• Sucre

    18.–20. Dez. 2025 in Bolivien ⋅ ⛅ 23 °C

    Die Regierung hat vor kurzem gewechselt und nun stehen einige Änderungen an, mit der die Gesellschaft zu kämpfen hat. Besonders die arme Bevölkerung leidet darunter. Kraftstoff ist sehr knapp in Bolivien, weshalb oft einige Tage an den Tankstellen angestanden wurde.

    Seit dem 17.12. ist die Subvention für Kraftstoff abgeschafft worden. Dies hätte schon vor Jahren geschehen sollen. Nun hat die derzeitige Regierung doch den Entschluss gefasst, und in Bolivien herrscht Chaos. Innerhalb eines Tages haben sich die Benzinpreise verdoppelt, (öffentliche) Verkehrsmittel werden doppelt so teuer, und im ganzen Land gibt es Proteste und Straßenblockaden, wodurch die großen Städte schwerer zu erreichen sind. In Potosí laufen wir zum falschen Busbahnhof, was sich letztendlich als Glücksfall herausstellte, denn so können wir ein Collectivo nehmen und dem Chaos ein wenig entkommen.
    Sucre, auch die weiße Stadt genannt, ist wieder ganz anders als Potosí. Die Hauptstadt Boliviens ist viel ruhiger, weitläufiger, sauberer und die Häuser sind alle weiß gestrichen.

    19.12:
    Wir beschließen, an einer Stadtführung teilzunehmen, um mehr über die Stadtkultur und die Geschichte Boliviens zu erfahren.
    Eines der Highlights war der Markt und seine Quisseras (Marktleute). Von klein auf wird man als Kind von seiner Mutter zu den Quisseras mitgenommen, zu denen man eine Beziehung aufbaut, mit denen man alle seine Probleme bespricht, von denen man Ratschläge erhält und, nicht unwichtig, mit der Zeit immer bessere Angebote bekommt. Aber wehe, wenn sie sehen, dass man zu einer anderen Quissera geht, dann reden sie nicht mehr mit einem, beschweren sich bei der Mutter und man fängt wieder ganz unten auf der Leiter an, was gute Angebote angeht! Also, betrüge niemals deine Quissera!
    In Potosí sind uns bereits Zebras aufgefallen. Auch in Sucre sind sie überall zu sehen! Es handelt sich um Freiwillige, die den Verkehr für Fußgänger sicherer machen. In einem brütend heißen Anzug regeln die Freiwilligen den Verkehr, helfen Menschen auf der Straße und nehmen auch an der Weihnachtsparade teil. Für diejenigen, die den Zusammenhang noch nicht hergestellt haben: Zebras → Zebrastreifen (die hier fast immer ignoriert werden).
    Abends hatten wir Lust auf Party und gehen mit Kim (Niederlande), Kienga (Polen) feiern. Tipp für diejenigen, die nicht so oft zur Happy Hour gehen: Dos Happy {Getränk nach Wahl} bedeutet also vier Getränke und nicht zwei. Nach den vier Cocktails landen wir auf einer bolivianischen Highschool-Party, wo Eimer mit Colaflaschen und Schnaps herumgereicht wurden, die Leute schon ziemlich betrunken waren und relativ viel getanzt wurde. Oj und Carmen waren richtig gut im Tanzen! Kienga übernahm die Führung beim Trinken, um ein wenig auf das durchschnittliche Niveau zu kommen.

    20.12:
    Ab Montag sollten auf unbestimmte Zeit große Streiks im Verkehrssektor beginnen, weshalb Carmen und ich Samstag nach dem Besuch im Cementero zum Busbahnhof laufen.
    Wir haben uns abends in ein Cafe gesetzt und das rege Treiben für die Weihnachtsparade beobachtet.
    Im Anschluss ging es zum Busbahnhof. Die Frau, die mir mein Ticket verkauft hat, hat es unbemerkt getauscht.
    Der Bus sollte später fahren und an einer anderen Station. Das ärgerliche war, dass ich als Gringa leicht abgezogen wurde. But well. Nächstes mal wird das bestimmt.
    Am Ende saß ich aber im Bus und musste mich von Oj und Carmen verabschieden, die Richtung Argentinien weiterfuhren.

    Wissenswertes:
    - Sucre möchte als Hauptstadt gerne die weiße Stadt bleiben, deshalb muss man 2 % weniger Steuern zahlen, wenn man sein Haus weiß streicht.
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