• Über den Llogara-Pass zur Narta-Lagune

    Yesterday in Albania 🌧 18 °C

    Nach einer wirklich ruhigen Nacht werden wir am Morgen bereits von der Sonne begrüsst. Was für ein schöner Start in den Tag! Der Wetterbericht verspricht allerdings nur am Vormittag Sonnenschein, am Nachmittag soll es regnen. Na ja, mal schauen.

    Heute führt unser Weg über den berühmten Llogara-Pass. Und ich muss sagen: Ich bin immer wieder begeistert von diesem wunderschönen Land. Albanien überrascht uns hinter jeder Kurve aufs Neue.

    Der Llogara-Pass liegt auf rund 1'027 Metern über Meer und führt mitten durch das Ceraunische Gebirge. Die Landschaft erinnert mich stellenweise ein wenig an Marokko. Besonders hier oben mit den kargen, steinigen Berghängen, den weiten Ausblicken und dieser wilden Schönheit. Einfach beeindruckend!

    Der Pass liegt im Llogara-Nationalpark, der bereits 1966 gegründet wurde. Eine Besonderheit hier oben sind die sogenannten Flaggenkiefern. Durch die starken Winde vom Meer werden manche Bäume über die Jahre regelrecht in eine Richtung gebogen. Ihre Kronen sehen dann aus wie wehende Fahnen. Schon eindrücklich, was die Natur so alles anstellt.

    Und auch geschichtlich hat dieser Pass einiges zu bieten. Sogar Julius Cäsar soll im Jahr 48 vor Christus mit seinen Truppen hier über das Gebirge gezogen sein.

    Irgendwann finden wir ganz oben ein schönes Plätzchen und beschliessen, eine Pause einzulegen. Es ist bereits fast elf Uhr. Höchste Zeit also fürs Frühstück! Schliesslich ist Sonntag, und da darf man es ruhig gemütlicher nehmen. Wir geniessen die Sonne, die Aussicht und lassen uns Zeit.

    Und nein, ich mache heute ausnahmsweise nicht nur ein Brotteig, sondern gleich zwei Brotteige. Man weiss ja nie! 😂
    Nach unserer ausgiebigen Frühstückspause machen wir uns wieder auf den Weg bergab. Und siehe da: Die Landschaft verändert sich komplett. War es oben noch karg und beinahe wüstenähnlich, wird es nun immer grüner. Dichte Wälder, zahlreiche Restaurants und eine ganz andere Vegetation begleiten uns.

    Unterwegs kommen wir auch an einem traurigen Abschnitt vorbei. Hier hat offenbar einmal ein grosses Feuer gewütet. Ganze Flächen sind verbrannt, darunter auch unzählige Olivenbäume. Ein trauriger Anblick. Es braucht schliesslich viele Jahre, bis solche Bäume wieder gross sind und Früchte tragen.

    Der letzte Teil unserer Strecke hat es dann nochmals in sich. Die Strasse wird ziemlich eng, und wir schlängeln uns mit Knutschi durch die letzten Kurven. Aber irgendwie schaffen wir es auch diesmal ohne grössere Abenteuer. 😉

    Schliesslich erreichen wir, etwas umständlich rund um unzählige Olivenhaine herum, einen grossen Parkplatz bei der Narta-Lagune.

    Und hier wartet bereits das nächste kleine Highlight auf uns!

    Die Narta-Lagune liegt unweit der Stadt Vlora und ist eines der bedeutenden Feuchtgebiete Albaniens. Sie ist ein wichtiges Rückzugsgebiet für zahlreiche Vogelarten. Mit etwas Glück kann man hier sogar Flamingos beobachten, die in der Lagune nach Nahrung suchen.

    Das eigentliche Schmuckstück entdecken wir aber auf einer kleinen Insel mitten in der Lagune: das Kloster von Zvërnec, auch Marienkloster genannt.

    Dorthin führt eine lange Holzbrücke, die sich über das Wasser zur bewaldeten Insel schlängelt. Auf der Insel steht das orthodoxe Kloster der Heiligen Maria, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Umgeben von hohen Kiefern und Zypressen wirkt der Ort richtig idyllisch und fast ein wenig mystisch.

    Nach den Bergen, den Olivenhainen und den vielen neuen Eindrücken sind wir nun also am Wasser angekommen.

    Albanien zeigt uns heute wieder einmal, wie vielseitig es ist. Von fast marokkanischen Berglandschaften über grüne Wälder bis hin zu einer Lagune mit einer kleinen Klosterinsel. Langweilig wird es hier definitiv nicht.
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