesen riesigen natürlichen „Skulpturen“ hindurchlaufen.

    Eine ziemlich surreale Landschaft.

    Arequipa, wir kommen!

    Und tatsächlich haben wir es noch rechtzeitig geschafft.

    Nach Flamingos, Lagunen, Wasserfällen, Felsformationen und einigen Kilometern auf über 4.000 Metern waren wir am Abend wieder in Arequipa.

    Und was macht man nach so einem Tag?

    Richtig.

    Erst einmal richtig lecker vegan essen. 🌱😋
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  • Richtung Arequipa

    September 5 in Bolivia ⋅ ☀️ 18 °C

    Heute hieß es: möglichst früh raus aus La Paz! 😄

    Wir wollten dem schlimmsten Verkehrschaos entkommen und sind deshalb wirklich früh losgefahren.

    Und das war eine sehr gute Entscheidung.

    Natürlich gab es auch morgens schon die üblichen kleinen Staus, Minibusse, Menschen, Märkte und dieses ganz normale La-Paz-Chaos. 😂 Aber insgesamt kamen wir erstaunlich gut durch und waren irgendwann tatsächlich raus aus diesem riesigen Talkessel.

    Unser erstes richtiges Ziel des Tages war dann Tiwanaku.

    Und dieser Ort ist wirklich faszinierend.

    Denn wer bei alten Ruinen in dieser Region sofort an die Inka denkt, liegt hier komplett daneben.

    Tiwanaku ist wesentlich älter als das Inkareich.

    Die Siedlung entwickelte sich bereits viele Jahrhunderte vor den Inka. Ihre größte Bedeutung erreichte die Tiwanaku-Kultur ungefähr zwischen 500 und 1000 n. Chr. Damals war Tiwanaku das Zentrum eines mächtigen Staates, dessen Einfluss sich über große Teile des südlichen Andenraums erstreckte.

    Und das alles auf fast 3.900 Metern Höhe!

    Heute gehört die Anlage zum UNESCO-Welterbe, und wenn man dort herumläuft, bekommt man zumindest eine Ahnung davon, wie bedeutend dieser Ort einmal gewesen sein muss.

    Besonders beeindruckend fanden wir die gewaltigen, teilweise extrem präzise bearbeiteten Steinblöcke, die Überreste der monumentalen Tempelanlagen und natürlich die berühmte Puerta del Sol – das Sonnentor.

    Auch der halb unterirdisch angelegte Tempel mit seinen zahlreichen aus den Mauern herausragenden Steinköpfen ist ziemlich außergewöhnlich.

    Und wieder steht man vor diesen Steinen und fragt sich:

    Wie haben die Menschen das damals gemacht?

    Noch spannender wird es, wenn man bedenkt, dass die Tiwanaku-Kultur bereits Jahrhunderte verschwunden war, bevor die Inka ihr großes Reich aufbauten. Trotzdem beeinflussten ältere Kulturen des Altiplano die religiösen Vorstellungen und Traditionen, die später auch bei den Inka eine Rolle spielten.

    Ein wirklich sehenswerter Zwischenstopp!

    Danach hieß es:

    Kilometer machen.

    Unser Ziel ist schließlich Arequipa – Ersatzteile besorgen und anschließend möglichst bald weiter Richtung Chile.

    Also weiter zur Grenze.

    An der Grenze standen wir zunächst ungefähr eine Stunde bei den LKWs und dachten schon: Das kann ja heiter werden. 😅

    Aber danach lief es überraschend gut.

    Insgesamt haben wir ungefähr zwei Stunden für den kompletten Grenzübergang gebraucht.

    Für diese Grenze war das richtig gut!

    Wie haben dann heute noch Puno am Titicacasee erreicht.

    Morgen wartet die nächste längere Etappe.

    Puno → Arequipa.
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  • Eigentlich...

    September 4 in Bolivia ⋅ ☀️ 20 °C

    Und wieder kommt alles anders … 😂

    Eigentlich war der Plan ziemlich einfach:

    Bolivien entdecken. 🇧🇴
    La Paz nur kurz anschauen, ein paar Kleinigkeiten am Auto reparieren lassen und dann weiter.

    Vielleicht Uyuni, Sucre, anschließend Richtung Brasilien und ins Pantanal.

    Tja.

    War ein schöner Plan. 😂

    Denn wie so oft auf dieser Reise hat unser Ducato beschlossen, bei der weiteren Routenplanung ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. 😉

    Die benötigten Ersatzteile bekommen wir in La Paz nicht. Also müssen wir das Auto woanders reparieren lassen.

    Gleichzeitig haben wir inzwischen eine weitere ziemlich große Entscheidung getroffen:

    Wir kaufen uns ein neues Auto! 😳

    Unser Ducato steht bereits zum Verkauf und möglicherweise geht das jetzt sogar schneller als gedacht. Es kann sein, dass wir ihn schon nächsten Monat verkaufen können. Dafür müssen wir allerdings nach Chile.

    Also Planänderung Nummer 1.

    Neue Idee:

    Von La Paz über Uyuni Richtung Chile fahren.

    Eigentlich eine ziemlich coole Route.

    Dann kam allerdings die Werkstatt und meinte sinngemäß:

    Mit eurem Auto in seinem jetzigen Zustand? Lieber nicht.

    Die Strecke, die wir nehmen wollten, ist teilweise ziemlich schlecht und solange das Auto nicht vernünftig repariert ist, sollen wir ihm das besser nicht antun.

    Okay.

    Planänderung Nummer 2. 😂

    Also fahren wir jetzt nicht weiter durch Bolivien, sondern tatsächlich wieder zurück nach Peru.

    Unser nächstes Ziel heißt:

    🇵🇪 Arequipa – zum zweiten Mal!

    Dort hoffen wir, endlich die benötigten Teile zu bekommen und den Ducato vernünftig reparieren zu lassen. Danach soll es weiter nach Chile gehen, wo wir ihn dann wahrscheinlich verkaufen werden.

    Und anschließend heißt es warten, bis unser neues Reisefahrzeug fertig ist.

    Zumindest ist das der aktuelle Plan.

    Fragt uns nächste Woche noch mal. 😂

    Aber ganz ehrlich: Genau das ist eben auch Langzeitreisen.

    Man kann monatelang planen, Routen auf Karten einzeichnen und sich überlegen, was man alles sehen möchte.

    Und dann kommt das echte Leben.

    Ein Ersatzteil fehlt. Eine Straße ist zu schlecht. Ein Auto soll plötzlich verkauft werden. Eine neue Idee entsteht.

    Und schon sieht die Route komplett anders aus.

    Deshalb haben wir uns heute gedacht:

    Egal. Wir machen uns trotzdem einen richtig schönen letzten Tag in La Paz.

    Und genau das haben wir gemacht.

    Wir waren auf dem Friedhof von La Paz (Cementerio General de La Paz), der völlig anders ist als die Friedhöfe, die wir aus Deutschland kennen, und überraschend spannend war.

    Danach ging es kreuz und quer durch kleine Märkte, enge Gassen und dieses herrliche Durcheinander, das La Paz inzwischen für uns ausmacht.

    Natürlich mussten wir auch noch einmal zum Hexenmarkt. Kräuter, getrocknete Pflanzen, traditionelle Heilmittel, Opfergaben und jede Menge Dinge, bei denen wir teilweise lieber gar nicht so genau wissen wollten, wofür sie gedacht sind. 😄

    Und dazwischen?

    Teleférico. Ganz viel Teleférico. 🚡

    Wir haben heute noch einmal ordentlich Kilometer mit den Seilbahnen zurückgelegt und diese unglaublichen Ausblicke über La Paz genossen.

    Die Stadt ist laut, chaotisch, eng, steil, manchmal vollkommen verrückt – aber gleichzeitig unglaublich faszinierend.

    Und deshalb war es trotz des ganzen Hin und Her mit unserem Auto ein richtig schöner letzter Tag in La Paz.

    Morgen heißt es Abschied nehmen.

    Nicht Richtung Uyuni.
    Nicht Richtung Sucre.
    Nicht Richtung Pantanal.

    Sondern wieder zurück nach Peru und nach Arequipa.

    So war das definitiv nicht geplant.

    Aber inzwischen wissen wir:

    Die besten Geschichten auf dieser Reise sind sowieso meistens die, die vorher in keinem Reiseplan standen. ❤️

    Also schauen wir mal, was als Nächstes kommt.

