Von den Öltürmen zu den warmen Quellen von Bënja
Today in Albania
⛅ 18 °C
Gestern Abend war auf unserem Stellplatz noch einiges los. In regelmässigen Abständen tauchten verschiedene Gruppen von Jugendlichen auf. Laute Musik, Tanzen unter freiem Himmel und dann verschwanden sie wieder. Kaum war Ruhe eingekehrt, kamen die nächsten. Das Ganze wiederholte sich einige Male. Ein richtiges Kommen und Gehen! Wir fragten uns schon, ob hier heute noch eine Disco eröffnet wird. Irgendwann war dann aber Schluss mit dem nächtlichen Unterhaltungsprogramm und wir konnten doch noch eine gute Nacht verbringen.
Heute geht unsere Fahrt weiter durch die schöne albanische Berglandschaft.
Unterwegs entdecken wir plötzlich diese alten Ölpumpen. Mit ihren rostigen Stahlgerüsten sehen sie schon ziemlich spektakulär aus. Natürlich halten wir an, machen Fotos und staunen erst einmal. Dazu habe ich auch ein Video aufgenommen. Der Sound ist fast noch eindrücklicher als der Anblick.
Wir vermuten, dass wir uns in der Gegend von Kuçova befinden. Albanien hat tatsächlich eine lange Erdölgeschichte, und in dieser Region wird schon seit Jahrzehnten Öl gefördert.
Nach einer Weile Staunen und Fotografieren geht es weiter. Die Berge ziehen an uns vorbei und bieten immer wieder wunderschöne Ausblicke. Unterwegs kommen wir nochmals an einer imposanten, ziemlich alten Hängebrücke vorbei. Sie hat offensichtlich schon einige Jahre auf dem Buckel, macht aber noch einen erstaunlich soliden Eindruck. Ob ich ihr ganz mein Leben anvertrauen würde? Sagen wir mal so: Für ein Foto reicht es alleweil!
Unser nächstes Ziel ist die Lengarica-Schlucht und die berühmten warmen Quellen von Bënja.
Die Fahrt entlang der Schlucht ist bereits ein Erlebnis. Und dann taucht sie auf: die wunderschöne alte Steinbrücke mit ihrem grossen Rundbogen. Die Kadiut-Brücke stammt aus der osmanischen Zeit und ist eines der Wahrzeichen dieser Gegend. Zusammen mit den steilen Felswänden und dem Wasser sieht das Ganze einfach traumhaft aus.
Die Thermalquellen von Bënja liegen direkt am Fluss Lengarica. Das mineralhaltige Wasser tritt hier auf natürliche Weise aus dem Boden und sammelt sich in verschiedenen kleinen Becken. Die Quellen sind seit langer Zeit bekannt und wurden schon früher wegen ihrer besonderen Eigenschaften genutzt.
Natürlich wollen wir uns dieses Vergnügen nicht entgehen lassen. Wir holen unsere Badesachen und machen uns auf zu den warmen Becken.
Doch bevor wir ins warme Wasser hüpfen, gibt es noch eine andere wichtige Aufgabe: Ich habe ja gestern den Brotteig vorbereitet. Und der will schliesslich auch noch verarbeitet werden! Also backe ich bei den Quellen unsere Brote. Es duftet herrlich und bald sind die frischen Laibe fertig. Ein bisschen Wellness für uns und frisches Brot für Knutschi. Was will man mehr?
Danach geniessen wir das warme Wasser. Es fühlt sich herrlich an. Nach all den Kilometern unterwegs ist so ein Bad genau das Richtige. Einfach eintauchen, entspannen und geniessen.
Nach unserem Wellnessprogramm unter freiem Himmel geht es zurück zu Knutschi. Wir machen es uns gemütlich, stellen Tisch und Stühle raus und geniessen die wunderbare Umgebung.
Und weil so ein schöner Tag auch einen gemütlichen Abschluss verdient, gönnen wir uns später noch eine Pizza auf dem Campingplatz. Sie schmeckt ausgezeichnet!
Ein rundum gelungener Tag: ein bisschen Industriegeschichte, spektakuläre Berglandschaften, alte Brücken, selbstgebackenes Brot und zum Schluss ein warmes Bad mitten in der Natur.
Albanien überrascht uns immer wieder. Und Knutschi hat für heute auch Feierabend. 😊Read more
Über den Llogara-Pass zur Narta-Lagune
Yesterday in Albania
🌧 18 °C
Nach einer wirklich ruhigen Nacht werden wir am Morgen bereits von der Sonne begrüsst. Was für ein schöner Start in den Tag! Der Wetterbericht verspricht allerdings nur am Vormittag Sonnenschein, am Nachmittag soll es regnen. Na ja, mal schauen.
