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  • Day31

    Letzter Tag vor der Abreise

    August 4, 2019 in Canada ⋅ ☀️ 19 °C

    Ohne Wecker aufgestanden, Lauren föhnt ihre Echthaarextensions - spannend, so etwas habe ich noch nie gesehen. Lauren ist nett, kommt aus Yorkshire, das ich ja auch so gerne mag. Sie möchte heute zum Christopher-Street-Day in Vancouver - dem größten in ganz Kanada. Ella würde auch gerne dorthin gehen, der ist aber in Downtown und wir wollten doch eigentlich einen ganz ruhigen letzten Tag hier verbringen - mal sehen, welchen Kompromiss wir finden werden. Jetzt geht es erstmal zum Strand. Dort treffen wir nachher auch Dirk, der zum Frühstücken unterwegs zu einem Café ist. Ella und ich hatten ganz einfach unser Porridge mit frischem Obst und Tee. Ich freue mich so darüber, dass wir zwei das so unkompliziert genießen können.

    Bevor ich zum Strand bin habe ich erst einmal ein Kilo Prospekte aussortiert, damit mein Koffer leichter wird. Einige wollen wir gerne mitnehmen, denn diesmal möchten wir wieder ein Fotoalbum von unrerer Reise machen, in das Tickets und Zeitungsberichte gehören. Außerdem möchten wir nach der Reise und nach dem Jetlag, der sicherllich folgen wird, ein Kanadafest machen, zu dem Dirk schon genaue Vorstellungen hat - lasst euch überraschen.

    Als ich dann zum Strand kam, war vom Meer kaum noch etwas zu sehen ;-) Dort, wo ich gestern am Baumstamm gelehnt hatte, war gestern Abend 1,50m vor mir noch Wasser - also das Meer. Jetzt lagen dort vertrocknete Algen und das Wasser war sehr weit zurück gegangen. Dirk und Ella waren bereits Schwimmen gewesen - im hüfthohen Wasser. Jetzt war dort, wo sie vorher noch im Wasser gewatet waren nur noch Schlick. Es war interessant, zu beobachten, wie schnell das Wasser sich zurückzog. Wir haben dann sozusagen eine Wattwanderung gemacht und ich habe mich in die kniehohen Fluten gestürzt. Beweisfotos gibt es keine, denn wir waren ja alle im dann doch recht warmen Pazifik, wenn man das so nennen kann. Sehr salzig, das Wasser - und wahrscheinlich sehr gesund durch die vielen Algen... Hatte ich mir etwas anders vorgestellt, ist jetzt aber auch in Ordnung. Es war schön, am Strand zu sitzen und den Segelbötchen zuzuschauen. Ich habe Ella übrigens vorgeschlagen, zum Christopher Street Day nach Berlin zu fahren. Das war völlig okay für sie - es hätte nämlich zu lange gedauert, mit dem Bus und dann zu Fuß zum Strand nach Downtown zu fahren. So hatten wir einen ganz entspannten Mittag am Strand.

    Der letzte Tag war dann doch recht entspannend. Nachmittags sind Dirk und ich noch zu seinem Café 'gewandert' - es liegt gute 20 Minuten vom Hostel entfernt - und haben danach in einem kleinen Supermarkt Gemüse fürs Abendbrot eingekauft. Dann war ich noch einmal mit Dirk am Strand und habe mich in die zurück gekehrten Fluten begeben. Nur ganz kurz - aber immerhin! Ich war jetzt auch einmal so richtig im Pazifik schwimmen.