    Arequipa, wir kommen wieder! 🇵🇪🚐
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  • Gustu

    September 2 in Bolivia ⋅ ☀️ 22 °C

    Nachdem wir die letzten zwei Tage bei Burger King essen waren, haben wir uns heute gedacht:

    Jetzt muss mal wieder was Vernünftiges auf den Teller. 😂

    Und dafür haben wir uns in La Paz gleich etwas ganz Besonderes ausgesucht: Gustu.

    Wer sich ein bisschen mit der südamerikanischen Gastroszene beschäftigt, kennt den Namen vielleicht. Gustu gehört seit Jahren zu den international bekanntesten Restaurants Boliviens und hat einiges an Auszeichnungen gesammelt.

    2024 landete Gustu auf Platz 38 der Latin America’s 50 Best Restaurants und wurde gleichzeitig als „The Best Restaurant in Bolivia“ ausgezeichnet. Auch in den Jahren davor und danach tauchte das Restaurant immer wieder in den Rankings der besten Restaurants Lateinamerikas auf.

    Gegründet wurde Gustu übrigens 2013 von Claus Meyer, einem der Mitgründer des weltberühmten Restaurants Noma in Kopenhagen. Die Idee dahinter war von Anfang an ziemlich spannend: zu zeigen, was kulinarisch alles in Bolivien steckt.

    Und genau darum dreht sich hier eigentlich alles.

    Es wird fast ausschließlich mit bolivianischen Produkten gearbeitet – von den Anden bis zum Amazonas. Zutaten, von denen wir teilweise vorher noch nie gehört hatten, werden zu ziemlich außergewöhnlichen Gerichten verarbeitet.

    Wir haben uns natürlich nicht für die kleine Variante entschieden. 😄

    Wenn schon, denn schon: das Gourmet-Menü mit insgesamt 12 Gängen.

    Und was sollen wir sagen?

    Es war einfach nur köstlich!

    Nicht nur geschmacklich. Jeder einzelne Gang war so aufwendig und wunderschön angerichtet, dass man teilweise eigentlich gar nicht anfangen wollte zu essen.

    Eigentlich bin ich ja überhaupt kein Freund davon, ständig sein Essen zu fotografieren und irgendwelche Food-Posts zu machen.

    Normalerweise denke ich eher:

    Essen kommt auf den Tisch → essen → fertig. 😂

    Aber heute müsst ihr da durch!

    Denn das hier sah einfach viel zu gut aus, um keine Fotos davon zu machen. Und geschmeckt hat es mindestens genauso gut.

    Also gibt es heute ausnahmsweise mal eine ordentliche Portion Essensbilder. 😄

    Zwölf Gänge, viele für uns völlig neue Aromen und Zutaten und ein wirklich toller Abend.

    Nach zweimal Burger King war das vielleicht auch einfach der notwendige kulinarische Ausgleich. 😂

    Gustu war definitiv eines unserer bisherigen kulinarischen Highlights auf dieser Reise. 🇧🇴🍽️
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  • Historische Stadt La Paz

    August 31 in Bolivia ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute wollten wir La Paz noch einmal zu Fuß entdecken – zumindest einen Teil davon. Denn schnell merkt man: Ein gemütlicher Stadtspaziergang sieht hier etwas anders aus. 😄

    La Paz ist quirlig, laut, voll und herrlich chaotisch.

    Überall Menschen, kleine Geschäfte, Straßenhändler, Minibusse und Märkte. Die Stadt wirkt teilweise extrem verbaut und irgendwie so, als hätte man jedes freie Stückchen Hang einfach irgendwann mit einem Haus gefüllt.

    Und dann dieses ständige Auf und Ab!
    La Paz liegt halt einfach in diesen steilen Kessel. Einen Stadtbummel merkt man hier deshalb ziemlich schnell in den Beinen. 😅

    Aber genau dieses Chaos macht La Paz auch so interessant.

    Zwischen all den dicht bebauten Straßen tauchen immer wieder wunderschöne alte Gebäude, Kirchen und koloniale Fassaden auf. Rund um die historische Altstadt findet man noch zahlreiche Gebäude aus der spanischen Kolonialzeit – teilweise etwas versteckt zwischen moderneren Häusern, Geschäften und dem alltäglichen Gewusel.

    Das ist keine herausgeputzte historische Altstadt, wie man sie aus vielen anderen Städten kennt.

    Hier findet das Leben mittendrin statt.

    Und dann gibt es etwas, das uns in La Paz wirklich begeistert:

    Mi Teleférico! 🚡

    Statt sich mit Bus oder Auto durch den teilweise völlig chaotischen Verkehr zu quälen, kann man einfach in eine Gondel steigen und über die Stadt schweben.

    Genial!

    Das Seilbahnnetz wurde erst 2014 eröffnet und danach immer weiter ausgebaut. Heute besteht es aus mehreren Linien, die La Paz und das hoch gelegene El Alto miteinander verbinden. Es ist damit nicht einfach eine Touristenattraktion, sondern ein ganz normales öffentliches Verkehrsmittel für die Menschen hier.

    Während unten Autos, Minibusse und Menschen durch die engen Straßen wuseln, gleitet man oben völlig entspannt darüber hinweg.

    Dabei bekommt man oft noch etwas gratis dazu: eine fantastische Aussicht.

    Von den Gondeln sieht man erst richtig, wie unglaublich La Paz gebaut ist. Häuser bedecken die steilen Hänge bis weit hinauf, tiefe Schluchten ziehen sich durch die Stadt und irgendwo dazwischen kleben Straßen und Gebäude an Stellen, an denen man eigentlich gar keine Stadt erwarten würde.

    Und bei klarer Sicht tauchen dahinter die schneebedeckten Gipfel der Anden auf.

    Für uns ist das Teleférico-System eines der absoluten Highlights von La Paz.

    La Paz ist sicherlich keine Stadt, die auf den ersten Blick „schön“ im klassischen Sinne ist.

    Dafür ist sie lebendig, authentisch, chaotisch, faszinierend und unglaublich spannend.
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  • Cholitas Wrestling! 🤼‍♀️😂

    August 30 in Bolivia ⋅ ☀️ 16 °C

    Heute ging es für uns ein bisschen tiefer hinein ins Chaos von La Paz und El Alto – und dieser Tag hatte definitiv zwei Highlights, mit denen wir so vorher nicht gerechnet hätten.

    Zuerst ging es hinauf nach El Alto.

    Und „hinauf“ kann man hier durchaus wörtlich nehmen. Während große Teile von La Paz tief unten im Talkessel liegen, breitet sich El Alto auf der Hochebene auf über 4.000 Metern aus. Allein die Ausblicke von hier oben auf La Paz und die umliegenden Berge sind schon spektakulär.

    Aber wir waren aus einem anderen Grund hier:

    Sonntagsmarkt!

    Und was sollen wir sagen?

    Dieser Markt ist einfach nur gigantisch.
    Der Markt von El Alto gehört definitiv zu den größten, die wir jemals erlebt haben.

    Wir waren stundenlang unterwegs – und hatten am Ende trotzdem das Gefühl, vielleicht gerade einmal fünf Prozent davon gesehen zu haben. 😂

    Straße um Straße, Block um Block, Stand um Stand.

    Und hier gibt es wirklich ALLES.

    Kleidung, Schuhe, Werkzeug, Autoteile, Elektronik, Möbel, Lebensmittel, Haushaltswaren, gebrauchte Sachen und jede Menge Dinge, von denen wir bis dahin gar nicht wussten, dass wir sie brauchen könnten. 😄

    Inkl. dem Hexen Markt mit Baby Alpacas (hängen im Bild oben neben den Baby Schweinen) und anderen skurilen Sachen, die Hexen so brauchen...

    Dazwischen überall kleine Essensstände, an denen gekocht, gebraten und verkauft wird.

    Es ist laut.
    Es ist voll.
    Es ist chaotisch.
    Und es ist absolut sehenswert!

    Hier wird gehandelt, gegessen, diskutiert und gelebt.

    Nach mehreren Stunden Markt hatten wir dann allerdings genug Kilometer gesammelt.

    Also weiter zum nächsten Programmpunkt.

