Gjirokastra zu Fuß
6月4日, アルバニア ⋅ 🌧 19 °C
Der Tag startet mit einem ordentlichen Gewitter und wir etwas verspätet auf unseren Stadtrundgang. Am Beginn der Bazar Straße schauen wir uns eine Mauer mit Bronzebüsten lokaler Persönlichkeiten an, darunter dem berühmten Schriftsteller Ismail Kadare. Angeblich war er 10x für den Literatur Nobelpreis nominiert, hat ihn aber nie bekommen.
Weiter geht es über die Bazar Straße zum Skenduli-Haus, eines der am besten erhaltenen und historisch bedeutendsten traditionellen osmanischen Wohnhäuser Albanien. Es wurde im 18. Jahrhundert (ca. 1700) erbaut und befindet sich heute in der 9. Generation im Besitz der Familie Skënduli. Es verfügt über 12 Zimmer, 9 Kamine, 44 Türen, 64 Fenster und 4 Bäder (darunter ein privates Hamam). Unter anderem gibt es ein Zimmer, das nur zur Absprache von Hochzeiten genutzt wurde und sonst das ganze Jahr verschlossen blieb. Hochzeiten waren oft arrangiert und die Braut donnte nur heimlich durch ein Loch in der Holztür ihren zukünftigen Gatten inspizieren. Tatsächlich durfte sie diesen ggf. auch ablehnen.
Weiter geht's zur Burg von Gjirokastra, eine der größten und besterhaltenen Bergfestungen auf dem Balkan. Sie thront majestätisch auf einem über 370 Meter hohen Hügel und bietet einen tollen Panoramablick auf die gesamte Stadt und das Drino-Tal. Die ersten Befestigungen stammen vermutlich aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt sie maßgeblich im 19. Jahrhundert unter der Herrschaft von Ali Pascha, der sie zu einer mächtigen Festung ausbauen und den markanten Uhrturm errichten ließ. Im Gewölbegang gibt es eine lange Kanonengalerie mit Waffen aus verschiedenen Jahrhunderten und ei Geo-Cache ist auch versteckt. Außerdem gibt es das Wrack eines US-amerikanischen Spionageflugzeugs ausgestellt, das während des Kalten Krieges zur Landung gezwungen wurde. Eine andere Theorie besagt, der Pilot ist vom Kurs abgekommen. Wer weiß, was denn nun wirklich stimmt.
Auf dem Gelände gibt es auch eine große Freilichtbühne, auf der aller 5 Jahre ein Folklore Festival stattfindet.
In der Mittagspause testen wir
die albanische Süßigkeit Oshaf. Das Dessert besteht aus frischer Schafsmilch , getrockneten Feigen, Zucker und einer Prise Zimt.
Nachmittag geht's dann mit dem Bus nach Labova zur Besichtigung der Marienkirche, einer der ältesten albanischen Kirchen. Einst war sie im Besitz einer besondeten Reliquie. Der Legende nach soll sie ein Stück des Heiligen Kreuzes Christi enthalten haben, diese Reliquie wurde aber leider gestohlen.
Nach einem Kaffee im nebenan gelegenen Gartenrestaurant und einem deftigen Regenschauer gings zurück nach Gjirokastra.もっと詳しく











