Tirana II
October 5, 2023 in Albania
Nach der erfolgreichen Reparatur von Philipps Rucksack hatten wir dann auch glücklicherweise wieder den Kopf frei für weitere Erlebnisse 🤭
Was gab es also in Tirana noch so zu tun? Eine Menge und wir haben uns für folgende Aktivitäten entschieden:
🪨 „Bunk‘Art“ nennt sich ein Museum, welches teils verstörende Einblicke in die Entwicklungen rund um das Thema innere Sicherheit insbesondere im kommunistischen Albanien liefert. Wie der Name bereits vermuten lässt, befindet sich das Museum in einem ehemaligen Schutzbunker, wie sie der kommunistische Diktator Enver Hoxha während seiner gut 40-jährigen Herrschaft 100.000-fach errichten ließ, da er zeitlebens Angst vor einem Atomkrieg hatte. Ansonsten erfährt man sehr viel über die „Sigurimi“ (also „Sicherheit“) genannte Geheimpolizei, deren Verhörmethoden und die Internierungslager für politische Häftlinge. Spannend, aber keine leichte Kost!
🕌 A propos „leicht“: Locker geht man im ganzen Land offensichtlich mit dem (vorwiegend) muslimischen Glauben um. Es gibt zwar immer wieder beeindruckende Moscheen im osmanischen Stil und hier und da ist ein Muezzin zu vernehmen, aber nach unseren Erfahrungen aus dem Nahen Osten ist der Glaube hier zumindest in der Öffentlichkeit nicht sehr präsent.
🚠 Hoch hinaus gen Himmel geht es hier aber auch ganz ohne Religion, nämlich mit der Seilbahn „Dajti Ekspres“ auf den namensgeben Berg Dajti. Zur Talstation kann man übrigens für 40 Lek (ca. 40 Cent) vom Stadtzentrum aus mit dem Bus gelangen. Oben auf dem Berg findet sich eine etwas seltsam anmutende Szenerie aus einem verlassenen und einem neuen Hotel und verschiedenen „Attraktionen“ (Pferdereiten, Off-road-Buggies, Schießstände mit Kalaschnikow-Imitaten, ein verlassener Hochseilgarten und ein sehr teurerer Minigolfplatz). Der Ausblick auf die Stadt und die Seilbahnfahrt selbst sind es uns aber absolut wert gewesen!
🔺Einen Ausblick auf die Stadt konnte man auch von der „Pyramide“ aus genießen. Es handelt sich zwar eher um einen pyramidenartigen Bau als eine richtige Pyramide, ist aber wirklich ganz nett, um sich ein wenig umzusehen. Das Gebäude hat mal ein Museum über den Diktator berherbergt, wird aber seit ein paar Jahren zu einem Veranstaltungsort umgebaut.
🧑🍳 Nach all den Sehenswürdigkeiten und der quirligen Stadt hatten wir dann vor allem eines: Hunger! Da bot sich Meikes Überraschungs-Aktivität sehr gut an, um dagegen etwas zu unternehmen. In einem Kochkurs lernten wir die Klassiker der albanischen Küche kennen: Lamm bzw. Rind in Joghurtsoße, „Börek“-artige Tarte mit Spinatfüllung und Kekse, die nach dem Backen in Zucker-Zimt-Wasser getränkt werden. Insbesondere auf das Lamm in Joghurtsoße ist man in Albanien derart stolz, dass die leckeren vegetarischen Gerichte zum Teil ein wenig in den Hintergrund treten. Es gibt nämlich z. B. mit Reis gefüllte Paprika, frittierte Reisbällchen („Qifqi“) oder eine Art geschichteten Pfannkuchen („Fli“) und dergleichen mehr.
🚌 Derart gestärkt konnte es für uns dann weitergehen zu unserem nächsten Ziel (Beitrag folgt): Berat. Ganz Albanien-typisch (und auch nicht anders möglich) nutzt man hierfür den Bus. Wobei wir eher finden, dass die Bezeichnung „Sammeltaxi“ passender wäre, denn so richtig verbindliche Fahrpläne scheint es nicht zu geben (geschweige denn online) und die Busse fahren meist los, wenn sie voll sind. Das „neue Busterminal“ in Tirana, wie es von den Leuten genannt wird, ist übrigens echt nicht mehr als ein großer, chaotischer Parkplatz. Busse werden ausgerufen und dann geht man da halt hin. Dafür ist es günstig und funktioniert überraschend gut!Read more