Heute führt unser Weg über den berühmten Llogara-Pass. Und ich muss sagen: Ich bin immer wieder begeistert von diesem wunderschönen Land. Albanien überrascht uns hinter jeder Kurve aufs Neue.
Der Llogara-Pass liegt auf rund 1'027 Metern über Meer und führt mitten durch das Ceraunische Gebirge. Die Landschaft erinnert mich stellenweise ein wenig an Marokko. Besonders hier oben mit den kargen, steinigen Berghängen, den weiten Ausblicken und dieser wilden Schönheit. Einfach beeindruckend!
Der Pass liegt im Llogara-Nationalpark, der bereits 1966 gegründet wurde. Eine Besonderheit hier oben sind die sogenannten Flaggenkiefern. Durch die starken Winde vom Meer werden manche Bäume über die Jahre regelrecht in eine Richtung gebogen. Ihre Kronen sehen dann aus wie wehende Fahnen. Schon eindrücklich, was die Natur so alles anstellt.
Und auch geschichtlich hat dieser Pass einiges zu bieten. Sogar Julius Cäsar soll im Jahr 48 vor Christus mit seinen Truppen hier über das Gebirge gezogen sein.
Irgendwann finden wir ganz oben ein schönes Plätzchen und beschliessen, eine Pause einzulegen. Es ist bereits fast elf Uhr. Höchste Zeit also fürs Frühstück! Schliesslich ist Sonntag, und da darf man es ruhig gemütlicher nehmen. Wir geniessen die Sonne, die Aussicht und lassen uns Zeit.
Und nein, ich mache heute ausnahmsweise nicht nur ein Brotteig, sondern gleich zwei Brotteige. Man weiss ja nie! 😂
Nach unserer ausgiebigen Frühstückspause machen wir uns wieder auf den Weg bergab. Und siehe da: Die Landschaft verändert sich komplett. War es oben noch karg und beinahe wüstenähnlich, wird es nun immer grüner. Dichte Wälder, zahlreiche Restaurants und eine ganz andere Vegetation begleiten uns.
Unterwegs kommen wir auch an einem traurigen Abschnitt vorbei. Hier hat offenbar einmal ein grosses Feuer gewütet. Ganze Flächen sind verbrannt, darunter auch unzählige Olivenbäume. Ein trauriger Anblick. Es braucht schliesslich viele Jahre, bis solche Bäume wieder gross sind und Früchte tragen.
Der letzte Teil unserer Strecke hat es dann nochmals in sich. Die Strasse wird ziemlich eng, und wir schlängeln uns mit Knutschi durch die letzten Kurven. Aber irgendwie schaffen wir es auch diesmal ohne grössere Abenteuer. 😉
Schliesslich erreichen wir, etwas umständlich rund um unzählige Olivenhaine herum, einen grossen Parkplatz bei der Narta-Lagune.
Und hier wartet bereits das nächste kleine Highlight auf uns!
Die Narta-Lagune liegt unweit der Stadt Vlora und ist eines der bedeutenden Feuchtgebiete Albaniens. Sie ist ein wichtiges Rückzugsgebiet für zahlreiche Vogelarten. Mit etwas Glück kann man hier sogar Flamingos beobachten, die in der Lagune nach Nahrung suchen.
Das eigentliche Schmuckstück entdecken wir aber auf einer kleinen Insel mitten in der Lagune: das Kloster von Zvërnec, auch Marienkloster genannt.
Dorthin führt eine lange Holzbrücke, die sich über das Wasser zur bewaldeten Insel schlängelt. Auf der Insel steht das orthodoxe Kloster der Heiligen Maria, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Umgeben von hohen Kiefern und Zypressen wirkt der Ort richtig idyllisch und fast ein wenig mystisch.
Nach den Bergen, den Olivenhainen und den vielen neuen Eindrücken sind wir nun also am Wasser angekommen.
Albanien zeigt uns heute wieder einmal, wie vielseitig es ist. Von fast marokkanischen Berglandschaften über grüne Wälder bis hin zu einer Lagune mit einer kleinen Klosterinsel. Langweilig wird es hier definitiv nicht.Read more
Angekommen – in den Ferien und in Albanien 🇦🇱
October 31 in Albania
⛅ 19 °C
Nach einer ziemlich gemütlichen Fährüberfahrt, bei der wir vor allem eines gemacht haben: schlafen und etwas Schlaf nachholen, kommen wir endlich in Griechenland an. Das Ausschiffen ist dann wieder einmal ein kleines Tetris-Spiel. Drei Einweiser, drei verschiedene Richtungen, da weiss man manchmal nicht so recht, wem man jetzt folgen soll. Aber irgendwie schaffen wir es mit dem Knutschi doch noch an Land.
Erst einmal Euros besorgen, tanken und ein paar Lebensmittel einkaufen. Dann geht es endlich los. Wir sind unterwegs!
