• "Arri wie dertschiiee"

    July 12 in Italy ⋅ ☀️ 29 °C

    Ein Sonntagmorgen in der Hochhaussiedlung "Gemelli" zu Genua aus dem Jahr 1960 bricht an. Katrin versprüht charmanten Zusammenpack-Stress. Falk richtet die Reste zu einem feinen Frühstück her. Dann sagen wir oder besser gesagt Sina "Arri wie dertschiiee". Sina hadert etwas mit der von der Meißner Fahrschule Herzig vermittelten und im Kreis Meißen auch weitgehend angewandten Theorie in der Fahrpraxis. Die Italiener, insbesondere in der Großstadt" legen dergleichen eher frei aus. Sina macht so hinten immer den "Mitfahrer". Sie meint trocken: "Ich tret hier immer auf die Bremse, aber hier hinten ist gar keine". Tatsächlich verlassen wir kurz darauf Italien in Richtung Frankreich. Regt nun aber wieder Finya auf. Die Franzosen fahren zwar etwas geschmeidiger, aber trotzdem, Franzosen halt.
    Aber ganz kurz bevor wir Italien verlassen, besuchen wir den Geheimtipp Bussana Vecchia bei San Remo in den ligurischen Alpen. Das Dorf ist 1887 einem Erdbeben zum Opfer gefallen. Über 2.000 Menschen kamen um. In den 60ern haben Künstler das Dorf quasi illegal wieder zum Leben erweckt. Und so ist es heute eine Art Künstlerkolonie ohne Autoverkehr. Wir schlendern durch und trinken endlich mal italienischen Kaffee.
    Aber bevor wir uns Frankreich widmen, habe ich noch den emotionalen Part komplett vergessen. In 2008 waren wir mit der damals knapp einjährigen Sina schon einmal in der Gegend um Imperia. Damals besuchten uns eine Woche lang meine lieben Freunde Ralle und Sten. Diese Woche war und ist legendär. Dazu habt ihr ja schon das Tanz-Video in Genua gesehen. In Imperia werden nun viele Erinnerungen wach. Es gibt noch mal ein Video am Conad-Superstore. Der alten Zeiten wegen. Wir machen einen 36°C-Walk durch Imperia und finden leider kein Eis. Sorry.
    Dafür stellen wir uns unfassbar lost an in der supermarktinternen Bäckerei. Die funktioniert mit Nummern ziehen wie auf dem Amt. Kurz bevor wir die vermeintlich vordrängelnden italienischen Ladies verprügeln wollen, erkennen wir unsere Inkompetenz.
    Aber später an dem Tag reisen wir wirklich noch nach Frankreich ein. Und genau wie in der Schweiz, in Österreich und in Italien entrichten wir auch hier brav die Maut.
    Dann noch fix einkaufen. Brot, Mozarella, Tomaten, Drohne, Nudeln. Was man halt so braucht. Wir finden in Cagens sur mer unser Heim für die nächsten 3 Nächte und wir sind ganz nah am Meer. So entschließen wir uns spät am Abend nach Sinas inzwischen obligatorischen Nudeln noch ins Meer baden zu gehen. Finya mag nicht mit. Leider. Denn es wird ein schönes Abendbaden bis es ganz dunkel ist. Wir lassen uns im dunklen Meer treiben am leeren Strand und wir gucken zu wie ein Flugzeug nach dem anderen in Nizza landet.
    Sina hat im Künstlerdorf ein Wort aufgeschnappt: "mangiare", also essen. Aber Sina plappert es seitdem unentwegt falsch nach: "Kanschaare".
    So, Drohne auspacken nicht geschafft und Eintrag schreiben auch nicht. Das gibt Mecker!
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