• Landschaftsruinen am Zgorigrader Plateau

    September 1 in Bulgaria ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach einem sehr steilen Aufstieg entlang der Kalkfelsen und durch einen Bannwald sind wir in der Vergangenheit angekommen.

    Auf dem Zgorigradsko plato sind die Reste einer touristischen Erschließung aus der späten sozialistischen Zeit erhalten geblieben: die stillgelegte Sesselseilbahn, ihre Bergstation und eine steinerne Aussichtsplattform.

    Die Anlage verband ab 1987 das Tal mit der Hochfläche in Richtung Ledenika-Höhle. Sie überwand 506 Höhenmeter, blieb jedoch nur vier Jahre in Betrieb und wurde 1991 geschlossen, als nach dem politischen und wirtschaftlichen Umbruch Mittel für Wartung, Betrieb und Modernisierung fehlten.

    Heute stehen die leeren Sessel, die rostenden Stützen und die beschädigten Stationsbauten zwischen Weiden und Kalkfelsen. Sie sind nicht nur technische Relikte, sondern Zeugnisse einer damals verbreiteten Vorstellung von Tourismus: Natur sollte für größere Besucherzahlen bequem erreichbar und als gemeinsamer Erholungsraum nutzbar werden.

    Die Seilbahn sollte den Zugang zur Ledenika-Höhle, zu Wanderwegen und Aussichtspunkten erleichtern.
    Ihr Verfall verweist zugleich auf die Brüche der Zeit nach 1989. Viele touristische Anlagen, die zuvor staatlich finanziert und betrieben worden waren, verloren ihre wirtschaftliche Grundlage.
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