Der morbide Charme bröckelnden Glamours
March 24 in Kuwait ⋅ ☁️ 22 °C
Eine Stadt als Lehrstück für Vergänglichkeit und für die kurze Haltbarkeit von Glanz und Gloria: Das ist Kuwait. Einst die #1-Ölmetropole am Golf, kann sie inzwischen mit Dubai & Co. nicht mehr mithalten.
Bröckelnder Putz, verblassende Farben, Löcher in den Straßen und Stolperfallen auf den Wegen: Die Stadt kann nicht verleugnen, dass sie ihre glamourösesten Tage hinter sich hat. Die jüngeren Boomtowns haben ihr den Rang abgelaufen mit mehr Bling-Bling, mehr Show, mehr architektonischem Mut. Aber auch mit einem stimmigeren Gesamtbild und besserer Pflege.
Kuwaits Höhenflug startete in den 1930er Jahren mit den ersten Ölfunden und nahm nach dem 2. Weltkrieg Fahrt auf. Noch heute zeugen viele Gebäude im Brutalo-Beton-Stil der 1970er Jahre vom rasanten Aufstieg, der in den 80er und 90er Jahren durch die Golfkriege schwere Dämpfer bekam. Dubai war damals quasi noch ein Fischerdorf.
Das Wahrzeichen von Kuwait, die beiden 145 und 185 Meter hohen, zwiebelförmigen Wassertürme auf einer Landzunge etwas abseits von Downtown, entstanden 1979 nach schwedischen Plänen. Im Detail können sie ihr Alter nicht verleugnen. Trotzdem: Der Blick vom sich drehenden Bistro aus ist die knapp 10 Euro Fahrstuhlgeld wert, auch wenn die Scheiben im Aussichtsrondell mehr Pflege verdient hätten.
Der Blick schweift über breite, lange Strände und Promenaden und über eine lückenhafte Skyline mit wenigen architektonischen Highlights. Die entdeckt man in Kuwait eher vom Boden aus und erst auf den zweiten und dritten Blick. Wie etwa das an einen notgelandeten Tarnkappenbomber erinnernde (und leider kriegsbedingt geschlossene) Sheikh Jaber Al-Ahmed Kulturzentrum oder der großzügig und kunstvoll angelegte Al-Shaheed Park, das grüne Band der Stadt - ein Naherholungsgebiet erster Güte.
Direkt zu Füßen der Wolkenkratzer eine Überraschung: In einem Hafenbecken dümpeln, dicht an dicht, hunderte rostiger Kähne. Es sind Shrimpkutter, deren überwiegend indische Besatzungen auf den Saisonbeginn im Mai warten.
Was ebenfalls überrascht: Mitten zwischen Kuwaits Hochhäusern hat sich ein gewaltiger Souk erhalten - keine Nobel-Marktstraße, wie man sie hier erwarten würde, sondern ein bodenständiges Einkaufsparadies nach durch und durch arabischem Muster. Mit Neon-Bling-Bling. Aber ohne Glanz und Glamour.Read more




























Traveler
Ein tolles Foto...👏😎✨️✨️
Good luck 🍀 [Ebrahem]