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  • Obwohl anders erwartet, begeisterte mich die Stadt doch ähnlich schnell wie Chantalle ;)
    Um nicht wieder auf den letzten Drücker am Flughafen anzukommen, so wie ich es in Indien und ein Pärchen im Bus gemacht hatten, hatte ich Bangkok als letzte Station mit vier Nächten in meinen Reiseplan aufgenommen. Eine gute Entscheidung, wie sich heraus stellte. Auch wenn ich tatsächlich dreimal das Hostel gewechselt habe. Aber das erste war zu teuer und zu weit ab vom Schuss und das zweite eher langweilig. Nachdem ich den ersten Tag mit anstrengendem Sightseeing im königlichen Palast verbracht hatte, war ich nachmittags eine Runde chillen in einem kleinen Park. Auf der Suche nach etwas zu trinken fand ich dann das "Flapping Duck Hostel" und wieder neue nette Menschen und verbrachte den Rest des Abends mit ihnen. Harriet und ich hatten uns für den nächsten Tag verabredet, um zusammen was von der Stadt zu sehen. So bummelten wir über den Amulett - Markt und durch Chinatown, erstanden ein paar kleine Schnäppchen, hatten leckeres Essen und das Fortbewegungsmittel unserer Wahl waren die Boote der orangenen Linie, das Ganze gekrönt von herrlichem Sonnenschein. Hier schwitzt man zwar auch nachts, und ich habe schon die vierte Flasche vom Antimoskitomittel angefangen, aber es ist einfach so gut hier zu sein. Meine Lust auf die Heimat hält sich sehr in Grenzen...
    Den letzten Tag startete ich nochmal mit Sightseeing, wollte wenigstens einen der vielen Tempel gesehen haben. In einer der Hallen befindet sich der liegende Buddha, eine 42 m lamge goldene Statue, echt beeindruckend. Danach schlenderte ich über diverse Gemüse- und Blumenmärkte, da gibt's einfach immer was zu sehen, und hatte ein tolles indisches Mittagessen in Little India. Danach machte ich noch eine Kanalrundfahrt in einem der Longtailboote. Thailand ist tatsächlich das billigste Land auf meiner Reise, so dass ich irgendwie noch so viel Geld übrig hatte. Selbst Kambodscha war an einigen Stellen eher nicht so billig.
    Danach chillen unterm Mangobaum im Hostel und nachdem der Regenschauer vorbei war, bin ich mit einem Kanadier, peruanischen Zwillingsbrüdern und einer Vietnamesin losgezogen, den letzten Abend zu genießen. Ein Pad Thai ( Nationalgericht mit Nudeln und Erdnüssen), einige Bier und drei Bars mit Livemusik später, war es dann ganz schön spät, aber ein sehr schöner letzter Abend. Heute Morgen aufzustehen dafür umso schwieriger. Aber ich hatte im Flugzeug ja genug Zeit zum Schlafen.
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  • In einer erneuten Tagestour im Bus ging es zu meiner letzten Station in Kambodscha, nach Siem Reap, wo sich die Tempelanlagen von Angkor Wat befinden. Da mir das Aufstehen für den Sonnenaufgang für den ersten Tag etwas zu anstrengend erschien, ließ ich es erstmal ruhig angehen. Beim Frühstück traf ich auf Lars aus der Schweiz. Wir liehen uns Fahrräder aus und machten uns auf den Weg zu dem Floating Village. Ab einem bestimmten Punkt kamen wir nicht mehr weiter und wurden zu einem Touristenboot geschickt, was uns zu teuer war. Über einen Schleichweg kamen wir ein bisschen näher dran, mussten uns aber von einem Einheimischen erklären lassen, dass man ohne Boot da nicht hin kommt. Er schlug uns direkt eine private, billigere Tour vor und nach ein bisschen verhandeln, ließen wir uns darauf ein. Das war auch echt ganz cool, man wäre sonst da halt auch nicht hingekommen. Die schwimmemden Dörfer sind meist vietnamesische Enklaven und nach wie vor findet da auch viel Handel auf dem Wasser statt, das ist ganz spannend. Mittagessen bekamen wir inklusive nach der Bootstour in seinem Haus. Mit jeder Menge Bier dazu und sehr netter Gesellschaft ;) Großartiger Tag.
