October 2017
  • Day12

    Und zum Schluss: Wismar

    October 31, 2017 in Germany ⋅ 🌙 7 °C

    Unsere gestrige Spazierfahrt durch Fischland setzen wir heute über den Darß fort. Die Sonne scheint als wir in Ahrenshop nach einem Parkplatz suchen. In Ahrenshop gibt es keinen Stellplatz, und wir wollen das Wohnmobil nur für einen Spaziergang abstellen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Auf den Parkplätze ist das Parken nur für PKW erlaubt. Endlich finden wie in einer freien Parkbucht einen Möglichkeit. Allerdings benötigen wir dafür eine Parkscheibe. Parkscheibe! Irgendwo war doch....da muss doch irgendwo..... Nach fünf Minuten Suchen hält Michael eine etwa zerknitterte Parkscheibe in den Händen. Die Zeit wird etwas großzügig eingestellt und los geht es. Das letzte Mal war ich vor gut 20 Jahren in Ahrenshop. An die Reet gedeckten Häuser kann ich mich noch gut erinnern. Das ist aber auch schon alles. Ach ja, und an den häufig porträtierten Windflücher am Strand. Dem muss ich unbedingt einen Besuch abstatten. Wir laufen an den Strand und durch den Ort. Viele Kunsthandwerker und Künstler haben hier ihre Ateliers. Dann wird es Zeit zum Wohnmobil zurück zu gehen, die Parkuhr läuft ab. Schade, im Licht der Herbstsonne ist es gerade schön, hier spazieren zu gehen. Keine fünf Minuten nach dem wir das Wohnmobil erreicht haben, ist es vorbei mit der Herbstsonne, und der Herbstregen übernimmt den weiteren Tag . Wir wollen nicht auf dem Darß übernachten, sondern haben uns als nächstes Ziel Wismar ausgeguckt. Die Stadt kennen wir bereits von anderen Besuchen, den Wohnmobilstellplatz jedoch noch nicht. Wir sind überrascht. Ein schön angelegter und zentral gelegener Stellplatz für 50 Fahrzeuge erwartet uns. Trotz des Feiertages sind in der Mittagszeit als wir ankommen noch viele Plätze frei. Der Stellplatz kostet 10 Euro, die man am Automaten bezahlt. Strom, Wasser und Dusche extra. Und es gibt ein hervorragendes freies Wlan. Nach dem wir uns eingerichtet und vor allem unseren Wassertank aufgefüllt haben, in Ribnitz war das Wasser abgestellt, beginne ich mit der Stadtbesichtigung der historischen Altstadt. Schade, dass ich Wismar immer im Herbst bzw. Winter und bei grauem Himmel zu sehen bekomme. Die schönen bunten Häuser bei blauem Himmel und Sonnenschein, das muss einfach fantastisch aussehen. Sonne habe ich heute keine, dafür rieselt aber feiner Regen vom wolkenbedeckten Himmel. Nach einer guten Stunde bin ich ziemlich kalt und nass, sozusagen nasskalt. Auf dem Rückweg noch etwas Feiertagskuchen gekauft und dann freue ich mich auf den warmen Kaffee im Mobil. Michael hat in der Zwischenzeit die Duschen ausprobiert und sie für gut befunden. Ich kann ihn gegen Abend nur schwerlich überreden, noch einen Spaziergang durch den alten Hafen zu machen und dabei regnet es nicht mal. Er kommt dann aber mir zu liebe noch mit. Und sogar noch in die Altstadt, die mit dem Einsetzen der Dunkelheit schön beleuchtet ist.
    Morgen geht es wieder zurück nach Hause. Eigentlich hätten wir noch einen Tag Zeit gehabt, aber in Anbetracht des nassen und kalten Wetters, das für dir nächsten zwei Tage angesagt ist, nutzen wir die Zeit noch zu Hause und machen es uns dort gemütlich. Das Wohnmobil schicken wir in den Winterschlaf. Es hat uns in diesem Jahr fast zwölftausend Kilometer sicher durch die Lande gefahren, und war fast ein Vierteljahr unser rollendes Zuhause. Im März, wenn es Frühling wird, geht es dann wieder los, in ein hoffentlich unfallfreies, erlebnisreiches und schönes Wohnmobiljahr.
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  • Day11