    Und der war noch ungewöhnlicher:

    Cholitas Wrestling! 🤼‍♀️😂

    Ich hatte vorher tatsächlich noch nie davon gehört. Simone kannte es bereits und kam auf die Idee, dass wir uns das unbedingt anschauen müssen.

    Zum Glück!

    Denn das Ganze ist herrlich verrückt.

    Die Cholitas treten in ihrer traditionellen Kleidung mit weiten polleras, geflochtenen Zöpfen und teilweise sogar den typischen kleinen Hüten im Wrestling-Ring gegeneinander an.

    Und dann wird gesprungen, geschubst, geworfen und natürlich ordentlich Show gemacht. 😄

    Das Cholitas Wrestling entwickelte sich Anfang der 2000er-Jahre in El Alto und ist inzwischen zu einer echten Besonderheit Boliviens geworden. Dabei ist es natürlich vor allem Unterhaltung und Show-Wrestling – aber gleichzeitig spielen die Kämpferinnen ganz bewusst mit dem traditionellen Bild der Cholita. Frauen, die lange gesellschaftlich diskriminiert wurden, stehen hier selbstbewusst im Mittelpunkt und lassen sich vom Publikum feiern.

    Und das Publikum geht ordentlich mit!
    Es wird gejubelt, gebuht und gelacht – und irgendwann fiebert man automatisch mit.

    Skurril, witzig und definitiv ein Erlebnis.

    Danach ging es wieder zurück Richtung La Paz.

    Und dabei gab es noch einmal diese fantastischen Ausblicke auf die Stadt.

    La Paz ist wirklich außergewöhnlich. Die Häuser ziehen sich scheinbar endlos die steilen Hänge hinauf, darüber schweben die Gondeln der Seilbahnen und dahinter ragen die gewaltigen Berge der Anden auf.

    Chaotisch, bunt, manchmal völlig verrückt und ganz sicher nicht langweilig.
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  • Auf nach La Paz

    August 29 in Bolivia ⋅ ☀️ 17 °C

    Nachdem wir gestern einen ungeplant entspannten Tag in Copacabana eingelegt hatten – in La Paz war einfach kein freier Campingplatz zu bekommen – ging es heute endlich weiter Richtung La Paz.

    Und schon die Fahrt dorthin hatte es in sich.

    Landschaftlich war die Strecke einfach mega schön. Immer wieder führte die Straße direkt am Titicacasee entlang, vorbei an Buchten, Bergen und kleinen Orten. Teilweise fühlten wir uns tatsächlich eher wie irgendwo an einem norwegischen Fjord als mitten in den Anden.

    Man muss sich dabei immer wieder bewusst machen: Dieser riesige tiefblaue See liegt auf über 3.800 Metern Höhe!

    Wenn man dort entlangfährt, kann man das kaum glauben.

    Das erste große Highlight des Tages wartete bei Puerto de Tiquina.

    Hier wird der Titicacasee an einer schmalen Stelle überquert – allerdings nicht einfach über eine Brücke.

    Nein. Natürlich nicht. 😄

    Unser kompletter Camper musste auf eines dieser abenteuerlichen Holzflöße.

    Und „Floß“ trifft es tatsächlich ziemlich gut. Eine einfache hölzerne Plattform, darauf unser schwerer Ducato – und hinten hängt ein winziger Außenbordmotor, der das ganze Konstrukt langsam über den See schiebt.

    Aber genau so funktioniert der Fahrzeugtransport hier. Die kleinen hölzernen Fähren, die sogenannten balsas, bringen Autos, Busse und Lastwagen über die rund 800 Meter breite Straße von Tiquina. Während die Fahrzeuge auf den Holzplattformen übersetzen, fahren Passagiere normalerweise separat mit kleinen Booten hinüber.

    Schon ziemlich verrückt.

    Wahnsinn. Definitiv eines dieser Erlebnisse, die man nicht vergisst.

    Bis …

    … La Paz kam. 😂

    Eigentlich wollten wir ganz entspannt über die Umgehungsstraße zu unserem Ziel fahren.

    Google Maps hatte andere Pläne.

    Irgendwann führte uns die Navigation von der großen Straße herunter – und plötzlich standen wir mit unserem Ducato mitten in einem riesigen Markt.

    Enge Straßen. Verkaufsstände. Menschen überall. Minibusse. Autos. Händler. Und wir mittendrin mit unserem Camper.

    Danke, Google. 😂

    Aber natürlich war das noch nicht genug.

    Danach ging es auch noch extrem steil bergab.

    Und wer La Paz kennt, weiß: „steil“ bekommt hier noch einmal eine ganz neue Bedeutung. Die Stadt liegt wie ein gigantischer Kessel in den Bergen. Zwischen dem höher gelegenen El Alto und den tieferen Stadtteilen liegen teilweise rund 1.000 Höhenmeter.

    Mit einem großen und schweren Camper durch enge Straßen diesen Berg hinunterzufahren?

    Adrenalin pur.

    Da waren wir wirklich doch ziemlich froh, als wir endlich unten angekommen waren.

    Einen großen Unterschied zu Peru haben wir allerdings sofort bemerkt: Der Verkehr ist zwar ebenfalls chaotisch, aber die Autofahrer wirken bisher deutlich weniger aggressiv und rücksichtslos als das, was wir in Peru erlebt haben.

    Das macht das Chaos zumindest ein kleines bisschen entspannter. 😄.

    Willkommen in Bolivien! 🇧🇴😂
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  • Bolivien Copacabana

    August 27 in Bolivia ⋅ ☀️ 12 °C

    Nachdem wir uns von unseren Alpaca Freunden verabschiedet haben und Thomas blöderweise unseren Spiegel abgefahren hat...

    ... hieß es für uns: Abschied von Peru und weiter nach Bolivien! Aber bevor wir die Grenze überquerten, standen noch ein paar ziemlich spannende Orte auf dem Programm.

    Unser erster Stopp waren die Chullpas de Molloco.

    Chullpas sind alte Grabtürme, wie man sie vor allem im Altiplano rund um den Titicacasee findet. In Molloco stammen sie aus der Zeit der Lupaca-Kultur und der späteren Inka-Herrschaft. In diesen steinernen Türmen wurden bedeutende Verstorbene teilweise zusammen mit Grabbeigaben bestattet.

    Spannend ist Molloco besonders deshalb, weil man hier den Übergang bzw. die Vermischung lokaler Traditionen mit dem Einfluss der Inka erkennen kann. Die Region rund um den Titicacasee war nämlich keineswegs einfach „Inka-Land“. Hier existierten zuvor mächtige Aymara-Königreiche wie die Lupaca, die erst im 15. Jahrhundert in das expandierende Inkareich integriert wurden.

    Danach ging es weiter zum Asiento del Inca de Cristóbal Espinoza.

    Und hier wurde die Landschaft immer faszinierender. Riesige Felsformationen, weite Ebenen und dahinter immer wieder dieses unglaubliche Blau des Titicacasees.

    Wir machten eine kleine Wanderung durch diese Landschaft und erreichten schließlich einen der ungewöhnlichsten Orte der Gegend: Aramu Muru.

    Mitten in einer gewaltigen, fast senkrechten Felswand befindet sich eine ungefähr sieben Meter hohe, vollkommen ungewöhnlich wirkende, rechteckige Vertiefung. In deren Mitte wurde wiederum eine kleinere, türähnliche Nische aus dem Felsen herausgearbeitet.

    Wofür?

    Das weiß bis heute niemand mit Sicherheit.

    Heute wird Aramu Muru gerne als „Tor der Götter“ oder „Portal“ bezeichnet und es ranken sich jede Menge moderne Legenden um diesen Ort – bis hin zu verschwundenen Inka-Priestern und angeblichen Portalen in andere Welten. 😄 Für solche Geschichten gibt es allerdings keine archäologischen Belege.

    Dass der Felsen bearbeitet wurde und der Ort vermutlich eine rituelle Bedeutung hatte, ist dagegen sehr gut vorstellbar. In der andinen Welt galten auffällige Felsen, Berge und andere Landschaftselemente als heilige Orte – sogenannte Huacas. Und wenn man dort steht und sich diese bizarre Landschaft anschaut, versteht man zumindest, warum Menschen gerade diesen Ort als etwas Besonderes empfunden haben könnten.

    Vom Mirador de Bandurrias gab es dann noch einmal fantastische Ausblicke über diese eigenartige Felslandschaft.

    Und dann wurde es Zeit für ein neues Land.

