• Weiter geht’s… Liste wird nicht kürzer

    April 27 in Germany ⋅ ⛅ 14 °C

    Schrauben bis die Finger taub werden

    Langsam nähert sich der Mercedes dem Zustand, den wir uns eigentlich von Anfang an gewünscht hätten. Also zumindest theoretisch.

    Praktisch bedeutet das natürlich, dass weiter geschraubt wird.

    Die neuen Teile sind da und nach und nach wandern die Nebenaggregate zurück an ihren Platz. Eigentlich klingt das nach einer einfachen Aufgabe. Wer allerdings schon einmal an einem Mercedes gearbeitet hat, weiß, dass manche Ingenieure offenbar die Herausforderung geliebt haben.

    Manche Schrauben sieht man nämlich nicht.

    Man erreicht sie nicht.

    Und an sie heranzukommen funktioniert hauptsächlich nach dem Prinzip:

    Fühlen statt sehen.

    Also hängen wir halb im Motorraum und versuchen Bauteile zu montieren, die irgendwo hinter anderen Bauteilen versteckt wurden. Man arbeitet quasi blind und orientiert sich nur noch an den Fingerspitzen.

    Teile anbauen, indem man mit den Fingern sieht. 😂

    Natürlich fordert das Ganze seinen Tribut.

    Beim AGR-Ventil schafft es mindestens einer von uns, seinen Fingern beizubringen, dass Metallteile durchaus härter sein können als Knochen. Der Begriff "Fingerbruch am AGR" geht zwar vielleicht etwas weit, aber angenehm war die Begegnung definitiv nicht.

    Neben der Schrauberei bekommt der Benz auch endlich frische Flüssigkeiten spendiert. Was rausläuft, sieht teilweise so aus, als hätte es die vergangenen Jahrzehnte im Fahrzeug verbracht. Also kommt alles neu, was neu sein sollte.

    Auch der neue Federbalg hinten rechts findet endlich seinen Platz.

    Damit verabschieden wir uns hoffentlich dauerhaft von der Tieferlegung nach Pothole-Rodeo-Art und der Mercedes steht wieder so, wie Mercedes ihn ursprünglich geplant hatte.

    Zumindest für den Moment.

    Als wir gerade richtig Fahrt aufnehmen wollen, meldet sich das nächste Werkstatt-Highlight.

    Die Hebebühne gibt auf.

    Perfektes Timing.

    Während wir noch überlegen, wie viel Fluchen angemessen ist, beschließt anschließend auch die Batterie, dass sie für heute genug gearbeitet hat.

    Also erstmal laden.

    Man könnte fast meinen, nicht nur der Mercedes wäre mit den Nerven am Ende.

    Zwischendurch wird natürlich auch die Surron getestet. Schließlich braucht man zwischen all dem Schrauben gelegentlich etwas, das einfach funktioniert und Spaß macht. Ein seltsames Gefühl nach stundenlangem Kampf mit dem Benz.

    Am Ende des Tages sind wieder einige Baustellen verschwunden.

    Ein paar neue haben wir vermutlich ebenfalls gefunden.

    Aber langsam entsteht das Gefühl, dass wir Fortschritte machen.

    Und wenn es am Ende doch nicht reicht, wissen wir zumindest eines sicher:

    Unsere Finger finden inzwischen jede Schraube im Motorraum auch ohne Augenkontakt. 🔧😂🚗
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