Paris – ein langer, grandioser Sonntag
February 2 in France ⋅ ☁️ 9 °C
Der Sonntag begann sehr parisisch – nämlich im Bett. Ausschlafen war angesagt, schliesslich hatten wir Grosses vor. Irgendwann am Morgen (die genaue Uhrzeit bleibt unser kleines Geheimnis) rafften wir uns auf und machten uns auf den Weg in die Stadt. Ziel: Montmartre. Und weil wir immer ein bisschen Drama brauchen, stiegen wir natürlich bei der tiefsten U-Bahn-Station aus. Mit dem heroischen Vorsatz, die legendäre Wendeltreppe zu Fuss zu bezwingen.
Sie war… sagen wir mal: sportlich. Ziemlich krass sogar. Die Beine brannten, die Lunge arbeitete auf Hochtouren, aber hey, als junges Pärchen (zumindest im Herzen) schafften wir es bis ganz nach oben. Ohne Sauerstoffzelt. Erfolg!
Oben angekommen wurden wir reich belohnt: Sacré-Cœur von aussen, wunderschön wie aus dem Bilderbuch, dazu der Blick über ganz Paris. Wir machten Fotos, viele Fotos, und noch mehr Fotos man weiss ja nie, ob man den perfekten Winkel nicht erst beim 37. Versuch erwischt. Danach schlenderten wir durchs Künstlerviertel Montmartre, liessen uns treiben und landeten schliesslich auf dem bekannten Platz mit den Porträtmalern. Dort gab’s eine Crêpe und einen Toast, dazu bestes People-Watching. Da es regnete, verzichteten wir grosszügig darauf, uns zeichnen zu lassen. Eine halbe Stunde still sitzen im Nassen, non merci.
Später ging’s wieder unter die Erde, mit der U-Bahn weiter zu Notre-Dame. Was uns dort am meisten beeindruckte, war nicht die Kirche selbst, sondern die unfassbar lange Schlange davor. Menschen. So viele Menschen. Ob das an einem Sonntag normal ist? Keine Ahnung. Die Sonntagsmesse hatten wir jedenfalls verpasst, und unser Wille, uns anzustellen, hielt sich in sehr engen Grenzen. Also ab ins nächste Café. Noch eine Crêpe (man lebt schliesslich nur einmal) und einfach das Leben geniessen.
Zurück im Hotel war erst mal Erholung angesagt. Der Whirlpool tat so gut, dass wir kurz überlegten, den Rest des Tages einfach dort zu bleiben. Haben wir dann aber doch nicht. Am Abend machten wir uns auf den Weg zu einem Chinesen, den ich auf Google entdeckt hatte. Die Bewertungen waren top, unsere Erwartungen entsprechend hoch. Nach etwa 300 Metern standen wir dann vor dem „Restaurant“ – das sich eher als gehobene Imbissbude entpuppte. Ambiente: überschaubar. Essen: sensationell.
Kein chinesisches Essen, wie wir es von zuhause kennen. Kein Reis, nur Nudeln. Und wir waren die einzigen Gäste mit runden Augen. Authentischer ging kaum. Wahrscheinlich chinesisch für Chinesen und genau deshalb unglaublich gut. Ein kulinarisches Highlight, ohne Wenn und Aber.
Zurück im Hotel verbrachten wir noch etwas Zeit im Zimmer mit… sagen wir: verschiedenen Aktivitäten 😉 … bis es 22 Uhr war. Dann machten wir uns schick und fuhren zum Moulin Rouge. Vor dem Eingang: Chaos pur. Menschen, Regen, Gedränge. Wir kämpften uns vor und standen plötzlich ziemlich weit vorne.
Eine halbe Stunde später standen wir dicht gedrängt mit sehr vielen anderen im Saal, hatten aber erstaunlich gute Plätze (unglaublich eng gestuhlt), genau mittig für die Show. Und die war: grandios. Glamour pur. Spektakulär. Farben, Federn, Kostüme ohne Ende. Es hat sich wirklich gelohnt. Das ist so ein Ding, das man vielleicht einmal im Leben gesehen haben sollte.
Dort tanzen einige der besten Tänzerinnen und Tänzer der Welt. Im Moulin Rouge auftreten zu dürfen, ist ein riesiges Privileg. Die Anforderungen sind brutal: 1,68 bis 1,75 Meter gross, top Figur, lange Beine, perfekte Ausbildung. Der Weg dorthin ist hart. Und obwohl der Monatslohn „nur“ zwischen 3’000 und 4’000 Euro liegt, tanzen sie jeden Tag zwei Shows, körperlich und mental extrem anspruchsvoll. Da ziehe ich den Hut. Tief.
Die Show endete erst gegen halb zwei Uhr morgens. Draussen wieder Chaos, Taxis überall, nichts ging mehr richtig vorwärts. Wir entschieden uns für den Nachtbus, ein bisschen sparen muss schliesslich sein und fuhren gut eine halbe Stunde durch das nächtliche Paris zurück zum Hotel.
Der Tag war grandios. Wir waren völlig erledigt, aber sehr, sehr glücklich. Gegen drei Uhr morgens fielen wir endlich ins Bett. Und schliefen innert Sekunden ein.
Paris, du hast uns. 🥐✨Read more



























RiitaEinfach richtig schön: ihr, die Fotos, Paris und der Text zu den Fotos 😀