• Feuerwerk

    September 26 in Italy ☀️ 15 °C

    An diesem Tag findet in Castel di Sangro ein Kirchenfest statt. Für die Nacht ist ein großes Feuerwerk geplant. Tagsüber gibt es Musik auf dem Marktplatz, und am Abend zieht eine Prozession rund um die Kirche. Google verspricht schöne Fotomotive, also will ich eigentlich bis zum Abend bleiben.

    Der Tag beginnt um acht Uhr mit einer ganzen Reihe von Böllerschüssen. Überraschend merke ich, wie sehr Leo darauf reagiert und im Gegensatz zu früheren Feuerwerkserfahrungen anscheinend anfängt Panik zu schieben. Da brauchen wir jetzt keine Trainingseinheit.... Und insofern ist für mich klar, dass ich auf das Feuerwerk verzichten und vorher abreisen würde – zumal ich ohnehin keine Lust hatte, noch länger dort zu stehen.

    Ich fahre also vom „Tor zu den Abruzzen“, wie die Stadt genannt wird, nach Südwesten Richtung Meer, um endlich die Seeluft zu spüren, die ich mir schon länger vorgenommen habe. Die Fahrt ist sehr schön und abwechslungsreich. Zuletzt komme ich an einen Stausee. Eine Übernachtungsstelle finde ich dort nicht, aber ich fahre eine nahezu völlig verwilderte und zugewachsene Straße entlang, die als Sackgasse mit Ausnahme für Anwohner ausgeschildert ist. Das macht mich neugierig, also fahre ich hinein.

    Am Ende steht ein verschlossenes Tor, durch das man die Straße vermutlich in Richtung einer größeren Hauptstraße verlassen könnte. Da ich weder Anwohner bin noch einen Schlüssel habe, fahre ich links am Gelände vorbei den Berg hinauf – auf einem Weg, der diesen Namen kaum noch verdient: 20 % Steigung, mächtiges Geröll. Ohne Allrad und Untersetzung wäre das kaum machbar gewesen, aber mit 250 PS ist es kein Problem.

    Ganz oben steht ein einzelnes Haus. Ein Mann bastelt an seinem Auto und blockiert fast den Weg. Als er mich sieht, zieht er verwundert die Füße weg. Ein Wohnmobil hat er hier noch nie hochkommen sehen. Wir grinsen uns breit an.

    Eine Übernachtungsstelle bis zur Küste findet sich nicht. Also bleibe ich in dem Ort, an dem ich direkt ans Meer stoße. Dort hatte ich vor Jahren schon einmal einen Platz gefunden, den ich wieder ansteuern wollte. Dieses Mal ist er mir jedoch zu versifft; überall liegt zerschlagenes Glas, und ich möchte keine verletzten Pfoten riskieren. Ein paar Meter weiter finde ich schließlich eine Stelle, an der ich für einige Tage bleibe.
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