    Am nächsten Tag dann richtig früh aufstehen um den Sonnenaufgang in den Tempeln zu erleben. Das war zwar weniger spektakulär als gedacht, aber der Vorteil war, dass es noch nicht so warm war. Auch hatte ich nicht mit so vielen Touristen gerechnet, immerhin ist ja angeblich Nebensaison. Es war jedoch unglaublich viel los und obwohl das Gelände so riesig ist, knubbelt es sich in den meisten Tempeln dann doch. Aber es ist schon auch toll zu sehen und lohnt sich wirklich. Ich teilte mir mit einem Koreaner und zwei Japanern ein Tuktuk den Tag über. Nach einer kurzen Mittagspause ging es nochmal los, den Sonnenuntergang von einem Hügel aus zu sehen. Leider waren schon zu viele Leute auf dem Tempel und wir durften nicht mehr hoch :( Aber macht ja nix. Danach sind die Japanerin und ich zur Massage gegangen und eine andere schloss sich noch an. Die Massage tat so gut und es ist so billig hier! Danach noch lecker was essen und früh ins Bett gegangen.
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  • Nach dem Dschungel ging es für mich in einer Tagesbustour in den Süden, nach Kampot. Diverse Menschen, denen ich auf meiner Reise begegnet war, hatten mir den Ort sehr ans Herz gelegt, da er so relaxt ist und nach ein bisschen Entspannung und ein paar Tagen am Stück an einem Ort sein, sehnte es mich.
    Dazu war Kampot wirklich ein guter Ort. Touristisch gab im Ort nicht so viel zu sehen, aber es gibt einen Fluss und man konnte schöne Ausflüge in die nähere Umgebung machen. Da mein Guesthouse schon um acht Uhr die Schotten dicht machte, war ich gezwungen, mir noch eine Abendbeschäftigung zu suchen (eigentlich wollte ich schreiben oder lesen). Nach ein bisschen herum laufen fand ich eine süße Bar an der nächsten Ecke, welche für die nächsten Tage spontan zu meiner Stammkneipe wurde. Hier spürt man deutlich mehr, dass gerade Regenzeit und damit Nebensaison ist. Demzufolge trifft man mehr auf Leute aus der ganzen Welt, die beschlossen haben, in Kampot zu leben. Sehr spannend, die unterschiedlichen Geschichten zu hören. Am ersten Abend jedoch war ich dann noch mit 5 französischen Medizinstudenten (ich musste ein bisschen lachen) in einem Hostel auf der anderen Flussseite tanzen.
    Am zweiten Tag habe ich mir ein Fahrrad ausgeliehen und bin am Fluss entlang geradelt. Nach kleineren Umwegen habe ich dann auch die Salzfelder gefunden, die ich mir eigentlich anschauen wollte. Aufgrund der Regenzeit können die im Moment nicht bewirtschaftet werden, aber es gibt ein Mini-Museum, in dem eine freundliche Khmer - Frau arbeitet und einem alles erklärt. Da es mal wieder etwas zu schütten begann, blieb ich ziemlich lange dort, sie freute sich, mit mir Englisch sprechen zu können und brachte mir ein paar hilfreiche Khmer- Wörter und Sätze bei.
    Auf der Suche nach etwas Gesellschaft traf ich am Abend auf William aus Texas, sehr sympathisch. Am nächsten Tag liehen wir uns Motorroller aus und machten uns auf den Weg zum Bokor-Hill-Nationalpark. Von dort sollte man einen tollen Blick haben. Hatten wir auch, kurz, bis es anfing zu regnen und wir immer höher und immer mehr in den Nebel kamen. War ganz schön kalt da oben und wir ganz schön unvorbereitet ;) Der Wasserfall war trotzdem schön anzuschauen und einer der Wahlsprüche unter Reisenden ist ja auch: "it's part of the adventure". Eigentlich wollten wir gern die verlassene Kirche finden, schafften es aber nur bis zum alten Casino, da dann mein Motorroller beschloss, nicht mehr anzuspringen. Mit dem Nebel hatte es eine leicht gruselige Atmosphäre da oben und ich war sehr froh, nicht alleine dort zu sein. Wir verständigten das Guesthouse, ließen en Roller zurück und machten uns auf den Rückweg. Am nächsten Tag hieß es, dass nix kaputt gewesen sei und er ganz normal funktioniere. Komisch. Ich versuchte es nochmal mit einem anderen Roller. Leider allein, denn William musste an diesem Tag schon zurück in die Staaten fliegen. Roller fahren ist voll super. Ich bin runter nach Kep ans Meer gedüst, war schwimmen und hab mir einen leichten Sonnenbrand geholt, aber am Strand zu liegen war so schön. Und danach zum Krabbenmarkt - frisch aus dem Meer direkt auf den Grill. Köstlich! Auf dem Rückweg noch eine Höhle und eine Pfefferplantage besichtigt und das Ganze, ohne einmal nass zu werden.