    Ribnitz-Damgarten

    October 30, 2017 in Germany ⋅ ⛅ 5 °C

    ......oder alle guten Dinge sind drei. Aber von Anfang an. Heute morgen Sonnenschein und blauer Himmel. Die richtige Kulisse für eine Spazierfahrt durch Fischland. Aber zunächst machen wir noch einen kurzen, einen sehr,sehr kurzen Abstecher nach Rügen. Nach dem Tanken ist Mathilde, unser Navi etwas irritiert und führt uns auf dem Rügendamm über den Strelasund nach Rügen und dann sofort über die Rügenbrücke wieder zurück. Das ist ein sehr großzügiges Drehen, um wieder in Fahrtrichtung zu kommen. Aber natürlich ist es wunderschön noch einmal die Stadt und den Strelasund bei diesem tollen Wetter zu sehen. Wir haben uns einen Stellplatz an einem weniger bekannten Ort ausgesucht. Barhöft/Klausdorf, dort soll es einen Stellplatz im Hafen geben. Wir fahren durch die schöne Herbstlandschaft, durch wunderschöne Alleen, durch winzige Orte, in denen die Zeit stehen geblieben scheint und über holpriges Kopfsteinpflaster, das jegliche Barrieren, Schwellen und dergleichen ersparen hilft, weil man hier eh nicht schneller als 20 km fahren kann. In Prohn entdecken wir einen Edekamarkt und halten kurzentschlossen, um Brot für den nächsten Tag zu besorgen. Und haben hier ein Erlebnis der etwas anderen Art. Es ist kaum etwas los auf dem Parkplatz, und während ich schnell in den Markt laufe, sucht sich Michael am Rand des Parkplatzes einen Platz, auf dem er mit dem Womo auf mich warten kann. Da er nicht längs parken kann, da er sonst die Fahrspur blockieren würde, parkt er quer über 2 Parkplätze. Als ich einige Minuten später aus dem Markt komme, traue ich meinen Augen nicht. Auf dem fast leeren Parkplatz hat sich ein PKW direkt vor unser Wohnmobil gestellt und uns quasi zugeparkt. Wohlgemerkt, auf dem großen Parkplatz parken insgesamt vielleicht gerade 10 PKW. Der Fahrer des PKWs schaut stur geradeaus und macht auch keinerlei Anstalten, zur Seite zu fahren, damit wir wegfahren können. Was soll das denn? Hat da wohl Jemand etwas gegen Wohnmobile? Aus Gewohnheit hat sich Michael nach hinten etwas Platz gelassen, das reicht, um diesen unangenehmen Zeitgenossen zu umfahren, Sachen gibt's, die gibt's eigentlich gar nicht.
    Wenig später kommen wir nach Barhöft. Ganz in der Nähe des Hafens befindet sich der schön angelegte Rasenstellplatz für Wohnmobile, und der ist völlig leer. Wir suchen uns einen Platz und gehen zum Hafen. Alles scheint schon ein wenig im Winterschlaf zu sein. Vereinzelte Spaziergänger genießen die Sonne und den Blick auf den Bodden . Nach einem Spaziergang gehen wir zurück zum Wohnmobil und entscheiden, weiterzufahren. Es ist uns einfach zu einsam hier. Weiter geht es durch die vorpommerische Boddenlandschaft in Richtung Barth. Kurz vor Barth geht es in Richtung Ribnitz- Damgarten und dann Richtung Saaler Booden in den Ort Neuendorf/ Saal. Auch hier gibt es einen Stellplatz im Hafen. Und zwar dieses Mal direkt am Wasser, nur leider ist der Rasenplatz gesperrt, weil er durch den Regen nicht mehr befahrbar ist. Ein Wohnmobil mit Surfern steht auf dem angrenzenden Parkplatz. Wir parken und machen einen Erkundungsgang. Aber auch hier ist es uns zu einsam. Nach Ribnitz- Damgarten, der Bernsteinstadt, ist es nicht weit. Wir fahren den dritten Platz an diesem Tag an und finden im Stadtteil Ribnitz einen Platz mit Boddenblick. Es stehen bereits 3 Wohnmobile hier, und die Stadt und der Hafen sind nicht weit. Hier gefällt es uns. Der Sturm Herwert aber hat auch hier seine Spuren hinterlassen. Zwei umgestürzte Bäume lassen uns ein wenig Abstand zu den noch aufrecht stehenden halten. Die Sonne taucht alles in goldenes Licht , aber der Nordwind ist empfindlich kalt. Ich unternehme gleich einen Spaziergang und erkunde Ribnitz ein wenig. Zunächst laufe ich in den Hafen. Im Sommer kann man von hier Ausflugsfahrten auf dem Bodden machen.Heute ist es eher ruhig hier. Wenn man von dem starken Wind einmal absieht,der die Fahnen zum Flattern bringt .Ich laufe die Mühlenstraße hinauf zur Gänsestraße. Von Weitem sehe ich schon die Kirche St.Marien. Übert die Gänsestraße gelange ich zum Marktplatz und zum Rathaus.Die bunten Häuser leuchten in der Nachmittagssonne. Interessiert schlendere ich die Lange Straße auf der einen Seite hinunter und auf der anderen wieder hinauf und schaue mir die Auslagen der vielen kleinen Läden an. So gelange ich zum Rostocker Tor. Das einzige der fünf Stadttore, das noch erhalten geblieben ist. Von dort ist es nicht mehr weit zum Wohnmobil auf der Gänsewiese. Direkt am Wohnmobilplatz verläuft der Rad- und Wanderweg um den Bodden, dem ich noch ein kleines Stück in Richtung Dierhagen folge. Dann freue ich mich auf einen heißen Kaffee im Wohnmobil. Am späten Nachmittag unternehmen wir noch einen gemeinsamen Spaziergang durch den Ort und durchstöbern den einen oder anderen Laden mit Erfolg.
    Der Stellplatz kostet von 20.00 Uhr bis 8.00 Uhr morgens 8 Euro. Es gibt Strom und VE. Das Wasser ist allerdings bereits abgestellt. Aber die Dame am Kiosk dreht es gern auf Nachfrage wieder für eine oder zwei Gießkannen an, wenn sie da ist.
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  • Day10

