Potosí - Sponti Zwischenstopp
17.–18. dec. 2025, Bolivia ⋅ ☁️ 16 °C
17.12:
Uyuni ist wirklich eine arme, kleine, staubige und funktionale Stadt. Es gibt kaum besondere Architektur, weshalb es direkt zum Busbahnhof und mit Oyono und Carmen direkt nach der Tour nach Potosí ging. Die Busfahrt war wirklich schön. Die Landschaft war malerisch und viele Llamas sind uns über den Weg gelaufen. Die Armut ist zu spüren. Überall liegt leider Müll an der Straße und Häuser sind nicht zu Ende gebaut. Dennoch gibt es fast überall Basketball- oder Fußballplätze!
Potosí ist eine historische Stadt in Bolivien, berühmt für ihre enormen Silbervorkommen am Berg Cerro Rico, die sie im 17. Jahrhundert zur reichsten Stadt der Welt machten, vergleichbar mit Paris oder London, aber auch für unmenschliche Arbeitsbedingungen und Zwangsarbeit bekannt war. Heute ist sie eine der höchstgelegenen Großstädte der Welt (über 4.000 m), ein UNESCO-Weltkulturerbe mit prächtiger Kolonialarchitektur und ein beliebtes Touristenziel, das die Geschichte der Minen und die heutige Arbeit der Bergleute zeigt. (Danke Google!)
In der feinen Stadt nach ca. 4 Stunden angekommen, erlebten wir erst einmal ein reges Getümmel in den Straßen. Wir sind zum Hostel gelaufen. Minibusse, Taxis, Essensstände und viele Menschen hielten sich überall auf. Es war schön zu sehen, dass die Straßen nicht so trist waren wie in Uyuni. Direkt hat uns die Stadt daher gut gefallen.
Abends ging es auf einen Weihnachtsmarkt, auf dem wir wirklich junge Soldaten entdeckt haben (schon krass!). Ein ganz kleines Spanischbuch für Kinder haben Carmen und ich gekauft, damit wir auch ein wenig üben können.
Es gab Burger von der Straße und leckeren Saft zum Abendessen!
18.12:
Ich hatte leider gar kein Bargeld mehr, weshalb ich mir Geld an eine Bank geschickt habe (well - ich habe nicht aufgepasst und habe einen schlechteren Kurs gewählt). Vor 1,5 Monaten hat man für einen Euro 14 Bolivianos erhalten, jetzt waren es um die 9. Der Boliviano ist nicht wirklich stabil. Daher ging es morgens erst einmal Geld holen statt zum geplanten Museumsbesuch. Wir waren ebenfalls unentschlossen, ob wir in die Mine des Berges Cerro Rico gehen sollten. Letztendlich haben wir uns dafür entschieden und zuvor in einem kleinen Restaurant im Markt Mittag gegessen. Tatsächlich war Klaas 2015 für Joko gegen Klaas in der Mine, wurde uns von den Tourguides berichtet. Muss ich mir definitiv anschauen, wenn YouTube es zulässt!
Wir haben gezweifelt, weil es menschenunwürdige Bedingungen sind, unter denen die Menschen dort arbeiten. Das Leben in den Minen von Potosí (Cerro Rico) ist hart, gefährlich und von Armut geprägt – bis heute.
Zwar verdienen sie deutlich mehr, jedoch sterben regelmäßig Menschen. Uns war dies bewusst. Jedoch hielten wir es für sinnvoll, den Guide Ariel, der selber 4 Jahre in der Mine arbeitete, über verschiedenste Themen zu befragen.
Er selber hat dort aufgehört, weil er einige Freunde in der Mine verloren hat. Jedoch überlegt er aufgrund der politischen Lage wieder zurückzukehren.
Es ist ein schweres Thema, aber die Augen davor zu verschließen wäre schlichtweg ignorant gewesen.
In der Mine war es selbst sehr bedrückend. Es war dunkel, eng, staubig und keine ausreichende Belüftung vorhanden.
Die Sicherheitsvorkehrungen sind mau. Die Minenarbeiter sind selber dafür verantwortlich. Traurigerweise sind die Silbervorkommen beinahe ausgeschöpft.
Die 250kg schweren Wagen werden mittels Menschenkraft angeschoben. Säfte, Coca-Blätter und Alkohol bringen die Touristen mit und übergeben diese den Mineros, die teilweise 10-12 Stunden in der Mine sind und vor Erschöpfung zittern.
Menschen sterben oft sehr jung wegen der Staublunge.
Einstürze, Explosionen, giftige Gase und kaum medizinische Absicherung oder Rente gehören dabei zum Alltag der Mineros.
Die soziale Realität ist, dass viele Mineros in Kooperativen arbeiten und damit keine festen Arbeitsverträge haben.
Die Familien sind oft involviert, Frauen sortieren Erz außerhalb der Mine und die Kinder helfen mit (trotz offizieller Verbote). Aus diesen ganzen Gründen existiert ein starker Alkohol- und Kokakonsum als Bewältigungsstrategie.
Bestimmte Rituale des Katholischen Glaubens und der indigenen Traditionen werden heutzutage durchgeführt
Die Verehrung von „El Tío“, dem Teufelsgeist der Mine durch Opfergaben von 96% Alkohol, Zigaretten und Koka sollen für Schutz des Mineros sorgen.
Vor der Mine war eine Figur der Maria (glaube ich) in einem Raum, die die Mineros ebenfalls anbeten und auch dort finden Opfergaben statt. Die Wand war mit Llamablut bespritzt.
Fazit:
Das Leben in der Mine ist pures Überleben und kein Job mit Perspektive.
Die Minentour ist keine Attraktion, sondern es wird die soziale Realität aufgezeigt.
Potosí hat mir trotz der kurzem Dauer sehr gut gefallen.
Nachmittags ging es dann zurück ins Hostel. Abends sind wir dann zu unserem Burgerstand des Vertrauens gegangen und anschließend zum Busbahnhof.Læs mere




















Rejsende
Spontan einen Praktikumsplatz ergattert? 😇
Rieke GoDie Aufnahmeprüfung war schon dolle. Mal gucken, ob ich es in die 2. Runde schaffe. Bisher aber noch keine Rückmeldung erhalten:(