Vulkan-Eifel
May 12 in Germany ⋅ ☁️ 9 °C
Heute sind wir mit Knutschi in der Vulkaneifel gelandet, beim Wohnmobilhafen am Pulvermaar. Schon der Name klingt irgendwie nach Abenteuer und genau so hat sich der Tag auch angefühlt.
Der Stellplatz liegt wunderschön oberhalb vom Pulvermaar, einem ehemaligen Vulkansee, entstanden durch eine gewaltige Explosion vor Tausenden von Jahren. Heute liegt er still und dunkel zwischen den Wäldern, fast ein bitzeli mystisch.
Am Morgen machten wir zuerst einen Spaziergang rund um den See. Die Luft war frisch, fast schon zapfig, und das Wasser lag ruhig da, als könnte es kein Wässerchen trüben. Dabei kamen wir auch an einem sogenannten „Lastahuddelhaufen“ vorbei. Dort kann man einen Stein hinlegen und symbolisch seine Sorgen zurücklassen. Natürlich musste ich das ausprobieren. Also Stein gesucht, hingelegt und gedacht: so, liebe Sorgen, ihr bleibt jetzt schön hier in der Eifel. Ob’s funktioniert? Wir werden sehen. Aber irgendwie hatte der Ort schon etwas Beruhigendes. Und falls es doch nicht klappt, liegt jetzt wenigstens ein hübscher Schweizer Sorgenstein dort.
Danach hiess es: Velos raus. Und meine Güte, war das am Anfang kalt! Wir waren so dick eingepackt, dass wir vermutlich auch problemlos eine Expedition Richtung Nordpol hätten antreten können. Dreifach angezogen, kalte Finger, kalte Nasenspitze und natürlich Gegenwind. Aber typisch Eifel zeigte sich das Wetter dann plötzlich doch noch freundlich. Immer wieder kam die Sonne hervor, dann wieder Wolken, dann wieder Sonne. Ein Wetter wie auf Shuffle-Modus.
Mit dem Velo kamen wir auch bei der riesigen Lavakugel von Strohn vorbei. Dieses Ding ist wirklich beeindruckend. Mitten im Dorf liegt eine gigantische Kugel aus Lava – entstanden bei einem Vulkanausbruch vor rund 30’000 Jahren. Sie gilt als Wahrzeichen der Vulkaneifel und soll die grösste Lavabombe der Welt sein. Wenn man davorsteht, merkt man erst, was hier früher einmal für Kräfte unterwegs waren. Heute fahren gemütliche Velofahrer vorbei, früher flog hier glühende Lava durch die Gegend. Auch eine Art Verkehr.
Besonders schön war ein Abschnitt auf einem alten Bahntrassee, das heute ein Veloweg ist. Man fährt dort gemütlich auf der ehemaligen Bahnlinie durch die Landschaft, vorbei an alten Barrieren und sogar durch einen Tunnel. Das hatte richtig Charme. Man spürt irgendwie noch die Geschichte der alten Bahnstrecke, nur dass heute statt Dampfloks Velofahrer schnaufend durch die Eifel rollen. Solche Wege liebe ich ja sowieso, angenehm zu fahren und wunderschön eingebettet in die Natur.
Am Schluss sind wir zufrieden, leicht durchgefroren und mit roten Wangen wieder bei Knutschi angekommen. Und jetzt stehen wir hier beim alten Vulkansee, schauen auf einen Tag voller Natur, Lava, Bahnromantik und abgelegter Sorgen zurück und finden: doch, genau für solche Tage sind wir unterwegs.Read more














Traveler
👍
Traveler👌
Womo TravelerOh wie schön. Ihr seid in unserer Heimat. Da kann ich euch die 3 Maare Wanderung in Schalkenmehren empfehlen.