    Stralsund, die Zweite

    October 29, 2017 in Germany ⋅ 🌙 8 °C

    Bereits gestern haben wir Rügen verlassen und sind wegen des angesagten, katastrophalen Wetters noch einmal in Stralsund vor Anker gegangen. Dieses Mal auf dem zentrumsnah gelegenen Stellplatz an der Rügenbrücke. Hafen und Altstadt sind von dort aus fußläufig zu erreichen. Der Stellplatz bietet Platz für 50 Fahrzeuge und macht einen sehr guten Eindruck. Bei der Einfahrt zieht man ein Parkticket, mit dem auch die Sanitärgebäude zu öffnen sind. Der Stellplatz kostet pro Tag für 2 Personen 15 Euro. Strom,Wasser und Dusche 1€ extra. Es gibt einen Brötchenservice, aber auch ganz in der Nähe einen Discounter. Kaum haben wir uns etwas eingerichtet, wird aus dem Wind auch schon ein Sturm. Mit einem Regenschirm ausgestattet mache ich mich daher gleich auf den Weg zum Hafen und in die Altstadt. Ich hätte lieber die Regenjacke wählen sollen, denn noch bevor ich den Hafen erreiche, setzt starker Regen ein und der Sturm zerlegt den Schirm in kürzester Zeit. Ich flüchte in die Fußgängerzone. Hier kann ich dem Regen entgehen, indem ich mich ins Verkaufsgewühl der Läden stürze. Aber auch das Shoppen macht bei diesem Wetter nicht wirklich Spaß. Pünktlich um die Kaffeezeit bin ich daher durchgepustet und nass zurück beim Womo. Danach aber ist an eine Betätigung außerhalb des Wohnmobils nicht mehr denkbar. Der Sturm klatscht den Regen an die Wände des Wohnmobils und rüttelt und schüttelt das ganze Fahrzeug, während Plastiktüten und Äste durch die Luft gewirbelt werden. Im Radio gibt es Warnung vor dem Orkan Herwert und vor der Sturmflut. Dieses Weltuntergangszenario dauert nicht nur die ganze folgende Nacht, sondern auch noch den Sonntagvormittag an. Dann lässt der Sturm ein wenig nach, und die Sonne zeigt sich.Jetzt aber nichts wie hinaus und Frischluft tanken. Zunächst erst einmal in den Hafen. Der heftige, eiskalte Wind peitscht die Wellen hoch.Wie Fontänen spritzen sie über die Hafenbefestigung. Wir versorgen uns mit Fisch. Das wollten wir eigentlich gestern schon. Danach besuchen wir das Skurrileum, das Museum für komische Kunst, im Koggenspeicher auf der Hafeninsel.Wir haben unseren Spaß an den Familien-Cartoons der Ausstellung "Heile Bilder" und nicht nur uns hört man zwischendurch laut lachen. Dann treibt der kalte Wind uns aus dem Hafen in die etwas geschützteren Straßen der Altstadt. Mehr durch Zufall geraten wir in die Miniaturausstellung im Dielenhaus. Das Dielenhaus ist ein bedeutendes historisches Baudenkmal, in dessen Innerem man eine Miniaturausstellung von Stralsunder Bauten besichtigen kann. Der Sturm ist immer noch heftig, aber mit dem Erscheinen der Sonne und dem blauen Himmel hat er etwas von seiner Dynamik verloren. Nach einem wärmenden Kaffee geht es zurück zum Wohnmobil. Später, es beginnt schon fast dunkel zu werden, die Zeitumstellung, laufe ich zur Rügenbrücke. Über die alte Klappbrücke komme ich zur Halbinsel Dänholm. Auf der Brücke habe ich einen tollen Blick auf die Altstadt, die Hafen-Skyline und den Strelasund. Es ist aber so windig, dass ich nicht weiter unter den Bäumen auf der Insel weiterlaufen mag. So drehe ich ab und statte dafür dem Hafen noch einen letzten Besuch ab, bevor es zurück ins warme Wohnmobil geht.Read more