    🇧🇴 Bolivien!

    Über den Grenzübergang Kasani ging es von Peru nach Bolivien. Und nach all den Geschichten, die man über südamerikanische Grenzübergänge hört, war das diesmal erfreulich unspektakulär: entspannt, problemlos und ohne großes Theater.

    So darf das gerne öfter laufen. 😄

    Nur wenige Kilometer hinter der Grenze erreichten wir schließlich Copacabana direkt am Titicacasee.

    Nicht zu verwechseln mit der berühmten Copacabana in Rio – tatsächlich ist der Name des brasilianischen Strandes wahrscheinlich sogar auf den bolivianischen Wallfahrtsort zurückzuführen. Copacabana war schon lange vor der Kolonialzeit ein bedeutender Ort am Titicacasee und wurde später durch die verehrte Virgen de Copacabana zu einem der wichtigsten katholischen Wallfahrtsorte Boliviens.

    Für große Besichtigungen hatten wir heute allerdings keine Lust mehr.

    Stattdessen erst einmal die ganz normalen Dinge beim Ankommen in einem neuen Land erledigen: Geld wechseln, SIM-Karten besorgen, ein bisschen einkaufen und sich orientieren.

    Und dann kam der perfekte Abschluss.

    Sonnenuntergang über dem Titicacasee.

    Nach Chullpas, geheimnisvollen Felsheiligtümern, einer kleinen Wanderung und einem internationalen Grenzübertritt saßen wir plötzlich in Bolivien und schauten zu, wie die Sonne hinter dem Titicacasee verschwand.

    Neues Land. Neue Währung. Neue SIM-Karte. Neue Abenteuer. 🇧🇴

    Wir sind gespannt, was Bolivien für uns bereithält.
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  • Uros und Taquile

    August 26 in Peru ⋅ 🌬 11 °C

    Heute ging es für uns raus auf den Titicacasee – zu den schwimmenden Inseln der Uros und anschließend weiter nach Taquile.

    Unser erster Stopp waren die berühmten schwimmenden Inseln der Uros. Und die sind wirklich faszinierend!

    Die Uros bauen ihre Inseln aus Totora-Schilf, das überall im flachen Wasser des Titicacasees wächst. Große Blöcke aus miteinander verwobenen Wurzeln bilden die schwimmende Basis, darauf werden immer neue Schichten getrocknetes Schilf gelegt. Da die unteren Schichten ständig verrotten, muss immer wieder neues Totora nachgelegt werden. Häuser, Boote und teilweise sogar kleine Aussichtstürme werden ebenfalls daraus gebaut.

    Eine völlig andere Art zu leben – und wirklich spannend zu sehen.

    Natürlich muss man aber auch sagen: Sehr touristisch ist das Ganze inzwischen schon. Teilweise hatten wir ein bisschen das Gefühl, auf einer Kaffefahrt gelandet zu sein. 😄 Erst wird erklärt, wie die Menschen leben und wie die Inseln gebaut werden – und anschließend werden natürlich die handgefertigten Sachen präsentiert und zum Kauf angeboten.

    Trotzdem: Die Kultur, die Menschen und vor allem diese außergewöhnlichen schwimmenden Dörfer einmal selbst gesehen zu haben, war es definitiv wert.

    Danach ging es weiter nach Taquile.

    Und „weiter“ ist hier durchaus großzügig formuliert. 😂

    Wir hatten nämlich offensichtlich das langsamste Boot auf dem gesamten Titicacasee erwischt. Gefühlt wurden wir von allem überholt, was irgendwie schwimmen konnte. Bei den langen Strecken über den See war das irgendwann doch etwas anstrengend.

    Aber Taquile hat dafür entschädigt.

    Die Insel ist vor allem für ihre außergewöhnliche Textilkunst bekannt. Die „Textile Art of Taquile“ wurde von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Besonders ungewöhnlich ist die Rollenverteilung: Traditionell stricken auf Taquile vor allem die Männer, während die Frauen weben und Garn herstellen. Die Muster und Farben sind dabei nicht einfach nur Dekoration – Kleidung kann beispielsweise etwas über Herkunft, gesellschaftliche Stellung oder den Familienstand ihres Trägers erzählen.

    Und natürlich wollten wir eigentlich nur gucken …

    … und kamen dann doch nicht drum herum, etwas zu kaufen. 😄

    Aber ganz ehrlich: Wenn man sieht, wie aufwendig diese Sachen hergestellt werden und wie wunderschön die handgearbeiteten Stücke sind, konnten wir einfach nicht widerstehen.

    Mindestens genauso beeindruckend war aber die Aussicht von der Insel.

    Über das tiefblaue Wasser des Titicacasees konnten wir bis nach Bolivien schauen. Am Horizont erhob sich die schneebedeckte Cordillera Real mit ihren Gletschern. Einige ihrer Gipfel erreichen über 6.000 Meter – darunter der mächtige Illimani mit 6.438 Metern.

    Tiefblauer Titicacasee, eine kleine Insel auf fast 4.000 Metern Höhe und dahinter die weißen Gletschergipfel Boliviens – schon ein ziemlich genialer Anblick.

    Am Ende war es ein langer und durchaus anstrengender Ausflug. Die Höhe, die Wege auf Taquile und vor allem unser sensationell langsames Boot haben ihren Teil dazu beigetragen. 😄

    Hat sich definitiv gelohnt!
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  • Puno

    August 25 in Peru ⋅ 🌬 13 °C

    Heute haben wir es etwas ruhiger angehen lassen und uns Puno angeschaut.

    Die Stadt liegt auf rund 3.800 Metern Höhe direkt am Titicacasee und ist für viele vor allem Ausgangspunkt zu den schwimmenden Inseln der Uros (machen wir morgen). Aber auch Puno selbst wollten wir natürlich ein bisschen kennenlernen.

    Also ging es zu Fuß durch die Stadt, vorbei an der Plaza de Armas, der Kathedrale, kleinen Geschäften, Märkten und durch die wuselige Innenstadt. Puno ist sicherlich keine klassische Schönheit, aber die Stadt hat ihren ganz eigenen Charme. Man merkt, dass man im Altiplano angekommen ist.

    Und dann ist da natürlich immer wieder der Titicacasee.

    Mit rund 8.300 km² Fläche ist er riesig. Peru und Bolivien teilen sich den See, und für die Kulturen der Anden ist er seit Jahrtausenden ein ganz besonderer und heiliger Ort. Nach der Mythologie der Inka nahm hier sogar ihre Geschichte ihren Anfang: Der Sonnengott Inti soll Manco Cápac und Mama Ocllo aus dem Titicacasee geschickt haben, um das spätere Inkareich zu begründen.

    Unser eigentliches Highlight wartet aber oberhalb der Stadt.

    Unser Campingplatz liegt hoch über Puno. Besonders wenn sich das Licht verändert und langsam die Lichter von Puno angehen, ist die Aussicht einfach herrlich.

    Und wir haben hier Gesellschaft. 😄

    Ein paar extrem neugierige Alpacas laufen auf dem Gelände herum und benehmen sich inzwischen fast wie unsere Haustiere. Immer wieder kommen sie zum Camper, schauen, was wir machen, und kontrollieren offenbar ganz genau, ob es bei uns vielleicht irgendetwas Interessantes zu holen gibt.

    Camperleben auf fast 4.000 Metern mit Alpakas vor der Tür und dem Titicacasee unter uns.

    Kann man definitiv schlechter stehen. 😄

    Und morgen wartet dann das nächste Kapitel am Titicacasee auf uns …
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  • Auf nach Puno

    August 24 in Peru ⋅ 🌬 11 °C

    Weiter geht unsere Reise Richtung Titicacasee – und auch heute lagen wieder Geschichte, fantastische Landschaften und leider ein bisschen Camper-Drama ziemlich nah beieinander.

    Unser erster Stopp war Raqch’i – und die Anlage hat uns wirklich überrascht.

    Raqch’i war zur Zeit der Inka ein bedeutendes religiöses und administratives Zentrum an der wichtigen Straße zwischen Cusco und dem Altiplano. Das beeindruckendste Bauwerk ist der gewaltige Tempel des Gottes Wiracocha. Seine noch heute stehende zentrale Mauer ist rund 12 Meter hoch und lässt erahnen, wie gigantisch der Tempel einmal gewesen sein muss.

