Tongariro Alpine Crossing (1.968m)
January 13 in New Zealand ⋅ ☁️ 11 °C
3.00 Uhr: Der erste Wecker geht und ich möchte mich nochmal umdrehen. Bin zu spät eingeschlafen für einen so frühen Wecker.
3.15 Uhr: Der zweite Wecker geht und jetzt muss ich aber raus aus dem Bett. Bircher Muesli und Orangensaft zum Frühstück, erste Schicht Sonnencreme. Laut Bergwettervorhersage hab ich heute den einzigen wolkenfreien und regenfreien Tag seit einer Woche und für den Rest der Woche erwischt. Das frühe Aufstehen muss sich also bitte lohnen. 😊
3.30 Uhr: Der Notfallwecker geht, falls ich die ersten zwei verpasst habe. Packliste: Essen und Trinken für zwei - wäre nicht das erste Mal, dass ich jemandem aushelfe, weil er/sie den Weg unterschätzt.
3.45 Uhr: Abfahrt zum Shuttle Bus, der mich zum Startpunkt der Wanderung bringt. Doch erst einmal liegen 90km Fahrt vor mir. Die ersten 50km am Taupo See entlang. Vor mir dunkel, hinter mir dunkel, rechts und links noch mehr dunkel. Kaum ein anderes Auto ist auf der Straße, die Welt schläft noch.
4.30 Uhr: Kurze Pause am Straßenrand. Nur die Vögel zwitschern schon. Die Nacht ist sternenklar.
5.30 Uhr: Warten auf den Shuttle. Es wird langsam hell und Mt. Ngauruhoe (oder für viele eher bekannt als Mt. Doom, der Schicksalsberg) wird schon ein wenig angestrahlt. Es ist das erste Mal, dass ich den frühesten Shuttle nehme, um den Sonnenaufgang auf der Überquerung zu erleben. Etwa 30 andere Leute warten mit mir auf den Shuttle. Immer noch weniger als die restlichen (gefühlten) 20.000 Leute, die heute die Überquerung machen werden.
5.45 Uhr: Ich bin enttäuscht. Weit und breit kein Shuttle zu sehen. Habe extra mehr bezahlt, um den ersten Shuttle, den es online zu buchen gab, zu bekommen. Zur gleichen Uhrzeit wie jetzt fahren auch andere, günstigere Shuttles.
6.05 Uhr: Endlich kam der Shuttle und ich bin am Startpunkt der Wanderung. Frust abschütteln, Genuss einschalten - so oder so wird es schön!
8.00 Uhr: Den ganzen Tag wolkenfrei? Da hat sich die Bergwettervorhersage ganz schön geirrt... Es gibt fast nichts zu sehen. 🌬️ ☁️ Die Kartoffel hat sich nur ein Mal kurz raus getraut aus dem Rucksack. Ihr war es zu kalt und windig.
9.30 Uhr: Nach einem Festmahl als Frühstück (warmer Tee, Avocado-Zitronen-Pampe, Pizza-Schnecke und Obstsalat) bin ich gestärkt und die Aussicht hat sich ganz kurz verbessert. Und dann war sie wieder weg. Der rote Krater wollte sich mir heute einfach nicht zeigen. Ein paar andere Glückspilze, die in den richtigen Sekunden dort standen, wenn sich ein Loch in der Wolkendecke aufgetan hat, die konnten ihn heute sehen. Dafür hab ich die Emerald Lakes sehen können und ein paar Panorama-Sichten. 🏔️
12.32 Uhr: Ich hab's geschafft! Die zweite Hälfte, runter von der Vulkankette, zieht sich immer sehr. In Serpentinen das Tal hinab, bis man im Busch und letztendlich am Parkplatz ist, wo mich der Shuttle wieder abholt (um 13 Uhr). Netto-Laufzeit unter 5 Stunden (die Wanderung ist für 6-8 Stunden angesetzt). So schnell/fit war ich noch nie auf der Überquerung. 💪 KO bin ich jetzt trotzdem. 🙃
Trotz eingeschränkten Sichtverhältnissen bin ich froh, dass ich die Wanderung wieder gemacht habe. Es ist einfach jedes Mal anders und am Ende macht das Wetter eh, was es will - Vorhersage hin oder her.Read more




























TravelerAuch trotz eingeschränkter Sicht: tolle Stimmung und starke Bilder. Sieht nach einer wunderbaren Tour aus!
Travelerwow, trotz nebel tolles gefuehl mal mitten drin zu sein und nach den paar licht/ausblicheblicke zu jagen :)
TravelerBraucht etwas Geduld und Durchhaltekraft. Trotz vier Lagen war mir irgendwann dann doch kalt. Es gibt auch nirgends Shelter vom Wind. Nur kleine Felsbrocken, neben denen man sich vor dem Wind etwas verstecken kann.