An der albanischen Grenze wird es etwas genauer. Fahrzeugausweis und ID werden gründlich kontrolliert, aber dann dürfen wir weiter.
Albanien! Unser erstes Mal in diesem Land. Die Landschaft gefällt uns auf Anhieb, auch wenn wir noch nicht so recht wissen, wo wir eigentlich durchfahren. Zum Glück haben wir vorgesorgt und eine Daten-SIM-Karte dabei. Denn ohne Internet ist heutzutage sogar das Kartenlesen plötzlich eine Wissenschaft für sich.
Und dann wartet schon das erste Abenteuer auf uns: eine Fähre, die eigentlich gar keine richtige Fähre ist. Eher ein altes Holzfloss, das uns mit Stahlseilen über einen Fluss zieht. Ein bisschen rumpelig, ein bisschen abenteuerlich und definitiv nichts für schwache Nerven. Aber Knutschi und wir kommen heil auf der anderen Seite an.
Gleich neben dem Anleger entdecken wir eine alte römische Festung. Das schauen wir uns natürlich an. Viel Zeit bleibt allerdings nicht, denn plötzlich blitzt und donnert es und kurz darauf schüttet es wie aus Kübeln. Bis wir wieder beim Knutschi sind, sind wir pflotschnass. Willkommen in Albanien!
Doch schon bald zeigt sich das Wetter von seiner besseren Seite. Wir entdecken einen wunderschönen Platz direkt am Meer, mit Blick hinüber zur griechischen Insel Korfu.
Und jetzt kommt's: Es ist der 31. Oktober, die Luft hat gerade einmal 17 Grad, aber das Meer ist mit knapp 20 Grad tatsächlich wärmer. Also nichts wie rein! Ein kurzes Bad muss sein. Schliesslich sind wir nicht jeden Tag Ende Oktober in Albanien am Meer.
Später sitzen wir vor unserem Knutschi, schauen auf das Meer und geniessen den wunderschönen roten Abendhimmel.
Was will man mehr?
Wir sind angekommen. In Albanien, am Meer und irgendwie auch schon ein bisschen in den Ferien.
Albanien, du gefällst uns jetzt schon! ❤️Read more
Leinen los und ab auf die Fähre! ⛴️
October 30, Adriatisches Meer
☀️ 19 °C
Gestern verlief unsere Fahrt völlig problemlos bis zu unserem Übernachtungsplatz in Fontanellato (Camper Parking Area – Fontanellato). Ein wirklich ruhiger Platz, auf dem wir wunderbar geschlafen haben.
Heute Morgen ging es weiter Richtung Ancona. Anfangs war noch etwas mehr Verkehr unterwegs, doch je länger wir fuhren, desto ruhiger wurde es auf der Strasse.
In Ancona angekommen, checkten wir im Fährhafen ein. Nun wurde es spannend, denn wir konnten beim Verladen der Fähre zuschauen. Was da alles abging! Autos mussten teilweise um andere herumkurven, weil diese wiederum mit ihren halben Häuschen auf Anhängern unterwegs waren. Und dann gab es noch diejenigen, die offenbar gerade nicht bei ihrem Auto waren. Kurz gesagt: ein kleines Verkehrschaos auf engstem Raum. Fehlt eigentlich nur noch jemand mit einer Trillerpfeife! 😂
Irgendwann waren dann auch wir an der Reihe. Und jetzt wurde es richtig eng! So knapp mussten wir Knutschi auf einer Fähre noch nie parkieren. Wir mussten ziemlich zügig aussteigen, damit das Fahrzeug neben uns überhaupt noch seinen Platz erreichen konnte. Da war nichts mit gemütlich aussteigen, nochmals nachschauen und vielleicht noch ein Foto machen. Raus und fertig!
Die Fähre hatte übrigens noch eine besondere Mission: Sie musste Passagiere der Vorwoche mitnehmen, da zuvor gestreikt worden war. Da hatte sich offenbar einiges angestaut.
Nachdem wir unsere Kabine bezogen hatten, zog es uns erst einmal aufs Deck. Wir genossen die warmen Sonnenstrahlen, liessen uns ein wenig die frische Seeluft um die Nase wehen und erkundeten anschliessend das ganze Schiff. Schliesslich will man ja wissen, wo man sich für die nächsten Stunden so herumtreiben kann.
Am Abend gönnten wir uns im Restaurant einen wirklich feinen Znacht. Ein gemütlicher Abschluss eines Reisetages, der uns nun endgültig aufs Wasser gebracht hat.
Jetzt heisst es: zurücklehnen, geniessen und dem nächsten Abenteuer entgegenfahren. Knutschi darf sich ausruhen und wir natürlich auch! 😎⛴️Read more

































































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