    Fast noch beeindruckender fanden wir aber die vielen runden Vorratsspeicher, die sogenannten Qollqas. Davon gab es hier weit über hundert. Darin wurden unter anderem Mais, Quinoa, Kartoffeln und andere Vorräte gelagert. Raqch’i war also nicht einfach nur eine kleine Siedlung mit einem Tempel, sondern ein wichtiges Versorgungs-, Verwaltungs- und religiöses Zentrum des Inka-Reiches.

    Und wenn man heute durch die Ruinen läuft, bekommt man langsam eine Vorstellung davon, wie groß und bedeutend dieser Ort einmal gewesen sein muss.

    Danach ging es immer weiter hinauf ins Altiplano.

    Unser nächstes Ziel: La Raya.

    Der Pass liegt auf rund 4.335 Metern Höhe und markiert den Übergang zwischen der Region Cusco und der Region Puno. Und landschaftlich war das wieder genau unser Ding: hohe Berge, weite Ebenen und diese unglaublich klare Luft der Anden.

    Ein fantastischer Aussichtspunkt – und wieder einmal standen wir mit unserem Camper auf deutlich über 4.000 Metern. Inzwischen fast schon Alltag. 😄

    Weiter ging es nach Pucará. Dort wollten wir uns unter anderem die Kirche anschauen. Von außen wirklich schön – nur leider war sie geschlossen. Pech gehabt. Also blieb es diesmal bei einem kurzen Blick von außen.

    Und dann kam Juliaca.

    Tja… was sollen wir sagen? 😅

    Es gibt Orte, die einen sofort begeistern. Und dann gibt es Juliaca.

    Regen, Hagelschauer, chaotischer Verkehr, laut, voll, staubig, schlechte Strassen, nichts interessantes – und zumindest für uns wenig, was uns dazu gebracht hätte, länger hierbleiben zu wollen. Juliaca hat uns wirklich überhaupt nicht abgeholt.

    Leider hatten wir trotzdem einen ziemlich guten Grund, hierherzufahren.

    Unser Camper verliert schon wieder Kühlflüssigkeit.

    Shit. Einfach nur shit. 🤦‍♂️

    Nach all den Reparaturen der letzten Zeit hatten wir wirklich gehofft, dieses Thema endlich hinter uns zu haben. Aber offensichtlich möchte unser Ducato unbedingt dafür sorgen, dass uns auf dieser Reise nicht langweilig wird.

    Also mal wieder: Werkstatt suchen, Fehler finden und hoffen, dass es nichts Größeres ist.

    Nicht unbedingt das Abenteuer, das wir uns für diesen Tag ausgesucht hätten.

    Aber irgendwann konnten wir Juliaca dann endlich hinter uns lassen – und die letzten Kilometer führten uns nach Puno.

    Vor uns liegt der Titicacasee.

    Auf rund 3.812 Metern Höhe gelegen, ist er der größte Süßwassersee Südamerikas und einer der höchstgelegenen großen schiffbaren Seen der Welt. Hinter ihm verschwinden die Berge am Horizont, und seine Dimensionen sind so gewaltig, dass er stellenweise eher wie ein Meer wirkt als wie ein See.

    Nach Inka-Ruinen, einem Pass auf über 4.300 Metern, einer verschlossenen Kirche, einer Stadt, die uns definitiv nicht begeistert hat, und dem nächsten Kühlwasserproblem am Camper endet der Tag mit einem herrlichen Blick über den Titicacasee.
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  • Richtung Titicacasee

    August 23 in Peru ⋅ ☁️ 17 °C

    Heute hieß es endgültig Abschied nehmen von Cusco – aber natürlich nicht, ohne vorher noch ein bisschen tiefer in die Geschichte der Inka einzutauchen.

    Da die drei archäologischen Stätten noch in unserer Eintrittskarte von gestern enthalten waren, haben wir zuerst Q'enqo, Puka Pukara und Tambomachay besucht. Drei Anlagen, die ganz nah beieinander liegen und trotzdem völlig unterschiedlich sind.

    Q'enqo ist dabei besonders geheimnisvoll. Zwischen und unter gewaltigen Felsen wurden Gänge, Nischen und Altäre direkt aus dem Stein herausgearbeitet. Bis heute ist nicht bei allem eindeutig geklärt, wofür die Anlage genau genutzt wurde – vieles deutet aber auf einen wichtigen zeremoniellen und religiösen Ort hin.

    Puka Pukara, die „rote Festung“, liegt strategisch oberhalb des Tals. Wahrscheinlich diente die Anlage unter anderem als Kontroll- und Raststation an einer wichtigen Inka-Straße. Von hier oben hatte man jedenfalls einen ziemlich perfekten Überblick darüber, wer sich Cusco näherte.

    Und dann Tambomachay – für uns wieder ein schönes Beispiel dafür, wie unglaublich gut die Inka mit Wasser umgehen konnten. Bis heute fließt das Wasser durch die exakt angelegten Kanäle und steinernen Becken. Vermutlich hatte der Ort eine rituelle Bedeutung und stand eng mit dem Inka-Kult um Wasser und Quellen in Verbindung.

    Danach hieß es für uns: Richtung Titicacasee!

    Wir besuchten San Pedro Apóstol de Andahuaylillas, San Juan Bautista de Huaro und die kleine Capilla Virgen Purificada de Canincunca. Diese drei Kirchen liegen nur wenige Kilometer auseinander und gehören zu den beeindruckendsten Beispielen des Andenbarocks rund um Cusco. Hier vermischen sich europäisches Christentum und barocke Kunst mit Farben, Symbolen und Vorstellungen der andinen Welt.

    Vor allem San Pedro in Andahuaylillas ist berühmt. Die Kirche wird wegen ihrer unglaublich reich bemalten Wände und Decken sogar als „Sixtinische Kapelle der Anden“ bzw. „Sixtina de América“ bezeichnet. Und wenn man hineingeht, versteht man sofort, warum. Fast kein Fleck scheint undekoriert zu sein: Wandmalereien, vergoldete Altäre, bemalte Decken und Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten. Unter anderem finden sich dort Arbeiten des Malers Luis de Riaño aus dem frühen 17. Jahrhundert.

    Aber auch Huaro fanden wir unglaublich beeindruckend. Besonders bekannt sind dort die teilweise ziemlich drastischen Wandmalereien von Tadeo Escalante. Himmel, Hölle, Jüngstes Gericht und das Leben nach dem Tod wurden wie ein riesiges Bilderbuch an die Wände gemalt – damals auch als Mittel, um der einheimischen Bevölkerung die christliche Lehre zu vermitteln.

    Und dann die kleine Kapelle von Canincunca. Sie liegt bei der Laguna de Urcos an einem Ort, der schon vor den Inka für die Wari von Bedeutung war. Im Inneren findet man wunderschöne Wandmalereien mit geometrischen Mustern, die teilweise wie traditionelle andine Textilien aussehen. Genau diese Mischung aus europäischer Religion und andiner Kultur macht die drei Kirchen so besonders.

    Ganz ehrlich: Von außen hätten wir bei manchen dieser Kirchen niemals erwartet, was uns innen erwartet. Wunderschön!

    Einen weiteren geplanten Abstecher zum Cañón de los Espejos Turquesa de Muñapata mussten wir dann allerdings abbrechen. Die Strecke wurde irgendwann so abenteuerlich, dass wir beschlossen haben: Nein – das müssen wir unserem Auto und uns heute nicht mehr antun. 😄

    Ein richtig abwechslungsreicher Tag – von geheimnisvollen Inka-Stätten über Jahrhunderte alte Kirchen voller Farben, Gold und Geschichte bis zu einer Straße, bei der irgendwann einfach Schluss war. 😄
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  • Letzter gemeinsamer Tag

    August 22 in Peru ⋅ ☀️ 17 °C

    Heute war leider schon unser letzter gemeinsamer Tag mit Esther und Moritz. Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist.

    Eigentlich hatten wir geplant, gemeinsam weiter nach Arequipa zu fahren. Doch das Wetter und die damit verbundenen Erdrutsche und Straßensperrungen haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Risiko, dass Esther und Moritz anschließend ihren Flug nicht rechtzeitig erreichen, war einfach zu groß.

    Also mussten wir umplanen – und haben aus unserem letzten Tag in Cusco noch einmal richtig etwas gemacht. 😊

    Am Vormittag ging es zuerst nach Saqsaywaman (Sacsayhuamán) oberhalb von Cusco.