    Am letzten Tag in Kampot habe ich nur so ein bisschen Rumgetrödelt, hab mal wieder Fotos gesichert und ein bisschen geshoppt. Aber die Abende in der Bar endeten auch immer sehr spät. Kurzum, ich kann die Leute gut verstehen, die einfach dort bleiben.
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  • In Kratie hatte ich ein Plakat über ein Ökologisches Projekt für Elefanten in Sen Monorum gelesen und nach ein bisschen Recherche beschlossen, dass ich da unbedingt hin muss. Zum Glück kann man in fast jedem Guesthouse auch abends um zehn noch ein Busticket bekommen und so ging es dann morgens Richtung Osten in die Berge von Mondulkiri. Außer mir war noch Alain, ein Franzose, Mittvierziger, Typ Aussteiger mit im Bus, so dass wir uns nebst guter Unterhaltung gemeinsam über die Eigenarten des kambodschanischen Busfahrens freuen konnten. Das ist meist sehr gemütlich, es gibt ausreichend Pausen und diverse Stopps an Tankstellen, Geschäften oder einfach am Straßenrand, um noch jemanden mitzunehmen, raus zu lassen, noch einen Sack Reis in den schon beengten Fußraum zu legen oder den Postkurier zu spielen. Bei einer der Pausen wurden uns Maden, dicke Spinnen und anderes Getier angeboten. Ich hab mich dann für den sticky Reis im Bambusrohr entschieden.
    In Sen Monorum angekommen hieß es wie üblich, Guesthouse finden, danach haben wir was gegessen und ich meine zwei Tages Dschungeltour mit Trekking, Übernachtung im Homestay und Elefanten füttern und waschen gebucht. Das hieß wieder früh aufstehen und meine Wanderschuhe durften nochmal zum Einsatz kommen. Am ersten Tag waren wir zu neunt mit einem Guide unterwegs - 5 französische Medizinstudenten, ein französisches Pärchen, ein Australier und ich. In Kambodscha sind unglaublich viele französische Touristen unterwegs, ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt hatte. Leider waren alle nicht so sicher mit ihrem Englisch und der Australier hatte einen Megahangover und hat ziemlich genuschelt, aber war trotzdem eine sehr nette Truppe. Das Wandern durch den Dschungel war sehr schön, unser Guide hat uns diverse Tierspuren gezeigt und Pflanzen erklärt, aber auch sehr gemütlich. Eine lange Pause haben wir an einem Wasserfall gemacht, wo man sehr gut schwimmen kann und von einem Baum aus rein springen. Sehr erfrischend, bei der Hitze. Auf dem Rückweg fing es dann ordentlich an zu regnen und der rote Lehmboden entwickelte sich zu einer ziemlichen Schlitterpartie. Ich habs tatsächlich geschafft, nicht hinzufallen, war aber trotzdem überall nass und schlammig.
    Beim Haus unseres Guides gab es dann Reiswein (ist eigentlich eher Schnaps), ein Dusche aus der Regentonne, süße Dorfkinder, leckeres Essen und eine Nacht in der Hängematte. Die war nicht so mega erholsam, das Moskitonetz auf dem Gesicht hat mich gestört und es war sehr warm, aber eine Hängematte fehlte mir noch in meiner Sammlung ungewöhnlicher Schlafplätze ;)
    Am zweiten Tag zunächst wieder Regen und Schlittern und dann endlich die Elefanten sehen. Für zwei Elefantenherren ist das Dorf zuständig und wir durften sie mit Bananen füttern und ausgiebig Fotos machen. Nach einer langen Mittagspause mit Maiskolben und Bambussuppe durften wir die Elefanten dann endlich im Fluss waschen. Voll schön, diesen majestätischen Tieren so nah zu sein! Beide legten sich einfach ins Wasser und ließen sich das Abschrubben mit unseren Händen gefallen. Ganz schön stachelig, so ein Elefant. Drauf setzen durften wir uns auch, aber natürlich nur so lange sie im Wasser lagen. Reiten ist nämlich nicht gut für Elefanten und die beiden waren ehemalige Arbeitsmittel oder Touristenattraktionen und sind nun in der Pflege der Dorfbewohner gut aufgehoben.