  • Day8

    Baabe

    October 27, 2017 in Germany ⋅ 🌙 10 °C

    .....oder nicht unbedingt mein Tag. Dabei war der Tag eigentlich als trocken und sonnig angesagt. Daher mache ich beim Frühstück den Vorschlag mit dem Rad nach Baabe, Göhren und Thiessow zu fahren. Damit stoße ich aber auf keine Gegenliebe, denn Michael hat noch immer Rücken von der gestrigen Quer-durch-den-Berg -Tour. Er würde diese Fahrt lieber mit dem Bus machen. Das finde ich aber nicht so verlockend. Der Kompromiss ist eine Strandwanderung nach Baabe mit der Option mit dem Bus weiter nach Göhren und Thiessow zu fahren. Ich schlage den Weg über die Seebrücke vor und dann über den Südstrand weiter. Dabei habe ich leider die Gezeiten aussen vor gelassen. Da, wo ich vor zwei Tagen noch an der Wasserlinie zum Südstrand laufen konnte, ist nun Meer. Es bleibt uns nichts anderes übrig als zurück zu gehen und den Weg über das Hochufer zunehmen. Auf dem Rückweg schwächelt Michael. Im war schon vorher etwas übel und nun hat er auch noch Bauchschmerzen bekommen. Wir gehen nicht zum Hochufer-Weg sondern zurück zum Womo, Während Michael sich hinlegt, nehme ich mein Fahrrad und mache mich auf den Weg, die anfangs überlegte Tour allein zu fahren. Ich komme bis Baabe, als feiner Nieselregen mich an der Weiterfahrt hindert. Einen Ortsbummel und einen Cappuccino später ( das Cafe Klatsch am Kurpark hat ausgezeichneten, selbstgebackenen Kuchen, klein aber empfehlenswert) ist aus dem Nieselregen ein ausgewachsener Landregen geworden, der meine Lust an der Weiterfahrt nach Thiessow drastisch auf den Nullpunkt senkt. Ich kehre um und fahre zurück zum Wohnmobil, das ich ziemlich durchnässt erreiche.
    Wenig später eine Überraschung: Bekannte vom Wohnmobilstammtisch sind in den Wohnmobilhafen eingelaufen. Sie haben sich hier mit Freunden verabredet.
    Und dann kommt sie doch noch einmal wieder, die Sonne und lockt mich auf eine lange Walkingtour über den Südstrand am Meer entlang nach Baabe und Göhren und wieder zurück. Und so bin ich wieder ein wenig versöhnt mit dem Tag und dem Wetter. Und das kurz vor dem Speichern dieses Berichtes das Internet sprich Wlan plötzlich den Geist auf gibt und ich darauf hin alles wieder neu schreiben muss, macht den Tag auch nicht gerade besser.
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  • Day7

    Mit dem Rad nach Binz

    October 26, 2017 in Germany ⋅ ☀️ 13 °C

    An Möglichkeiten, die nähere Umgebung von Sellin zu entdecken, fehlt es nicht. Wir können mit dem "Rasenden Roland" nach Binz oder Sassnitz, mit dem kostenlosen Bus über die Rügendörfer fahren, eine Strandwanderung Richtung Baabe oder Göhren machen, oder eine Radtour nach Binz oder Thiessow machen. Wir entscheiden uns für das Rad und Binz und folgen den Radwegweisern. Zunächst geht es angenehm und schön durch den Ort und danach durch den Wald. Wunderschön zu fahren, bis zur Hälfte der Strecke. Dann ist die Gegend zwar immer noch wunderschön, nur der Radweg nicht mehr. Es sei denn, man fährt ein Mountain-Bike. Was wir definitiv nicht tun, und so kommen wir mit ziemlich verkrampften Händen und durchgeschütteltem Körper in Binz an. Ein Parkplatz für die Räder ist schnell gefunden. Dann lassen wir uns von dem Strom der Urlauber mit zur Seebrücke treiben. Alle Achtung! Für die Jahreszeit ist ja noch richtig was los hier. Sellin dagegen nimmt sich da eher beschaulich aus. Wie sieht das denn hier erst im Sommer aus? Auch hier wieder wunderschöne Villen mit ihren geschnitzten Veranden. Alles schneeweiß. Der Praktiker in mir denkt gleich an die Arbeit, die diese aufwändigen Hausverzierungen machen, damit alles so schneeweiß bleibt und nicht zu moosgrün mutiert. (Ich weiß wovon ich rede, auch wenn es bei uns nur um eine weiße Pergolla geht).Regelmäßig abwaschen und streichen ist Pflicht. Schönheit zu erhalten hat seinen Preis. Warum sollte es Häusern besser ergehen als Menschen ;-). Eine Ausnahme in der Farbe macht das Kurhaus. Es zeigt sich in einem mondänen Vanillegelb und leuchtet schon von Weitem. Tres chic, die Eleganz vergangener Zeiten. Die alte Dame wundert sich heutzutage sicher über die in Turnschuhen und wetterfeste Funktionsbekleidung wandelnden Besucher auf der Promenade. Da hat sie doch schon etwas anderes gesehen.
    An der Seebrücke legt gerade ein Ausflugsschiff an. Die Passagiere drängeln sich auf der Brücke, um einzusteigen. Jeder will der Erste sein. Vor der Seebrücke hält der Touristenzug. Er befördert Interessierte zum Jagdschloss. Am Jagdschloss sind wir gerade nicht interessiert, aber an einer Tasse Kaffee nach über 3 Stunden Rad fahren und Badeort besichtigen. Danach schlagen wir den Heimweg ein. Aber dieses Mal nicht den Radweg am Ufer, der so schlecht zu befahren war, sondern wir wählen den Weg über das Jagdschloss Granitz. Keine gute Entscheidung. Jetzt kommen zur holprigen Fahrbahn auch noch 14 % Steigung und die entsprechende Abfahrten dazu . Immerhin haben wir so dem Jagdschloss,derer zu Putbus, auf dem Tempelberg inmitten des riesigen Waldgebietes auch einen Besuch abgestattet. Die Besteigung des Schlossturms mit seinen 154 freischwebenden Treppenstufen im Innenraum des Turmes fällt wegen mangelnder Nervenstärke aus. Und so fällt auch der Panoramablick über Rügen aus. Wir haben im Moment ganz andere Probleme. Wir finden da oben keinen Radwegweiser mehr und haben keine Ahnung, welche der vier Richtungen die nach Sellin ist. Die Dame vom Schlossimbiss schickt uns den ganzen mühsam erklommen Berg wieder hinunter. Über Wanderwege suchen wir dann den Weg aus dem Wald zum Radweg an der B196 . Dann rollt es aber vom Feinsten bis.....der Radweg in einer Baustelle abrupt endet und auf der anderen Seite weitergeführt wird. Kein Problem sollte man meinen. Riesenproblem, wenn man den Verkehr auf der B196 kennt, bei dem die Autos von beiden Seiten wie Perlen auf einer Schnur vorbei rauschen .Auf der gefahrenen Seite bleiben geht auch nicht, da würden wir in den Gegenverkehr geraten. Keiner lässt uns passieren. Auch mein Winken nützt nichts, es ist Michael eher peinlich. Irgendwie haben wir es nach längerer Zeit dann doch geschafft, mit heiler Haut die Seite zu wechseln. Aber es war schon ein sehr gefährlicher Abschluss unserer Radtour. Am Wohnmobil zurück packt Michael sein Rad gleich auf den Radträger. Sein Bedarf am Rad fahren ist für heute erst einmal gedeckt. Auch ich mache mich später lieber wieder zu Fuß auf den Weg zum Selliner See und dem Hafen, der schon im Winterschlaf zu liegen scheint. Danach besuche ich den Friedensberg im Kurpark.Der Friedensberg ist das Herzstück vom neu angelegten Kurpark Sellin und soll mit seinen verschiedenen besonderen Plätzen Körper und Geist in Einklang bringen. Von hier oben hat man auch einen schönen Blick auf die Ostsee und den Selliner See. Mein Körper und Geist sind sich danach sehr einig: genug gesehen, genug gelaufen, zurück zum Wohnmobil.
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  • Day6

