• Paris zu Fuss

    January 30 in France ⋅ ☁️ 8 °C

    Heute also Paris. Nicht das Postkarten-Paris mit geschniegelt geschniegelt und Eiffelturm-Gedränge, sondern das echte, lebendige, ein bitz chaotische Paris. Wir sind im Quartier Latin gelandet und zack, sofort verliebt. So richtig. Mit allem drum und dran.
    Am Morgen sind wir durch die engen Gassen geschlendert, noch bevor die grosse Touristenlawine losgelegt hat. Die Läden klein, verspielt, teilweise leicht schräg, Buchhandlungen, Cafés, irgendwas mit Wein und Käse, irgendwas mit Kunst, irgendwas, wo man nicht ganz weiss, was sie verkaufen, aber man will es trotzdem haben. Paris halt.
    Frühstück gab’s klassisch und ohne Firlefanz: ein Croissant. Knusprig, buttrig, genau so, dass man nach dem ersten Biss kurz die Augen schliesst und denkt: Ja. Genau deswegen. Kein Müesli, kein Flat White, kein Chia irgendwas. Einfach Croissant. Punkt.
    Wir haben geschaut, gestaunt, geschnuppert (Paris riecht speziell nicht immer gut, aber immer ehrlich) und uns gedacht: Hier könnte man locker länger bleiben. Aber wir sind ja unterwegs.
    Also sind wir weitergezogen. Mit Krümeln auf der Jacke, einem leichten Butterfilm auf den Fingern und diesem zufriedenen Gefühl, das man hat, wenn man weiss: Das war genau richtig so.

    Nach dem Croissant-Glück im Quartier Latin dachten wir kurz: Ach, chli ume latsche, das schaffemer locker. Paris sieht auf der Karte deutlich kleiner aus als in echt.
    Zu Fuss ging’s weiter Richtung Panthéon. Gross, würdevoll, sehr französisch ernst. Natürlich haben wir Fotos gemacht, solche, wo man versucht, die Grösse einzufangen und am Schluss trotzdem nur ein Bild hat, das denkt: Ja schön, aber es war grösser. Egal. Gehört dazu.
    Und dann: weiter, weiter, immer weiter bis Montparnasse. Dort steht dieses Hochhaus, das man in Paris eigentlich nicht gern hat, ausser man steht oben drauf. Also rauf in den Lift, zack zack, Ohren leicht am Druckausgleichen, und plötzlich sind wir im 57. Stock. Und wow. Da oben vergibt man dem Gebäude alles.
    Paris liegt einem zu Füssen. Dächer, Strassen, die Seine wie ein Band und ja, der Eiffelturm, ganz brav im Bild. Man steht da, schaut, schweigt kurz (wirklich nur kurz) und denkt: Also guet, das isch jetzt schon verdammt schön.
    Dann wieder runter, Knie melden sich langsam zu Wort, und zu Fuss zurück ins Hotel. Dort: Jacuzzi. Halleluja. Warmes Wasser, müde Beine, kurz das Gefühl, man sei wieder ein Mensch. Ein sehr entspannter Mensch.
    Aber der Tag war noch nicht fertig mit uns. Später wieder raus, mit der U-Bahn runter zur Seine. Dort wartete das Schiff auf uns, Abendstimmung, Lichter, alles ein bitz kitschig, aber auf die gute Art. Wir haben uns zwei Stunden lang über die Seine treiben lassen, feines Abendessen, Paris zieht vorbei, der Eiffelturm nochmal, diesmal vom Wasser aus. Ruhig, fast feierlich. So Momente, wo man denkt: Das merken wir uns.
    Nach der Schifffahrt noch zu Fuss zum beleuchteten Eiffelturm. Glitzert, strahlt, macht genau das, was er soll. Und dann – ganz unromantisch, aber realistisch wieder mit der U-Bahn nach Hause.
    Jetzt sind wir angekommen. Ziemlich kaputt. Füsse müde, Kopf voll Eindrücke, Herz zufrieden. Paris hat geliefert. Aber ehrlich: Morgen machen wir vielleicht ein bitz weniger. Oder sagen wir so: Wir nehmen es uns vor. 😉
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