    Wir haben uns heute Nachmittag darüber unterhalten, wie verwöhnt wir doch sind: Vancouver Island war nicht so, wie wir es erwartet hatten und das Meer am Hostel ist auch nicht so schön mit den ganzen Algen... Aber wir sind ja auch nicht zum Baden nach Kanada gekommen - der Rest war super - und überhaupt: In einem saubereren Wasser als im Shuswap Lake habe ich wahrscheinlich noch nie gebadet - und das war wirklich wunderschön. Allein die Tatsache, dass wir hier 31 Tage lang unterwegs sein konnten war ja schon ein riesengroßes Geschenk - und dass wir es so lange miteinander ausgehalten haben auch. Eine junge Deutsche, mit der ich mich im Hostel in Nanaimo unterhalten hatte, meinte, man würde wohl auch deshalb überall auf der Welt so viele Deutsche trefffen, weil wir so viel Urlaub bekommen. Kanadier hätten wohl nur 14 Tage im Jahr frei. US-Amerikaner haben auch nicht so viel Urlaub. Wir können schon froh sein, dass wir so viel Urlaub im Jahr bekommen und dass viele es sich auch finanziell leisten können, zu verreisen und auch andere Länder kennen zu lernen.
    So - nun ist auch der Check-In via Internet erledigt - wir fliegen mit Air France, steigen in Paris noch einmal um und sind dann am 6. August morgens wieder in Deutschland.
    Rückblickend war diese Reise wunderbar, um einmal abschalten zu können. Dirk meinte heute, er habe in der ganzen Zeit nicht einmal an unsere Wohnung gedacht oder an den Garten oder die Arbeit. Ich selbst habe auch wenig an zu Hause gedacht - nur ab und zu gehofft, dass es in Dessau auch regnet, damit unsere fleißigen Helfer nicht so viel gießen müssen. Und Ella kann sowieso gut abschalten - war alles wie immer ;-)
    Ich würde die Reise genau so wieder machen - aber dann nur die Hälfte einpacken! Die Schlafsäcke haben wir in unseren Unterkünften gar nicht benötigt - und durften sie in den Hostels bei Strafandrohung auch gar nicht auspacken. Und von meinen anderen Sachen hätte die Hälfte an Kleidung auch gereicht - also 2 Jeans, 1 Kleid, halb so viele Pullover - wir konnten in den Hostels ja immer unsere Wäsche waschen und auch trocknen. Und das Buch, das ich mir zum Lesen eingepackt hatte, liegt noch genau so im Koffer, so viele Gespräche habe ich geführt und neue Eindrücke gesammelt - da hatte ich gar keine Lust zu lesen (bis auf Stadt- und Reiseführer).
    Letztendlich ist es auch das, was diese Reise für mich so wertvoll gemacht hat - die Erlebnisse mit der Familie, das Land kennen zu lernen und der Austausch mit den vielen netten Menschen - unbezahlbar.
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    Regina Kohlmeyer

    Danke, Susanne, dass Du uns, ohne müde zu werden oder nachzulassen, täglich über sage und schreibe 31 Tage auf Eure grandiose Reise mitgenommen hast. Es gab wirklich viel zu entdecken, sowohl in Deinen unterhaltsamen Geschichten als auch in Deinen Foto-Eindrücken. Mal zum Schmunzeln, mal zum Staunen, mal mit neidischer Bewunderung, mal zum Nachdenken. Kommt nun gut wieder nach Hause! ... Und dann gehen wir, wenn Ihr zurück seid, in den neuen kanadischen Film, der gerade in unseren Kinos angelaufen ist und der in Montréal spielt: Der unverhoffte Charme des Geldes (La chute de l'empire américain)...

    8/4/19Reply
    Kanadareise 2019

    Oh ja, sehr gerne! Kino - immer doch! Es hat mir so viel Spaß gemacht, abends oder zwischendurch über unsere Erlebnisse zu berichten - und es war so gut zu wissen, dass zu Hause in meinen vielen zu Hauses liebe Menschen so ein wenig unsere Reise miterleben können und wollen. Ich kann jetzt mein Töchterlein besser verstehen, für die Wifi fast lebensnotwendig ist. Die Familie hat schon Fotos von mir gemacht, wie ich am Tablet sitze mit Handy neben mir und 'arbeite', damit sie zu Hause beweisen können, wie 'süchtig' ich nach den 'neuen Medien' geworden bin. Dirk meinte, ich solle beruflich was aus dem Schreiben machen...

    8/4/19Reply
    Regina Kohlmeyer

    Liebe Susanne, was für ein schönes Resümee.

    8/5/19Reply
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