Ankommen in Musselkanal
April 10 in the Netherlands ⋅ ☁️ 11 °C
Umleitung und Wasserblick
Heute geht es weiter – und wie bisher beginnt der Tag ganz entspannt. Wir haben wunderbar geschlafen, die Ruhe auf dem Platz tut richtig gut. Nach dem Frühstück heißt es: Abfahrbereit machen. Ich gehe gedanklich alles durch – ist wirklich alles aus, zu, leer? Noch bin ich ja nicht ganz routiniert in dieser „Alleinverantwortung“. Aber: läuft!
Die Abreise klappt unkompliziert. Auschecken heute ist einfach – Platz auswählen, Strom wird automatisch berechnet, Karte dranhalten – fertig. So mag ich das.
Das Navi wird gefüttert – Garmin und Maps – doppelt hält besser… sollte man meinen. Kaum rolle ich vom Platz, wird das Garmin schwarz. Ernsthaft jetzt? Also schnell in eine Ecke gedrückt, um niemanden zu blockieren. Dumm nur, dass sich genau da kurz darauf ein anderes Wohnmobil gemütlich vor uns hinstellt. 🤦♀️
Gut, dass ich eine Beifahrerin habe, die das charmant und mit Nachdruck regelt. Navi läuft wieder – wir kommen frei. Der Tag kann beginnen… oder?
Über Enschede geht es Richtung Autobahn. Doch mein Navi hat offenbar andere Pläne und schickt mich zurück Richtung Deutschland. An der Grenze dann ein wenig Triumphieren: Während fast alle zur Kontrolle raus auf den Parkplatz müssen, dürfen wir einfach durchfahren.
Bei Schüttorf geht’s auf die A31 – und direkt hinein in den Stau. LKW-Überholverbot inklusive. Ich liebe es… nicht. 🙄
Aber ab Lingen wird’s besser, der Verkehr entspannt sich.
Bei Stadskanaal verlassen wir die Autobahn und fahren wieder in die Niederlande ein. Ziel: Musselkanaal. Nur noch ein paar Kilometer… denkste! Die Ausfahrt ist gesperrt, Umleitung. Und wer niederländische Umleitungen kennt, weiß: Das wird spannend.
Drei Ausfahrten später soll ich runter – aber beide Navis sind komplett verwirrt und wollen mich immer wieder zurück auf die Schnellstraße schicken. Also: zwei Ehrenrunden im Kreisverkehr, einmal tief durchatmen – und dann einfach geradeaus. Richtige Entscheidung! Kurz darauf haben mich beide Navis wieder lieb.
Die Fahrt durch Stadskanaal und Musselkanal hat es in sich: schmale Straßen, Gegenverkehr… und ich frage mich kurz, wo eigentlich der uns entgegenkommende Bus hin soll. Aber: alles gut gegangen.
Selbst die Einfahrt zum Stellplatz ist ein kleines Abenteuer – zwei eng beieinanderstehende Betonblöcke, die das Ganze auf Schneckentempo reduzieren. Aber dann: geschafft! Mein Platz, direkt am Wasser. 💙
Die Hubstützen fahren runter – mit einem kleinen Stoßgebet fürs Wiederhoch fahren bei der späteren Abfahrt.
Stühle raus, Kaffee gekocht – und einfach nur sitzen und aufs Wasser schauen. Genau dafür mache ich das.
🌿 Musselkanal – klein, ruhig und typisch niederländisch
Musselkanal liegt in der Provinz Groningen und ist geprägt von seinem langen Kanal, der sich durch den Ort zieht. Früher war er eine wichtige Verkehrsader für den Torfabbau – heute ist er vor allem eines: herrlich ruhig.
Typisch sind die langen, geraden Wasserwege, kleine Brücken und die entspannte Atmosphäre. Perfekt für Spaziergänge, Radtouren.
Später erkunden wir den Platz: Strom, Sanitär, Ver- und Entsorgung, WLAN – alles da. Der Hafenmeister kommt später kassieren, aber Bargeld darf er nicht mehr annehmen. Nur noch Kartenzahlung und mit einem netten Plausch inklusive.
Unser Plan: Walkingrunde und Kibbeling auftreiben.
Also los – am Kanal entlang Richtung Stadskanaal. Vor ein paar Tagen muss es hier traumhaft gewesen sein: blühende Kirschbäume, jetzt schon leicht verblüht. Aber die Narzissen leuchten im satten Grün um die Wette, und der Himmel spiegelt sich im Wasser.
Auf dem Rückweg wechseln wir die Kanalseite und entdecken einen Friedhof – ganz anders als bei uns. Kaum Blumen, dafür viele Grabplatten, Monumente und kleine Aufbauten. Auf manchen Platten sitzt eine Art Trichter mit Löchern. Wofür? Wir rätseln… und witzeln ein wenig.
Weiter geht’s in die „Winkel“ – kleine Einkaufsbereiche. Klar, dass wir nicht nur schauen, sondern heute mal holländischen Käse und Roerbakgroenten einkaufen. 😉
Und dann – keine 200 Meter vom Stellplatz entfernt – entdecken wir sie: die Kibbeling-Bude, direkt am Kanal, mit Sonne. Perfekt! Es ist gerade mal 17 Uhr – Abendessen gesichert. 🐟
Etwas durchgefroren, es ist halt noch kein Sommer, geht’s später zurück ins warme Wohnmobil. Der Hafenmeister schaut vorbei, wir plaudern noch ein bisschen, drehen eine kleine Abendrunde bei Sonnenuntergang – und lassen den Tag ruhig ausklingen.
Ein schöner, erlebnisreicher Tag. Mit allem, was dazugehört. ❤️Read more




























