Nagjir Beach - LP Schiff
Feb 16–17 in Morocco ⋅ 🌬 20 °C
Bereits Abends komme ich bei dem von mir auserkorenen Schiffswrack zwischen Foum el-Oued und El Marsa an auf dem brandneuer Parkplatz an.
Trotz der bereits eingebrochenen Dämmerung, möchte ich noch einen Blick erhaschen und gehe dazu auf die ebenfalls neue Promenade links hinunter, bis sich das Schiff direkt vor mir am Strand zeigt. Außer ein paar Hunden begegne ich nichts und niemanden.
„Ziel erfüllt!“, denke ich mir, gehe zurück zum Chälli und entscheide mein Abendessen vorzubereiten (rote Linsen mit den neuen marokkanischen Gewürzen und frischen Knobi). Nach circa einer Minute klopft es an der Tür und ein attraktiver junger Marokkaner in Militäruniform samt Gewehr steht vor mir und begrüßt mich äußerst herzlich. Er fragt nach meinem Pass und wo meine Frau ist. Auf die Antwort hin, dass es keine Frau gibt, scheint er zuerst leicht irritiert und fragt dann umgehend, ob er ein Bild von meinem Auto machen dürfte, was ich bejahe. Auf der einen Seite sind für uns Mitteleuropäer diese Vorgehensweisen natürlich fragwürdig, auf der anderen Seite fühlt man sich sehr sicher und gut aufgehoben.
Der Armytyp verschwindet ohne ein Wort in die Nacht. 🤷♂️🤣
Nun muss der Topf rote Linsen meinem großen Hunger zum Opfer fallen, denn tagsüber war meine Essensausbeute eher merklich. Dank primär dem Cumin vom Markt in Guelmim, den mir Gitti empfohlen hatte, schmecken die Linsen hervorragend.
Cumin ist auch als Kreuzkümmel bekannt und ist ein intensives, erdig-warmes Gewürz aus der Familie der Doldenblütler. Es ist ein Hauptbestandteil von Currypulver und unerlässlich für orientalische, asiatische sowie mexikanische Gerichte (z.B. Chili con Carne, Falafel). Cumin fördert die Verdauung (was mir am nächsten Tag klar werden sollte), hilft bei Blähungen und wird oft in Hülsenfrüchten- oder Fleischgerichten verwendet, da sein Aroma beim Erhitzen am besten zur Geltung kommt.
Als Nachtisch gibt es noch eine doppelte Erwachsenenportion von meinen in Sesam gespickten Ernüssen, yumi! 🤤
Mit kugelrundem Bauch liege ich auf meiner Couch, als sich noch zwei polnische Camper auf dem Parkplatz dazugesellen, was leider die Hunde von der Promenade dazu veranlasst, komplett durchzudrehen! Besonders einer von ihnen bellt non stop die neuen Nachbarn zusammen. Was er sich davon verspricht ist mir ein Rätsel. Nach über einer Stunde reicht mir dann sein ekalhaft beklopptes Gebälle und ich gehe raus, um ihn mit einem energischen:“Verpiss dich jetzt!“ zum Gehen zu bewegen. Irgendjemand auf der Promenade scheint meine Reaktion zu verstehen und supportet mich mit einem mehrfachen „Husch-Husch“.
Einer ruhigen Nacht steht nun nichts mehr im Wege! 🫶❤️💫
Am nächsten zugezogenen Morgen mache ich eine gute Stunde Duolingo und merke bereits wie sich die Linsen vom Vortag melden, was den ganzen Tag so weitergehen sollte. 🤣🤣 viel zu krass! 🤣🤣
Die Kombination von Cumin und roten Linsen, vor allem in der Menge, sind vielleicht für die Zukunft nochmals zu überdenken. 🤣🤣 Aber es war soooo lecker 🤤
Mit viel Wasser, noch bereits im Chälli und Wasser im Gepäck, mache ich mich auf, um das Schiffswrack bei Tageslicht zu sehen. Die Tide ist low und das Schiff liegt von der tief stehenden Sonne und dem Nebel in diesem diffusen Licht. Es sieht einzigartig aus. Da ich schon so viele und sehr coole Schiff-LP‘s in Griechenland gesehen habe, wirkt es nur im Vorbeigehen magisch auf mich.
Im trottenden Schritt geht es den riesigen Strand Richtung El Marsa entlang. Dabei finde ich Muscheln am Strand, die ich so noch nie gesehen habe. Ich beschließe einige mitzunehmen, um sie unterwegs nochmals gegen schönere Exemplare auszutauschen.
Wieder machen sich die Linsen bemerkbar, aber ich bin ja zum Glück völlig alleine am Strand. 🤣🤣 Wie das treibt! Sowas habe ich seltenst erlebt! 🤭🤣
Nachdem erledigten Geschäft geht den wirklich schönen Strand weiter bis zu einem hohen Zaun, der vor einer frequentierten Straße liegt und mir nur die Möglichkeit des Rückwegs oder der Durchquerung der üppigen Dünen zu meiner Linken lässt. Ich entscheide mich für die Dünen!
Nach etwa 5 Minuten wundere ich mich noch, warum wirklich jeder hinter diesem Zaun befindet, auch eine Menge Fußgänger, doch diese Frage beantwortet sich, nachdem ich ca. 10 Dünen überwunden und mich 2x gefragt habe, ob ich doch umdrehe und am Strand zurückgehe.
Als ich eine Art LP Gebäudetrakt in der Ferne sehe, beschließe ich den Kurs auf dieses zu setzen. Als ich an den Gebäuden ankomme, entdecke ich einige rote Tonnen, die doch sehr signalmäßig und mehr oder weniger gleichmäßig auf erhöhten Punkten verteilt stehen. Sie haben die Aufschrift „Vorsicht Militärgelände, betreten strengstens verboten 🚫!“.
„Gut, dass ich das jetzt weiß!“, denke ich mir und so lange es kein Mienengebiet, wie im Jugoland damals ist! 🤦♂️🤣
Raus komme ich an einer gottloses Tankstelle, an der ich sicher nicht tanken würde, da diese genauso aussieht, wie eine von denen, von der mir dieser Mohammed aus Taroudannt erzählt hat und wo das Wasser in die Tanks Ligen soll, was das Problem mit dem Sprit in Marokko widerspiegelt.
Einen Moment überlege ich noch hier etwas zu frühstücken und oder einen Kaffee zu mir zu nehmen, aber wie so oft latsche ich zum Chälli zurück und frühstücke dort eine gute Portion Haferflocken, gemixt mit Mandeln und Feigen, um meinem Magen zu beruhigen.
Aber seht doch selbst!Read more