    Sellin auf Rügen,

    October 25, 2017 in Germany ⋅ ☀️ 14 °C

    Die ganze Nacht hat es geregnet und auch beim Aufstehen ist alles nass und grau. Plan B wäre, noch einen Tag in Stralsund zu verbringen und dem Ozeanum und dem Hansedom unsere Aufwartung zu machen. Dabei ist das Wetter egal. Aber für was habe ich einen Wetterkundler an Bord, der mir mindestens 5 Stunden Sonne auf Rügen verspricht. Angesichts des strömenden Regens, der uns auch noch auf der Fahrt über die Rügenbrücke begleitet, bin ich da eher skeptisch. Wir sind kaum in Sellin auf dem Stellplatz angekommen , da hört es auf zu regnen und keine 15 Min später scheint doch wirklich die Sonne. Auf dem Stellplatz finden wir einen schönen Platz auf einer Anhöhe. Mit einer der schönsten Stellplätze. Wenn es auch später etwas kniffelig sein wird, ihn wieder zum Verlassen. Der Preis von 15 Euro ist schon recht ordentlich, zumal noch pro Person 2, 60 Euro Kurtaxe dazu kommt. Strom, Duschen und Wasser extra . Angesichts der Sonne mache ich mich sofort auf den Weg an den Strand. Das geht recht fix durch das kleine Tor, für das wir einen Schlüssel bekommen haben und dann über den Berg. Der Schlüssel passt auch für den Sanitärbereich und das Haupttor, das um 19.00 Uhr geschlossen wird .Im Sonnenschein schlendere ich am Strand entlang, Richtung Seebrücke. Es ist fast windstill und so warm, das ich die Jacke ausziehen kann. Ein schöner Spaziergang, bei dem ich das Ausmaß des Ufer-Abruches erkennen kann. Ganze Bäume sind mit abgestürzt. Die Seebrücke liegt wunderschön im Sonnenlicht.Obwohl die Saison längst vorbei ist, sind viele Urlauber noch unterwegs Steil führt eine Holztreppe von der Seebrücke hoch zur Wilhelmstraße. Wer sie nicht schafft, muss nicht unten bleiben, sondern kann bequem mit einem Fahrstuhl hochfahren. Die Wilhelmstraße ist die Prachtstraße von Sellin. Jede, der aufwendig renovierten Villen gleicht einem kleinen Schloss und beherbergt edle Läden, Gastronomie oder Hotels. Die leckeren Angebote der Restaurants erinnern mich daran, das die Mittasgszeit schon vorbei ist. Zurück zum Womo, nach etwa Essbarem gesucht und Mittag gemacht .Das denkt sich auch die Sonne, verschwindet vorerst einmal.und schickt dafür Regen und Wind. Am Nachmittag kommt Sie aber wieder und beschert uns auf einem weiteren Spaziergang zur Seebrücke und durch den Ort traumhaftes Licht zum Fotografieren. Morgen erkunden wir die Gegend mit dem Rad.Read more

