Relegation in Fürth
May 18, 2014 in Germany
☀️ 17 °C
Ein paar Freunde aus meinem Umfeld hatten Dauerkarten in Fürth und waren so nett, mich immer mal wieder mitzunehmen, wenn kurzfristig ein Ticket übrig war. Ein Ausflug zum Kleeblatt war jedes Mal ein rundum gelungenes Erlebnis mit ganz eigenem Charme.
Das Prozedere war eingespielt und fast schon wie ein liebgewonnenes Ritual: Mit dem Zug ging es zum Fürther Hauptbahnhof, von dort zu Fuß ein kurzes Stück durch die Innenstadt, einmal quer durch den malerischen Stadtpark und auf ein kühles Bierchen zum legendären „Fränky“. Frisch gestärkt steuerten wir das Stadion am Ronhof an, wo vor dem Anpfiff natürlich der obligatorische und unübertroffen leckere Lángos nicht fehlen durfte.
An diesem 18. Mai 2014 lag allerdings eine ganz besondere, knisternde Spannung über dem Ronhof: Es stand das Rückspiel der Relegation um den Aufstieg in die Bundesliga gegen den Hamburger SV an. Nach dem achtbaren 0:0 im Hinspiel im Volkspark war die Sensation zum Greifen nah.
Wir sicherten uns unsere Plätze direkt mittendrin im Fürther Stimmungsblock. Dort sorgte allen voran der heimische Trommler für Staunen: Was der Typ aus seinem Instrument rausholte, habe ich so in keinem anderen Stadion mehr erlebt. Mit beeindruckenden, mitreißenden Rhythmen peitschte er die Tribüne von der ersten Minute an pausenlos nach vorne.
Doch der Nachmittag begann mit einem Dämpfer: In der 14. Minute köpfte Pierre-Michel Lasogga eine van-der-Vaart-Ecke wuchtig zum 0:1 für die Hamburger ein. Der Schock saß tief, aber das Kleeblatt und der Block gaben nicht auf. In der 59. Minute explodierte der Ronhof schließlich: Stephan Fürstner schloss einen feinen Angriff zum 1:1-Ausgleich ab!
Was folgte, war ein einziger Sturmlauf der Fürther. Getrieben vom unermüdlichen Takt der Trommel kämpfte die Mannschaft leidenschaftlich um jeden Zentimeter Rasen und drängte den HSV tief in die eigene Hälfte. Das erlösende 2:1 lag mehrfach greifbar nahe in der Luft, doch das Tor schien wie vernagelt. Als der Schiedsrichter die Partie schließlich abpfiff, blieb es beim 1:1 – was aufgrund der damals noch gültigen Auswärtstorregel das bittere Ende aller Aufstiegsträume bedeutete. Der ungeliebte HSV rettete sich mit Ach und Krach, während Fürth mit leeren Händen dastand.
Niedergeschlagen saßen wir noch eine ganze Weile wie angewurzelt auf der Tribüne. Wir schauten schweigend auf den Rasen und trauerten der riesigen, einmaligen Chance nach, die an diesem Nachmittag so greifbar nahe gewesen war.Read more
