• Geistersee in Neuss

    August 4 in Germany ⋅ ☁️ 31 °C

    Die zweite Reisezeit des Jahres hat begonnen. Zunächst führt mich mein Weg nach Westen, um die Stiefenkelkinder zu besuchen, die ich lange nicht gesehen habe. Ich habe eine Einladung bekommen, über die ich mich sehr gefreut habe. Nun setze ich die Reise in die Tat um. Es gibt einige andere Besuche, die ich im Ruhrgebiet machen kann, insofern lässt sich das gut kombinieren – und bei den heutigen Spritpreisen und dem hohen Verbrauch des Wohnmobils denkt man ja über jeden Meter nach, den man fährt. Hier kommt vieles gut zusammen. Die nächsten Footprints werden das beschreiben.

    Der Geistersee liegt unscheinbar am Henselsgraben, einem alten Wasserlauf südlich von Neuss‑Reuschenberg. Die Umgebung besteht aus Feldern, einzelnen Baumreihen und offenen Wiesen – kein Wald, keine Parkanlage, nur eine stille Ecke, die man leicht übersieht. Der See selbst ist eine kleine Ausweitung des Grabens, oft mit leichtem Nebel am Morgen und einer überraschend abgeschiedenen Stimmung. Vielleicht kommt daher der Name: ein Ort, der nichts Spektakuläres bietet, aber eine Ruhe ausstrahlt, die man nicht überall findet.

    Der Henselsgraben zieht sich als schmaler Wasserzug durch die Landschaft. Früher diente er der Entwässerung und der Bewässerung der umliegenden Felder, heute ist er vor allem ein stiller Begleiter für Spaziergänger. Die Kombination aus offener Fläche, Wasser und vereinzelten Bäumen macht die Gegend zu einem kleinen, fast vergessenen Naturfleck, der sich gut für kurze Pausen eignet.

    Der kleine Teich am unteren Ende des Henselsgrabens hat eine klare Aufgabe: Er dient als Puffer für Regen- und Oberflächenwasser. Wenn es stark regnet, sammelt sich hier ein Teil des Wassers, bevor es langsam weiter in den Graben abfließt. Dadurch werden die umliegenden Felder entlastet und die Kanalisation der Stadt Neuss nicht unnötig belastet. Der Teich ist also kein romantischer Natursee, sondern ein Funktionsort – ein kleines Rückhaltebecken, das dafür sorgt, dass die Landschaft und die Infrastruktur rund um Reuschenberg im Gleichgewicht bleiben.
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