    Und die Anlage ist wirklich beeindruckend!

    Saqsaywaman wurde vor allem im 15. Jahrhundert unter den Inka ausgebaut und war ein gewaltiger zeremonieller und militärisch bedeutender Komplex. Besonders faszinierend sind die riesigen, perfekt ineinandergefügten Steinblöcke. Einige davon wiegen weit über 100 Tonnen – und trotzdem wurden sie ohne Mörtel so exakt bearbeitet und zusammengesetzt, dass teilweise kaum eine Messerklinge zwischen die Steine passt.

    Wenn man direkt davorsteht, fragt man sich unweigerlich: Wie zum Teufel haben die das damals gemacht? 😳

    Von der ursprünglichen Anlage ist heute allerdings nur noch ein Teil erhalten. Nach der spanischen Eroberung wurden viele der kleineren Steine abgetragen und als Baumaterial für Häuser, Kirchen und andere Gebäude in Cusco verwendet. Die gigantischen Blöcke der unteren Mauern blieben dagegen größtenteils stehen – vermutlich auch, weil sie schlicht viel zu groß waren, um sie sinnvoll abzutransportieren.

    Danach wurde es deutlich weniger historisch – dafür umso actionreicher. 😂

    Es ging zu einer extrem langen Zipline durch eine Schlucht. Mit ordentlich Höhe unter den Füßen flogen wir über die Landschaft – inklusive kleiner Hängebrücke und einer riesigen Schaukel über der Schlucht.

    Richtig nett. 😁
    Und definitiv noch einmal ein würdiger Programmpunkt für unseren letzten gemeinsamen Tag.

    Am Abend wollten wir die gemeinsame Zeit dann auch entsprechend abschließen und waren in einem der besten Restaurants von Cusco essen.

    Und was sollen wir sagen?

    Unmenschlich lecker! 🤤

    So ein Essen, bei dem man eigentlich schon satt ist, aber trotzdem nicht aufhören möchte, weil einfach alles genial schmeckt.

    Und weil nach so einem Tag natürlich noch nicht sofort Schluss sein konnte, gab es anschließend noch einen Absacker in einem Club in Cusco. 🍹🎶

    Damit endet nun leider unsere gemeinsame Reisezeit.

    Wir haben in den vergangenen Tagen unglaublich viel zusammen erlebt: beeindruckende Inka-Stätten, wunderschöne Landschaften, anstrengende Wanderungen, verrückte Straßen, hohe Berge, Rainbow Mountains, gutes Essen und jede Menge kleine und große Abenteuer.

    Natürlich hätten wir euch gerne noch mit nach Arequipa genommen. Aber manchmal entscheidet auf einer solchen Reise eben die Natur, wie es weitergeht.

    Jetzt trennen sich unsere Wege wieder.

    Danke Esther und Moritz für euren Besuch, für die tolle gemeinsame Zeit und für all die Erlebnisse! ❤️

    Es war richtig schön mit euch – und wir werden uns an diese Tage in Peru garantiert noch lange erinnern. 🇵🇪❤️
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  • Palccoyo Rainbow Mountain

    August 21 in Peru ⋅ ☀️ 11 °C

    Heute ging es hoch hinaus – zur Montaña de Colores Palccoyo, dem etwas unbekannteren Bruder des berühmten Rainbow Mountain Vinicunca.

    Und was für ein Tag! 😍

    Schon die Fahrt hinauf war ein Erlebnis für sich. Kilometer für Kilometer ging es durch ein unglaublich schönes Andental, vorbei an kleinen Dörfern, weiten Hochflächen, grasenden Alpakas und immer weiter hinein in diese gewaltige Bergwelt. Je höher wir kamen, desto karger wurde die Landschaft – aber gleichzeitig auch immer beeindruckender.

    Unser Ziel lag schließlich auf fast 5.000 Metern Höhe: die farbigen Berge von Palccoyo.

    Palccoyo gehört wie der wesentlich bekanntere Vinicunca zur Gebirgskette der Cordillera Vilcanota. Die außergewöhnlichen Farben der Berge entstanden über Millionen von Jahren durch unterschiedliche mineralische Ablagerungen. Eisenoxide sorgen beispielsweise für rote und rostfarbene Töne, andere Mineralien für gelbliche, grünliche oder helle Schichten. Durch die Hebung der Anden wurden diese Gesteinsschichten nach oben gedrückt und liegen heute wie riesige bunte Bänder in der Landschaft.

    Und wir hatten richtig Glück mit unserem Timing.

    Als wir ankamen, waren die meisten Touristengruppen bereits wieder auf dem Rückweg. Kurz darauf wurde es immer ruhiger – und schließlich hatten wir diese fantastische Gegend fast komplett für uns allein.

    Was für ein Unterschied!

    Keine Menschenmassen, kein Gedränge um das perfekte Foto. Nur wir, die bunten Berge und diese unglaubliche Weite der peruanischen Anden.

    Natürlich wollten wir nicht nur die ersten Aussichtspunkte sehen. Also ging es weiter hinauf zum Bosque de Piedras, dem „Steinwald“ am höchsten Punkt der Wanderung.

    Und das hatte es in sich. 😅

    Auf annähernd 5.000 Metern merkt man wirklich jeden einzelnen Höhenmeter. Die Beine werden schwer, der Puls geht hoch und selbst ein eigentlich gemütliches Wandertempo fühlt sich plötzlich ziemlich sportlich an.

    Aber oben angekommen war die Anstrengung schnell vergessen.

    Diese bizarren Felsformationen, die farbigen Berge, die gewaltige Hochgebirgslandschaft und dazu diese unglaubliche Ruhe – einfach nur WOW!

    Palccoyo hat uns wirklich begeistert. Vielleicht sogar gerade deshalb, weil es hier deutlich ruhiger ist als am berühmten Rainbow Mountain.

    Am Ende war es ein langer und ziemlich anstrengender Tag. Die Fahrt, die Höhe und die Wanderung haben ordentlich Kraft gekostet.

    Aber würden wir es wieder machen?

    Zu 100 Prozent! ❤️🇵🇪
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  • Tolle Tour - und Reiseänderungen

    August 20 in Peru ⋅ ☀️ 17 °C

    Heute war einer dieser Tage, an denen unglaublich viele verschiedene Eindrücke zusammenkommen.

    Der Tag startete schon mal mit Eis kratzen 😉

    Unser erster Stopp war dann das Centro Arqueológico de Chinchero. Chinchero gilt als einer der wichtigsten Orte des Heiligen Tals der Inka und war einst die königliche Residenz des Inka Tupac Yupanqui. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus den perfekt gearbeiteten Inka-Mauern und der kolonialen Kirche, die von den Spaniern direkt auf den Fundamenten der Inka errichtet wurde – ein Symbol dafür, wie eng hier zwei Epochen miteinander verbunden sind.

    Danach wurde es sportlich. Es ging auf eine teilweise sehr steile Wanderung zur Catarata Poc Poc. Der Weg hatte es stellenweise wirklich in sich, doch die Anstrengung wurde mehr als belohnt. Die abwechslungsreiche Landschaft und der wunderschöne Wasserfall machten die Tour zu einem echten Highlight. Für uns eine klare Empfehlung!

    Anschließend besuchten wir die Zona Arqueológica de Moray. Die kreisförmig angelegten Terrassen gehören zu den faszinierendsten Bauwerken der Inka. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Moray ein landwirtschaftliches Versuchszentrum war. Durch die unterschiedlichen Höhen entstehen in den Terrassen verschiedene Mikroklimata, sodass die Inka hier verschiedene Pflanzen und Anbaumethoden testen konnten – für ihre Zeit eine erstaunliche ingenieurtechnische Leistung.

    Zum Abschluss ging es zu den berühmten Salineras de Maras. Tausende kleine Salzbecken ziehen sich wie ein riesiges Mosaik den Berghang hinunter. Das salzhaltige Quellwasser wird seit der Zeit vor den Inka in die Becken geleitet und verdunstet dort, sodass das Salz von Hand geerntet werden kann. Bis heute gehören die Becken den Familien der Region und werden traditionell bewirtschaftet.