  • Day5

    Unterwegs in der Altstadt von Stralsund

    October 24, 2017 in Germany ⋅ ☀️ 11 °C

    Mein persönlicher Wetterberater hat etwas versagt. Keine Sonne für den Stralsunder Altstadttrip wie versprochen. Aber immerhin regnet es nicht. Das ist für Ende Oktober doch auch was. Laufen, Radfahren oder den Bus nehmen. Das ist die zentrale Frage.Wir entscheiden uns fürs Rad und das zeigt sich als gute Wahl. Zu Fuß wären es dann doch fast 6 km bist zum Alten Markt gewesen. Aber mit dem Rad läuft die erste Hälfte auf dem Radweg am Bodden ganz gut und autofrei. Die zweite Hälfte führt auf dem Radweg an der Straße weiter. Über das Wulflamufer entlang des Franken-Teiches erreichen wir die Altstadt. An der Marienkirche am Neuen Markt stellen wir die Räder ab. Es ist gerade Markt. Allerlei Krimskrams wartet darauf, gekauft zu werden. Aber auch Leckereien aus dem nahe gelegenen Polen finden hier ihre Käufer. Mein Begleiter hat doch gleich den Stand mit der Thüringer Bratwurst entdeckt. Noch viel zu früh. Erst die Arbeit, sprich den Stadtbummel, dann die Wurst. Vorsorglich fragt Mann noch, wie lange der Stand geöffnet hat, bevor er mit mir in die Fußgängerzone der Mönchsstraße einbiegt. Wir lassen uns durch die Fußgängerzone treiben und wechseln die Sicht zwischen dem Warenangebot der Läden und den schönen Fronten der alten Bauten. Nebenbei kann ich Michael überreden, seine Herbst-und Wintergarderobe upzudaten.So schnell bekomme ich ihn nämlich nicht wieder zum Shoppen. Zwischen Kunst und Konsum gelangen wir zum Alten Markt und zum Rathaus. Sehr beeindruckend , das zweistöckige Rathaus mit Läden und Gastronomie. Auch der alte Markt mit seinen bunten Häusern gefällt uns. Alles schön renoviert. Aber nun muss erst einmal ein Kaffee her. Der Coffeinspiegel ist drastisch gesunken und muss wieder aufgefüllt werden, damit die Anforderungen der nächsten Stunden erfüllt werden können. Bei so viel Auswahl ist es schon schwierig, das geeignete Lokal zu finden.Jedenfalls für uns. Danach aber geht es frisch gestärkt weiter zum Johnanniskloster und dann zum Hafen. Vorbei am Skurrilum, einem Museum für “Komische Kunst". Im Hafen liegt die Gorch Fock auf dem Altenteil und muss tagtäglich neugierige Touristen auf sich herumtrampeln lassen. Wir schauen sie uns deshalb nur vom Hansakai aus an. Auffällig ist das Ozeaneum, das mit seiner modernen Bauweise zwischen den alten Gebäuden wie ein gestrandetes Ufo im Mittelalter aussieht. Das ist übrigens durchgängig zu beobachten: In die Baulücken zwischen den denkmalgeschützten Häusern hat man in allen Stilrichtungen munter drauflos gebaut. Am Hafenkai locken überall Fisch-Imbisse und kleine Fischlokale. Es fällt schwer, zu widerstehen. Aber die Thüringer wartet. Vom Hafen laufen wir die Papenstraße entlang bis zur Jacobikirche und dann zurück zur Marienkirche. Am Bratwurststand wird die letzte Braune gerade vor unseren Augen verkauft. Na, so was. Jetzt müssen wir warten, bis die Weißen ihr Aussehen geändert haben. Der Bräter wendet nicht nur gekonnt die Wurst, sondern unterhält uns auch launig in der Zwischenzeit. So gestärkt und menschlich informiert können wir langsam den Rückweg bzw. die Rückfahrt antreten. Aber vorher muss ich mir die Marienkirche noch einmal von innen anschauen. Und wieder einmal bin ich fasziniert davon, was Menschen in einer Zeit ohne Kran, Computer und sonstige Hilfsmittel geleistet haben. Auf der Heimfahrt beschäftigt mich noch lange die Frage, wie der goldene Hahn zum Schluss oben auf die Kirchturmspitze gelangt ist. Mit einer Leiter sicher nicht. Wenn ich zurück bin, muss ich einmal Google fragen.Read more