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  • Nach drei Tagen Stadt wollte ich doch gern aufs Land, um Kambodscha besser kennen zu lernen. Der Tuktukfahrer von Freitag hatte mir vorgeschlagen, mit nach Kratie zu kommen, da es seine Heimatstadt ist, könne er mich dort etwas rumführen und ich könnte die Delfine sehen, was ich eh schon überlegt hatte. Er organisierte mir einen Platz in einem Minibus und Sonntag morgens halb sieben ging es schon los. Dafür waren wir dann auch schon elf Uhr vor Ort und ich hatte noch einen kompletten Tag vor mir.
    Ich lieh mir im Hostel ein Fahrrad aus und machte mich auf den Weg zu einem Tempel auf einem kleinen Hügel flussaufwärts. Das war einfach superschön. Ohne Gangschaltung fuhr es sich sehr gemütlich und ich konnte mir in Ruhe meine Umgebung anschauen. Ich wurde ganz viel angelächelt und vor allem von den Kindern mit einem freundlichen "Hello" beim Vorbeifahren gegrüßt. Auch die Tempelanlage war einen Besuch wert, ein Ort der Stille und des Friedens. Fünf Mönche und dreißig ältere Frauen leben und meditieren dort. Für die Frauen ist es wohl ein guter Ort, um im Alter versorgt zu sein.
    Danach holte mich Seng, der Tuktukfahrer, mit seinem Motorrad ab, zeigte mir ein bisschen die Gegend damit ich Fotos machen konnte und erzählte mir von seinem Plan, das Reiseführer-Dasein auszubauen und meine Fotos für seine Website nutzen zu dürfen :) Anschließend gab's einen traumhaften Sonnenuntergang am Flussufer.
    Heute morgen bin ich rüber auf die Insel Koh Trong gefahren, habe mir dort ein Fahrrad ausgeliehen und ne Runde über die Insel gedreht. Riesige Pomelobäume wachsen dort und es gibt ein schwimmendes Dorf. Leicht verspätet kam ich auf der anderen Seite wieder an, wo Seng schon auf mich wartete, da ich ewig lange auf die Fähre warten musste.
    Los ging's zu einer größeren Tour, ebenfalls mit einer Fähre, diesmal zum anderen Flussufer. Hütten auf Stelzen, Palmen, Bambus, herum laufende Hunde, Katzen, Hühner und Kühe, und jede Menge Leute, die mir "Hello" zuriefen. An der Fähre angekommen, die uns zu den Delfinen bringen sollte, hatten wir das gleiche Problem wie ich schon morgens und mittags, das sie sehr lange auf sich warten ließ. Die fährt halt nur, wenn genug Leute mitfahren. Allerdings kann man nur zu bestimmten Zeiten zu den Delfinen... Ein bisschen Herumtelefoniererei und nach dem Übersetzen ordentlich Gas geben, und für uns fuhr extra einer nochmal raus. Nicht weit und es gab die ersten Flossen der Irrawaddy-Delfine zu sehen, von denen es nur noch eine geringe Anzahl gibt und die hier im Mekong Zuhause sind. Nachdem auch die letzten beiden anderen Boote verschwunden waren, waren wir allein mit den Delfinen und dem Sonnenuntergang. Traumhaft schön!
    Beim Zurückkommen ins Hostel traf ich auf die beiden Französinnen, mit denen ich heute Morgen auf die Insel übergesetzt hatte und wir ein bisschen zusammen gefahren waren. Eine Schweizerin kam auch noch hinzu und schon hatten wir einen netten Abend zusammen. Morgen geht's in die Berge in den Urwald.
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  • Ich hatte mir extra noch ein Hostel für Phnom Penh gebucht, damit ich eine Adresse habe, zu der ich mich bringen lassen konnte, musste bei Ankunft dann aber feststellen, dass es das gar nicht mehr gibt. Nun gut, ein Tuktukfahrer brachte mich zu einem anderen, in dem ich drei Nächte bleiben werde.