    Zurück in Cusco herrschte am Abend eine großartige Stimmung. Auf der Plaza de Armas wurde ein Spiel der Copa América auf einer Großleinwand übertragen. Der Platz war voller Menschen, überall wurde mitgefiebert und gejubelt – eine tolle Atmosphäre. Danach ließen wir den Tag gemütlich bei einem leckeren Abendessen ausklingen. Ich (Thomas) habe mich für einen Alpaka-Burger entschieden – definitiv mal etwas anderes und wirklich lecker.

    Leider endete der Tag dann doch mit einer Enttäuschung. Das schlechte Wetter macht unseren Plan einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich wollten wir mit Esther und Moritz noch nach Arequipa fahren. Doch wegen Straßensperrungen und der unsicheren Wetterlage wäre das Risiko einfach zu groß gewesen. Im schlimmsten Fall hätten die beiden ihren Rückflug verpassen können.

    Sehr schade – wir hatten uns alle auf die Tage gefreut. Aber jetzt heißt es morgen: Plan ändern und spontan ein neues Abenteuer finden. Genau das gehört zum Reisen aber manchmal eben auch dazu.
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  • Sacred Valley

    August 19 in Peru ⋅ ☁️ 15 °C

    Heute ging es für uns zunächst nach Pisac im berühmten Sacred Valley der Inka. Unser erstes Ziel war der Parque Arqueológico Pisac – und wir waren sofort beeindruckt. Die Anlage zählt zu den größten und schönsten Inka-Stätten Perus. Hoch über dem Tal erstrecken sich gewaltige Terrassen, Tempel, Wohnhäuser und Zeremonialplätze. Vermutlich diente Pisac gleichzeitig als Festung, religiöses Zentrum und landwirtschaftliche Anlage. Besonders faszinierend sind die perfekt angelegten Terrassen, die sich harmonisch an den steilen Berghang schmiegen und noch heute von der außergewöhnlichen Ingenieurskunst der Inka zeugen.

    Anschließend schlenderten wir durch den kleinen Ort Pisac. Die engen Gassen sind gesäumt von kleinen Geschäften mit peruanischer Handwerkskunst, Schmuck, Textilien und Souvenirs. Obwohl hier viele Touristen unterwegs sind, wirkt der Ort angenehm entspannt und hat seinen ursprünglichen Charme bewahrt.

    Danach ging es weiter nach Ollantaytambo. Auch die dortige Inka-Anlage ist absolut beeindruckend. Die riesigen Steinterrassen, Tempel und Festungsanlagen zählen zu den bedeutendsten Bauwerken des Inkareiches. Besonders bemerkenswert ist, dass Ollantaytambo einer der wenigen Orte war, an dem die Inka den spanischen Eroberern eine empfindliche Niederlage zufügen konnten. Kein Wunder also, dass die Anlage strategisch so ausgeklügelt gebaut wurde.

    Leider war es hier deutlich voller als in Pisac. Trotzdem lohnt sich der Besuch auf jeden Fall.

    Ein ganz besonderes Erlebnis hatten wir anschließend in einem kleinen Kaffeemuseum. Dort konnten wir die peruanische Variante des berühmten Kopi Luwak probieren. Anders als in Indonesien stammt dieser Kaffee nicht von der Schleichkatze Fleckenmusangs (Luwaks) , sondern wird von einem in den Anden lebenden Tier – meist dem Anden-Nasenbären (Coati) – gefressen. Die Kaffeekirschen werden im Verdauungstrakt leicht fermentiert und anschließend wieder ausgeschieden. Durch diesen natürlichen Prozess verändern sich die Aromen, wodurch der Kaffee besonders mild und komplex schmecken soll.

    Natürlich musste ich ihn sofort probieren. Ob er den hohen Preis wirklich wert ist, darüber kann man sicher streiten – aber allein die Geschichte dahinter machte die Verkostung zu einem spannenden Erlebnis.
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  • Regen und Krankheit

    August 18 in Peru ⋅ ☁️ 14 °C

    Leider zwingt uns eine Magen Verstimmung bei Simone zu einer Pause. Touren oder Ausflüge sind gerade nicht möglich.

    Und das Wetter lädt auch derzeit nicht dazu ein. Nasskalt mit immer wieder Regenschauer.

    Also abwarten und hoffen, dass es Simone schnell wieder besser geht...
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  • Cusco Stadt

    August 16 in Peru ⋅ ⛅ 19 °C

    Heute haben wir Cusco zu Fuß erkundet – und zufällig genau den richtigen Tag erwischt. Auf den Straßen war richtig etwas los!

    Am Vormittag fand auf der Plaza de Armas eine Parade der verschiedenen Universitätsjahrgänge statt. Besonders auffällig war der sehr militärisch anmutende Stechschritt, mit dem die Gruppen über den Platz marschierten – die einen gekonnt und Viele mit gutem Willen 😉

    Am Abend wurde die Stimmung dann noch einmal ganz anders. Diesmal waren die Schulen an der Reihe. Mit traditionellen Tänzen, farbenfrohen Kostümen und viel Musik zog eine Gruppe nach der anderen durch die Straßen. Überall wurde gelacht, getanzt und applaudiert. Die ganze Altstadt war heute voller Leben und guter Laune – eine richtig schöne Atmosphäre.

    Und natürlich haben wir auch die Stadt selbst erkundet. Cusco, die ehemalige Hauptstadt des Inkareiches und heute UNESCO-Weltkulturerbe, begeistert mit ihren historischen Kirchen, den gemütlichen Plätzen und den vielen schmalen Gassen. Besonders spannend ist die Mischung aus perfekt behauenen Inka-Mauern und den darüber errichteten Gebäuden aus der spanischen Kolonialzeit – zwei Epochen, die hier unmittelbar aufeinandertreffen.

    Ja, Cusco ist wirklich eine wunderschöne Stadt. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass sie eines der beliebtesten Reiseziele Südamerikas ist. Überall sind Touristen unterwegs, die Restaurants und Cafés sind gut besucht und in den Gassen herrscht reges Treiben.

    Cusco hat seinen ganz eigenen Charme. Geschichte, Kultur und lebendige Traditionen treffen hier aufeinander und machen die Stadt zu einem besonderen Ort.
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  • Angekommen in Cusco

    August 15 in Peru ⋅ ⛅ 16 °C

    Endlich in Cusco angekommen! Doch bis dorthin lag wieder ein langer Fahrtag hinter uns. Gefühlt bestand die Strecke aus 5.763 Kurven, unzähligen Serpentinen über hohe Andenpässe und nur ein einziges Mal wenige Metern, auf denen das Lenkrad einmal gerade stehen durfte.

    Anstrengend? Definitiv. Langweilig? Ganz bestimmt nicht. Aussichten und Panorama 100%.

    Unterwegs legten wir zusätzlich gleich drei spannende Stopps ein, die sich alle gelohnt haben.

    Der erste war bei den Petroglifos de Sachapucro. Die in den Fels eingravierten Symbole und Figuren stammen vermutlich aus präkolumbianischer Zeit und geben bis heute Rätsel auf. Wahrscheinlich dienten sie zeremoniellen oder religiösen Zwecken und zeigen, dass diese Region schon lange vor den Inka besiedelt war.

    Weiter ging es zum Complejo Arqueológico Curamba. Die auf einem Hügel gelegene Anlage wurde ursprünglich von der Chanka-Kultur errichtet, einem der großen Rivalen der Inka. Nachdem die Inka die Chanka besiegt hatten, übernahmen und erweiterten sie die Anlage. Von hier oben hat man nicht nur einen fantastischen Blick über das Tal, sondern bekommt auch einen Eindruck davon, welche strategische Bedeutung dieser Ort einst hatte.

    Der dritte Stopp führte uns nach Tarawasi. Die beeindruckende Inka-Anlage gilt als wichtiger Rast- und Zeremonienplatz am berühmten Qhapaq Ñan, dem gewaltigen Straßennetz der Inka. Besonders faszinierend sind die präzise bearbeiteten Steinmauern, deren Passgenauigkeit selbst nach Jahrhunderten noch beeindruckt – ein Markenzeichen der außergewöhnlichen Baukunst der Inka.

    Nach so vielen Kurven, Höhenmetern und spannenden Einblicken in die Geschichte Perus erreichten wir schließlich Cusco. Jetzt freuen wir uns darauf, die ehemalige Hauptstadt des Inkareiches in den nächsten Tagen ausführlich zu erkunden.
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  • Andahuaylas

    August 14 in Peru ⋅ ☀️ 15 °C

    Weiter geht es für uns Richtung Cusco – unser heutiges Etappenziel ist Andahuaylas.

