• Heidelbeeren, Erdbeeren und Königskraut

    July 21 in France ⋅ ⛅ 21 °C

    Der heutige Tag stand unter der Erwartung aller, dass es jetzt mal losgeht. Das bedeutet, dass ICH zuerst mal eher aufstehe als sonst um den Boden dafür per Frühstück zu bereiten. Dann finden sich nach und nach die Teilnehmer unserer Exkursion am Frühstückstisch ein. Dabei ist Katrin schon am Vortag in den Planungsmodus gegangen. Und wer sie kennt, weiß, was das heißt. Sobald jemand was äussert, wird sofort aktiv eingegriffen per Google und KI. Manchmal hat dann der eine oder andere keinen Bock mehr, aber es ist unverzichtbar für unser Gelingen. Heute aber ist alles positiv. Da es viel Zeug gibt, was wir aus dem Supermarkt hier hoch geschleppt haben, wird das auch kredenzt für den heutigen Wandertag, Digga! Und ich schaffe auch hier die Grundlage. Finya macht das nicht. Sie lutscht ein bissl traurig, wie so oft in der Früh an ein paar Melonenscheiben und schwingt sich dann wortlos vom Traumplatz wieder in die Schlafkapsel um dort noch zu chillen. Derweil wir der Ausflug präpariert. Wir müssen zur Telecabin de Jaillet in Megéve. Heute wird der Mont Blanc von ein paar formschönen Cummuluswolken ergänzt. Dadurch ist es heute auch der kühlste Tag bisher auf unserer Reise. Dann geht es los. Einigermassen fassungslos über den kostenlosen Parkplatz vor der Seilbahn, geht es hochmotiviert in die Seilbahn. Bissl Spazierengehen hieß es. Dabei kann nur der Leser die Schwierigkeit erfassen, der Erfahrung mit 2 oder mehr jungen Mitreisenden hat. Es da halbwegs allen Recht zu machen is e bissl anspruchsvoll. Und der Grat von "Boah, geil" und "Nee, da geh ich jetzt nicht hin" ist verdammt schmal! Heute sind aber alle voll dabei. Wir suchen uns eine eigene Route, auf der Sina Katrin mental unterstützt mit ihren schmerzenden Fersen und Finya mich und umgekehrt. Die 2 Kräuterhexen Sina und Katrin machen begeistert an jedem Strauch Stop. Heidelbeeren, Erdbeeren, Königskraut für morgen, falls in Gondor jemand medizinische Hilfe und heilende Umschläge braucht. Mich mit meinen Plattfüßen jedenfalls nervt das ständige Stehenbleiben. Als Sina die Möglichkeit der Aufnahme von Fuchsbandwürmern via Heidelbeeren ins Spiel bringt, legt sich das etwas. Finya sieht super schnieke aus heute, schimpft aber über die Anstiege unserer Strecke. Aber dennoch ist sie eine dufte Gesellschafterin auf der Wanderung für mich. Leider waren wir zu lost, die Sweetie-Notration einzupacken. Kein Müsliriegel, kein Keks, nix. Nur Wasser. Da waren schon alle ein wenig angefressen. By the way, uns kommen heute ständig Leute entgegen, NUR entgegen. Das liegt wohl daran, dass die alle auch die kleinen Zwischenlifte nutzen. Wir jedoch in teutonischer Disziplin alles selber laufen. Ja, genau! Zurück von unserer Tour leisten wir uns jeder ein Stück Sandwhich. Wir haben das Gefühl, etwas geleistet zu haben. Ist auch so. Gut gelaunt und auch etwas müde geht es am Supermarkt vorbei nach Haus. Hier wird nachhaltig schnabbuliert. Später gibt es noch Pasta für die Liste, bei einem sehr gut gelaunten lustigen Abendessen. Alle sind glücklich, dass wir heute was geleistet haben. Und dennoch ist launemäßig keiner abgestürzt. Ein toller Tag vor prächtiger Kulisse. Wir sind nun bereit, den Berg morgen zu verlassen auf der spektakulären Route nach Gondor oder so...Read more