• Mostar (Мостар) und Umgebung

    Sep 23–26, 2025 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ☀️ 28 °C

    Nachdem uns Sarajevo ja irgendwie schon sehr gut gefallen hat, waren wir jetzt natürlich sehr gespannt auf Mostar, dem der Ruf anhängt, noch viel schöner zu sein. Und was soll man sagen: Die Altstadt mit ihren verwinkelten, kopfsteingepflasterten Sträßchen, die kleinen osmanischen Moscheen und natürlich der (Mo)Star unter den Attraktionen, die alte Brücke: Schön ist das alles, sehr sogar. Aber Sarajevo hat für uns trotzdem gewonnen. Was uns nämlich hier in Mostar fehlt ist die Möglichkeit, in der Altstadt auch schön zu verweilen und sich damit auch irgendwie vorzustellen, wie es hier so unter osmanischer Herrschaft zuging. Gab es in Sarajevos Altstadt noch überall kleine Cafés und Restaurants an jeder Ecke, ist Mostars Altstadt fast ausschließlich gespickt mit Souvenirläden; einkehren muss man dann in der zweiten Reihe oder auf abgesetzten Terrassen, die nur dazu dienen, die alte Brücke in Szene zu setzen. A propos alt: Die ursprünglich 1566 errichtete Brücke zwischen dem vorwiegend muslimischen Ostteil und dem vorwiegend katholischen Westteil der Stadt wurde 1993 von kroatischen Truppen zerstört und nach längerer Restaurierung erst 2004 wieder eröffnet.

    Rund um Mostar gibt es auch noch ein bisschen was zu sehen, nämlich die Kravica-Wasserfälle (ähnlich den kroatischen Krka-Wasserfällen) und das (nicht mehr für ursprüngliche Zwecke genutzte) Derwisch-Kloster in Blagaj (sprich: Blagai).

    Die Wasserfälle sind per Auto in etwa einer Stunde von Mostar zu erreichen und in der Tat schön anzusehen, das Wasser scheint hier ungebremst einfach durch die Natur zu fließen. Ein kurzer Abstieg vom Parkplatz führt an die Wasserfälle, unten sind mehrere Restaurants und Cafés und bei sehr warmen Temperaturen kann man auch baden. Die Dimensionen des Parkplatzes und der unmittelbar umliegenden Gastronomie deuten darauf hin, dass hier im Sommer richtig was los ist und so waren wir froh, gegen Saisonende hier gewesen zu sein.

    Ähnlich verhält es sich mit der Tekke (also dem Derwisch-Kloster), das sich neben einer kleinen Grotte an eine imposante Felswand schmiegt: Eigentlich ein schöner (und irgendwann in der Vergangenheit auch mal spritiueller) Ort, der jetzt nur durch ein Spalier von Souvenirständen oder entlang unzähliger Restaurants zu erreichen ist.

    Beide Orte haben wir (da Philipp seit zwei Tagen erkältet ist) sehr gemütlich auf einem Tagesausflug von Mostar aus besucht.

    Was uns hier in der Region noch mehr auffällt als bereits in Sarajevo: Auch Bosnien ist touristisch längst kein Geheimtipp mehr, ist es aufgrund der Lage doch gerade im südlichen Teil scheinbar überflutet mit Tagestouristen aus dem kroatischen Dalmatien. Dementsprechend dürfen auch hier keine stereotypen Balkanpreise erwartet werden. Damit uns da niemand falsch versteht: An Tourismus soll sehr gerne Geld verdient werden und das ist schon alles okay so.
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