  • Day4

    Stralsund

    October 23, 2017 in Germany ⋅ 🌧 11 °C

    Heute Morgen regnet es vom Feinsten. Feiner Sprühregen zaubert ein Bild von Tristesse und Weltuntergang vor unserem Womofenster. Nichts wie weg aus diesem depressiv machenden Umfeld. Laut meines persönlichen Wetterkundlers und seiner Allwetterapp soll die Sonne heute am ehesten in Stralsund zu finden sein. Also...worauf warten wir noch. Ab, ab in den Norden. Der Sonne hinterher. Stralsund liegt zudem strategisch gut. Egal, ob wir von dort aus auf Sonnensuche nach Usedom, Rügen oder auf den Darß wollen. Auf den über 200 km bis dorthin, die Fahrt geht zunächst über dieä ziemlich neue Autobahn in Richtung Wismar, kommt das Wohnmobil aus der Regenwäsche nicht heraus. Der Regen hört dann 50 km vor Stralsund auf und am Horizont zeigte sich ein heller Streifen. Das dicke Wolkenkleid reißt an einigen Stellen auf und lässt aufreizend ein wenig Blau des Himmels sehen. Mir ist, als würde sich hinter einer dicken Wolke die Sonne verstecken. Das lässt für den Tag hoffen. Als wir Stralsund erreichen, scheint die Sonne, und der goldene Oktober meldet sich allerdings nur kurz nochmal zurück.Wir erreichen den Wohnmobilstellplatz Stralsund und fahren direkt daran vorbei. Das Hinweisschild stand hinter der abzubiegenden Straße. Aber dann fahren wir auf einen Wohnmobilplatz vom Feinsten. Hier hat Jemand richtig viel Geld in die Hand genommen, um diese 15 Plätze anzulegen. Es ist schon fast ein Minicamp. In den 15 Euro Stellplatzgebühren pro Mobil und Nacht sind außer VE auch Dusche, Toilette und Wlan sowie 4 Brötchen enthalten. In der Mitte des Platzes befindet sich ein Freizeitbereich mit Tischen und Bänken, Feuerstelle und einer finnischen Feurejurte. Wir haben die große Auswahl, was schon schwierig ist, Aber heute müssen wir nur einmal umsetzen, um wunschgemäß zu stehen. Außer uns steht nur ein Wohnmobil auf den sauber geschotterten bzw. gepflasterten Plätzen. Aber es ist ja auch noch früh. Der Stellplatz liegt am Rande eines Industriegebietes ca 5 km von der Innenstadt entfernt. Die Bushaltestelle ist genau gegenüber, und die Busse fahren viertelstündlich. Ich will mir erst einmal die nähere Umgebung anschauen. Das Wasser muss doch ganz in der Nähe sein. Und wirklich , nicht weit hinter dem Stellplatz finde ich zwischen Wohnblöcken einen Weg ,der zum Ufer des mittleren Strelasunds führt. Eine Treppe führt direkt an einen kleinen Strand. Das hätte ich hier nicht vermutet. Ein schön angelegter Rad-und Wanderweg führt entlang der Wasserlinie. Ich folge ihm und bringe in Erfahrung, dass man auf ihm direkt mit dem Rad in die Altstadt oder in der anderen Richtung zur Halbinsel Devin mit den schönen Wanderwegen fahren/gehen kann. Bis zur Halbinsel Devin schaffe ich es zwar nicht, aber bis zum Rewe, um Kuchen für den Nachmittagskaffee zu kaufen. Der Rewe liegt an der Greifswalderchausee in einem Einkaufsgebiet. Hier könnte man sich an einem Regentag den ganzen Tag aufhalten und Supershopping betreiben, denn alle Läden vom Autohändler bis zum Küchenstudio sind vertreten. Mit reicht aber für heute der Kuchen.Einige Zeit später, der Kuchen ist dem ihm zugedachten Zweck zugeführt worden, erkunden wir die andere Richtung des Wanderweges. Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein können wir bis zur Rügenbrücke, der Halbinsel Dänholm und nach Rügen hinüberschauen. Ein wunderschöner Spaziergang. Die Sonne geht schon fast unter, als wir zurück am Wohnmobil sind. Es stehen inzwischen 4 weitere Mobile hier. Morgen werden wir mit dem Rad in die die Altstadt fahren.Read more

  • Day3

    Stadthafen Grabow

    October 22, 2017 in Germany ⋅ 🌧 10 °C

    Gegen frühen Nachmittag erreichen wir den Stellplatz im Stadthafen von Grabow. Der Platz ist schön angelegt und hat Platz für 15 Fahrzeuge mit Blick auf die Elde. Es sind außer Stromsäulen auch Toiletten und Duschen vorhanden so wie VE .
    Leider ist der Sonne auf dem kurzen Weg hierher die Puste ausgegangen, und es türmen sich bereits dicke Wolken am Himmel, die nichts Gutes verheißen. Deshalb machen wir uns sofort nach der Ankunft auf Erkundungstour. Ein wahrlich weiser Entschluss, wie sich später herausstellt. Aber zunächst wollen wir in die Schaumkuss-Manufaktur. Als ich den Namen Grabow hörte, fielen mir sofort die süßen, schwarzen Schokoladenküsse ein und ich wurde nicht enttäuscht. Hier in Grabow werden sie hergestellt. Und...man kann sogar seinen eigenen Schaumkuss in der Manufaktur kreieren, so die Werbung auf dem Schild am Stellplatz.Außerdem soll es dort auch ein Cafe geben. Meine Freude ist leider etwas voreilig gewesen, denn die Manufaktur hat außerhalb der Saison nicht am Sonntag geöffnet. So machen wir einen Rundgang durch die bunte Fachwerkstadt, die an diesem Sonntagnachmittag wie ausgestorben wirkt. Zurück am Hafen gibt es dann aber doch noch etwas Süßes zum Sonntagskaffee. Das Eiscafe Eiszauber direkt am Hafen hat nicht nur viele ausgefallene Eissorten sondern auch leckeren Kuchen. Gerade als wir dort eingekehrt sind, öffnet der Himmel seine Schleusen und es gibt einen ordentlichen Schauer. Zum Wohnmobil sind es nach dem Kaffetrinken nur ein paar Schritte, die allerdings durch den Regen.Read more

