• Wo der Roboter am Höcker sitzt

    March 18 in Qatar ⋅ ☁️ 26 °C

    Eigentlich ist das Dromedar ja der genügsame Ausdauerläufer. Doch der zähe Lastenesel der Wüste kann auch Vollgas. Kamelrennen sind ein beliebter Volkssport in der Golfregion, besonders in Katar. Also ab auf die Rennstrecke!

    Einen Wettlauf zu beobachten ist uns zwar nicht vergönnt. Aber zu sehen sind Dutzende Teams, die ihre Tiere auf einen der zahlreichen Rundkurse zum Training bringen. Vom Kalb oder Fohlen (beide Begriffe werden für Jungtiere verwendet) bis zum fertig ausgebildeten Rennkamel führen die Trainer teils ganze Ställe mit.

    Entweder sitzen zierliche Jockeys im Sattel, das heißt sie klammern sich hinten an den Höcker. Oder ein merkwürdiges, kleines Paket ist auf den Rücken des Renntieres geschnallt: Ein Automat, mit dem man dem bedauernswerten Wettbewerber ferngesteuert Peitschenhiebe erteilen kann. Dazu fahren die Eigentümer im Auto neben der top-gepflegten, kilometerlangen Sandbahn her. Die sechs bis 15 Kilo schweren Automaten, die per Lautsprecher Kommandos der Trainer übermitteln, ersetzen die Kinder, die früher als Jockeys im Einsatz waren. Die Roboter tragen oft Trikots und Hüte; sie werden manchmal parfümiert, um von den Kamelen akzeptiert zu werden.

    Auf die Sieger warten bei den Rennen Preisgelder bis zu 250.000 Euro (1 Mio. Rial). Entsprechend teuer sind flotte Rennkamele: Mehrere 100.000 Euro werden für Spitzen-Zuchttiere aufgerufen. Neben den Rennen gibt es auch Schönheitswettbewerbe, bei denen ähnlich hohe Summen im Spiel sind.
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