    Nachdem wir gestern ja beim Ausflug sehr lange gefahren sind, wollten wir es heute eigentlich etwas ruhiger angehen lassen. Doch in den peruanischen Anden bedeutet „ruhig“ etwas anderes als anderswo. Auch heute warteten wieder zwei hohe Pässe mit bis zu 4.300 Metern Höhe auf uns.

    Die Straße schlängelt sich in unzähligen Serpentinen den Berg hinauf. Kaum hat man den Pass erreicht und den grandiosen Ausblick genossen, geht es über 2.200 Höhenmeter wieder hinunter ins Tal – nur um kurz darauf den nächsten Pass in Angriff zu nehmen.

    Die Fahrerei ist zwar anstrengend und verlangt volle Konzentration, doch die Landschaft entschädigt für jede einzelne Kurve. Tief eingeschnittene Täler, schneebedeckte Gipfel, grüne Hänge und kleine Andendörfer wechseln sich ständig ab. Hinter fast jeder Kurve wartet das nächste beeindruckende Panorama.

    Die Anden sind nicht nur ein Ziel – sie sind selbst das eigentliche Erlebnis.
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  • Vulkan Pachapupum

    August 13 in Peru ⋅ ⛅ 11 °C

    Puh, war das anstrengend! 😅

    6,5 Stunden Autofahrt hin – und danach noch einmal 6,5 Stunden zurück. Durch eine teilweise traumhafte Landschaft, aber über Straßen, bei denen man sich stellenweise wirklich fragt, ob man überhaupt noch von „Straße“ sprechen kann. Schlaglöcher, Schotter und endlose Kilometer durchs peruanische Hochland.

    Aber anders kommt man eben kaum zu diesem besonderen Ziel: dem Vulkan Pachapupum. 🌋

    Der Pachapupum liegt abgeschieden in der Region Ayacucho, auf über 4.000 Metern Höhe. Eigentlich ist er kein klassischer feuerspeiender Vulkan, sondern ein außergewöhnliches geothermales Phänomen. Über Jahrtausende hat mineralreiches, heißes Wasser hier Ablagerungen geschaffen, die sich Schicht für Schicht zu einem fast kegelförmigen Gebilde aufgebaut haben. Überall tritt warmes bis heißes Wasser aus dem Untergrund aus – ein sichtbares Zeichen dafür, dass tief unter uns noch immer geothermische Energie arbeitet.

    Schon der Anblick ist ziemlich surreal: Mitten in dieser weiten, kargen Andenlandschaft erhebt sich plötzlich dieser ungewöhnliche „Vulkan“, umgeben von natürlichen Thermalquellen und kleinen Becken. Dazu die dünne Höhenluft, die gewaltige Landschaft und weit und breit kaum eine größere Siedlung. Genau diese Abgeschiedenheit macht den Ort so besonders.

    Und natürlich blieb es nicht nur beim Anschauen. 😁♨️

    Nach der langen und ziemlich ruppigen Anfahrt konnten wir ausgiebig in den heißen Quellen rund um Pachapupum baden. Warmes Thermalwasser, während ringsherum die karge Landschaft der peruanischen Anden liegt – schon ein ziemlich geniales Erlebnis und definitiv eine Belohnung für die vielen Stunden im Auto.

    Irgendwann hieß es dann allerdings wieder: zurück. Noch einmal 6,5 Stunden. 🙈

    13 Stunden Autofahrt für einen Vulkan und ein Bad in heißen Quellen?

    Völlig verrückt.

    Ein kleiner Wermutstropfen bleibt leider: Esther ist gesundheitlich etwas angeschlagen. 😕 Hoffentlich hilft eine ruhige Nacht und morgen sieht die Welt schon wieder besser aus. 🍀

    Pachapupum – wunderschön, abgelegen, anstrengend und definitiv ein Abenteuer, das wir so schnell nicht vergessen werden.
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  • Adrenalien Tour Ayacucho

    August 12 in Peru ⋅ ☁️ 18 °C

    Der Tag begann mit einem gemütlichen Stadtrundgang durch Ayacucho. Natürlich durfte dabei auch ein Besuch der beeindruckenden Kathedrale auf der Plaza Mayor nicht fehlen. Vom Glockenturm aus hat man einen wunderschönen Blick über die Dächer der Stadt und die umliegenden Berge – ein perfekter Start in den Tag.

    Danach wurde es deutlich actionreicher. Es ging zu den Cañones de Qorihuilca, wo wir uns zunächst 40 Meter tief in den Canyon abgeseilt haben. Für den einen oder anderen sicherlich eine kleine Überwindung – aber genau das machte den besonderen Reiz aus. Unten angekommen war das Adrenalin schnell der Begeisterung gewichen.

    Anschließend wanderten wir durch die schmalen Felsschluchten des Canyons. Über Jahrtausende hat das Wasser hier bizarre Gänge und bis zu 15 Meter hohe Felswände in den weichen Sandstein geformt. Teilweise sind die Schluchten so eng, dass nur eine Person hindurchpasst – ein faszinierendes Naturerlebnis.
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  • Vía de los Libertadores

    August 11 in Peru ⋅ 🌬 4 °C

    Heute stand die lange Fahrt von Ica nach Ayacucho über die berühmte Vía de los Libertadores auf dem Programm. Eine Strecke, die landschaftlich zu den schönsten in Peru zählt – aber auch einiges an Geduld verlangt.

    Die Straße führt hinauf bis auf 4.764 Meter Höhe. Dort erwartete uns eine Überraschung: Es war Schnee gefallen. Die weißen Berggipfel und die verschneite Hochebene verwandelten die ohnehin beeindruckende Andenlandschaft in eine traumhafte Kulisse. Mit Schnee hatten wir hier wirklich nicht gerechnet.

    Ein weiterer schöner Zwischenstopp war auch die Fuente de Azufre, eine schwefelhaltige Quelle, aus der warmes, mineralreiches Wasser austritt und die Felsen in Farben verwandelt. Esther meinte zuerst, es ist ein Gletscher...

    Die Vía de los Libertadores bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Anden und gehört landschaftlich definitiv zu den schönsten Panoramastraßen Perus. Allerdings hat die Strecke auch ihre Schattenseiten: Viele Schlaglöcher, beschädigte Fahrbahnen und längere Abschnitte in schlechtem Zustand sorgen dafür, dass man nur langsam vorankommt und ständig aufmerksam bleiben muss.

    Nach vielen Stunden hinter dem Steuer waren wir deshalb ehrlich gesagt ziemlich froh, als wir schließlich Ayacucho erreichten. Eine anstrengende Fahrt – aber eine, die uns mit großartigen Landschaften und unvergesslichen Eindrücken belohnt hat.
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  • Huacachina

    August 10 in Peru ⋅ ☀️ 26 °C

    Was für ein abwechslungsreicher Tag!

    Zuerst mussten wir uns durch das berüchtigte Verkehrschaos von Lima kämpfen. Dichter Verkehr, unzählige Spuren und scheinbar ganz eigene Verkehrsregeln – da braucht man schon starke Nerven. Zum Glück haben wir die Stadt schließlich hinter uns gelassen.

    Für Esther und Moritz gab es unterwegs dann erstmal eine erste richtig südamerikanische Erfahrung: eine Polizeikontrolle. Nach rund 30 Minuten Gespräch mit den Beamten konnte die zunächst angedrohte Strafe von 550 Soles über Zwischenschritte schließlich auf 0 reduziert werden. Ein kleiner Schreckmoment, der im Nachhinein aber sicher eine Geschichte ist, über die wir noch öfter lachen werden.

    Das eigentliche Highlight des Tages wartete allerdings in Huacachina. Mit dem Buggy ging es rasant durch die riesigen Sanddünen – hoch hinaus und mit Vollgas wieder hinunter. Adrenalin pur! Anschließend stand Sandboarding auf dem Programm. Die Abfahrten durch die weichen Dünen machten einfach riesigen Spaß.

    Die goldenen Sandberge, die spektakulären Ausblicke und die Geschwindigkeit machten die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis.

    Ein rundum gelungener Tag mit einer ordentlichen Portion Abenteuer, etwas Aufregung und ganz viel Spaß.
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