  • Day2

    Ludwigslust

    October 21, 2017 in Germany ⋅ ☀️ 12 °C

    Das erste Ziel unserer Herbsttour ist Ludwigslust in Mecklenburg Vorpommern. Auf den Wohnmobilstellplatz hinter dem Schloß finden wir einen nagelneu angelegten Stellplatz für 16 Mobile mit Stromanschluss und VE für 7 Euro. Jetzt im Spätherbst zeigt sich der Ort etwas verträumt, aber nicht tot. So wie wir es lieben. Keinen Stress bei der Stellplatzsuche sondern noch viel Auswahl, Cafes und Läden geöffnet, aber kein Massenandrang. Ein schöner Herbstspaziergang durch den Schlosspark und durch die Straßen mit den sorgsam restaurierten Häuser der Altstadt ist ein wahrhaft königlicher Beginn unserer Herbsttour, bei der wir uns ein wenig treiben lassen wollen, mit dem Kurs Nordosten.
    Am Abend beschließen wir zur Feier des Tages, ein Urlaubsbeginn ist immer ein Grund zum Feiern, Essen zu gehen. Die "Alte Feuerwache" soll es sein. Sie war mir schon beim Stadtbummel aufgefallen, klein, gemütlich, liebevoll dekoriert aber leider mit Reservierungsschildern auf allen Tischen. Hier bekommen wir heute keinen Platz mehr. Wir trösteten uns damit, eine gute Wahl getroffen zu haben, auch wenn sie uns nichts genutzt hat. Beim Italiener an der Schloßstraße finden wir wenig später einen Platz und auch leckeres Essen.
    Am kommenden Morgen ist die Sonne, die mir Michael gestern versprochen hat, endlich da und animiert mich zu einer ausgedehnten Walkingtour durch den Schloßpark Wunderschön herbstlich leuchten mir die verschiedenen Ecken und Winkel des Parks entgegen. Ein Traum in gelb, grün und rot. Leider sind viele Wege noch gesperrt. Das Unwetter vor 14 Tagen hat ganze Arbeit geleistet und überall liegen auch hier entwurzelte Bäume und abgerissene Äste auf den Wegen. Absperrzäune und Schilder mit dem Hinweis auf Lebensgefahr verdeutlichen die Situation. Unterwegs komme ich ins Gespräch mit einer älteren Frau. Sie erzählt mir vom Unwetter, das vor kurzem hier gewütet hat. So etwas hat sie in den über 7o Jahren, die sie hier im Ort wohnt, noch nie erlebt, sagt sie. Dann zeigt sie auf das gegenüberliegende Prinzenpalais und macht ihrer Empörung Luft. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde nach der Wende für einen symbolischen Betrag von einem Euro von der Treuhand an einen Architekten verkauft, der daraus 72 seniorengerechte Wohnungen machen wollte und auch die nötigen Fördergelder bekommen hatte. Die Fördergelder flossen in andere Projekte und der Prinzenpalais gammelt seit 27 Jahren vor sich hin. Ein Schandfleck für den Ort, so die Meinung der ehemaligen Angestellten des Bauamtes. Dann gibt sie mir noch den Tipp mit auf den Weg, unbedingt die Schloßkirche zu besichtigen. Wenig später bestaune ich die auf 1000 Pappmascheeplatten bemalte Rückwand der Kirche, deren Malerei nahtlos in die Kuppel übergeht. Auch die 6 großen goldenen Leuchter auf dem Altar sind aus Pappmaschee, lese ich erstaunt im Infoblatt, das mir ein netter Herr zu Beginn der Besichtigung gegeben hat. Die Schloßkirche habe ich zunächst gar nicht als Kirche wahrgenommen, da sie keinen Kirchturm hat und auch von außen nicht unbedingt wie eine Kirche aussieht. Als ich nach dieser wunderschönen und informativen Tour zurück zum Wohnmobil komme, hat Michael schon einen Plan für den weiteren Verlauf des Tages gemacht: es soll nach Grabow in den Stadthafen gehen. Ich habe die Wahl, die 10 km mit dem Rad oder mit dem Wohnmobil zu fahren.Eigentlich bei dem Sonnenschein eine schöne Alternative, aber in Anbetracht dessen, dass der Radweg zum größten Teil an der B5 entlang führt, entscheide ich mich für die Fahrt auf der B5 im Wohnmobil.
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