    Am ersten Abend musste ich tatsächlich mal wieder allein essen, unterhielt mich dann aber später noch mit einer sehr netten Spanierin, die mir noch ein paar Tips für die Sehenswürdigkeiten hier gab. Denn ein bisschen was wollte ich mir hier schon anschauen. So war ich am Freitag dann zuerst im Nationalmuseum und legte danach eine Pause bei den Daughters of Cambodia ein, ein inzwischen unabhängiges Sozialprojekt, das Frauen aus der Prostitution hilft, welches Lena und Micha eine Zeit lang unterstützt hatten. Sehr schön dort, nettes Café und voll hübsche Sachen zu kaufen! Anschließend besichtigte ich noch den Königspalast bei herrlichem Sonnenschein. Da mich davor ein Tuktukfahrer angesprochen hatte, ob er mir nicht ein bisschen die Stadt zeigen solle, hatte ich auch für danach schon ein Programm. Das war aber wirklich ziemlich cool, er erklärte mir viel zur Stadtgeschichte, zeigte mir einen Baum mit Riesenfledermäusen und das Unabhängigkeitsdenkmal. Kambodscha war 100 Jahre lang französische Kolonie, im Nationalmuseum gab es auch einen Raum zum zweiten Weltkrieg, wo Kambodscha Frankreich unterstützte und Verluste durch deutsche U-boote erlitt. So wird man auch immer wieder auf die Geschichte des eigenen Landes zurück geworfen.
    Heute habe ich mir dann das richtig harte Programm angetan: die "killing fields" und das "Tuol Sleng Prison Museum". Ich weiß ja nicht, wie viel ihr über die Geschichte Kambodschas wisst, ich bisher nicht so viel, hatte aber nun immerhin schon einiges über den Völkermord gehört. Eine grausame Geschichte, die noch gar nicht so sehr lange her ist. Von 1975 bis 1979 starben fast ein Viertel der Bevölkerung durch ihre eigenen Landsmänner aufgrund der irrsinnigen kommunistischen Ideologie einer Partei (Rote Khmer) unter Leitung eines gewissen Pol Pot. Er ließ alle verhaften, die Intellektuellen, die Künstler, die Aufgeschlossenen und Weltoffenen. Es reichte auch schon, eine Brille zu tragen oder weiche Hände zu haben. Nach Verhaftung erfolgte Folterung, bis die Gefangenen ein Schuldgeständnis unterschrieben und damit offiziell getötet werden durften. Das Gefängnis war beklemmend, die Massengräber nicht weniger. Bestürzt hat mich, dass auch nach der Befreiung durch Vietnam, die Roten Khmer als Partei weiterhin durch die UN anerkannt blieben. Europa war so mit sich selbst und dem kalten Krieg beschäftigt, dass die Verbrechen in Kambodscha weitgehend unbekannt blieben. Erst 20 Jahre später fanden Prozesse gegen die Hauptdrahtzieher statt, die sich bis dahin ein schönes Leben machten. Unglaublich.
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  • Irgendwie komme ich mit dem Schreiben immer nicht hinterher, deshalb muss ich dann immer in der Vergangenheit schreiben.
    Die Nacht im Bus von Yangshuo war eher so mittel - ich musste mir meine 1,40 m x 40 cm Liege mit meinem großen Rucksack teilen - und es befand sich ein übler Schnarcher im Bus. Morgens um halb sieben landete ich in Gangzhou, es regnete und wiedermal konnte mich keiner verstehen oder mir helfen. Aufgrund des Taifuns fuhren noch keine Busse, so viel stand fest. Ein linker Möchtegern Taxifahrer brachte mich dann zu einem Hotel, neben dem eine Busstation war und wollte horrend viel Geld für diese kurze Fahrt. Hab ich ihm nicht gegeben. Im Marriothotel waren dann alle sehr freundlich, ich konnte dort den Vormittag gut warten, frühstücken und mein Handy aufladen. Für die zwei Nächte hatte ich wieder einen Couchsurfer gefunden, Markus aus Deutschland, der seit anderthalb Jahren in Hongkong lebt. Dieser schrieb mir dann noch die Adresse eines anderen Busunternehmens, dazu musste ich nur die Straße hinunter laufen und ab mittags fuhren die Busse auch wieder.
    Abends hat mir Markus dann ein bisschen die Gegend gezeigt und wir waren was essen. Den Mittwoch hatte ich dann ganz, um einen Einblick von der Stadt zu bekommen, wobei das natürlich echt zu kurz ist. Aber ich habe den Jademarkt besucht, bin mit der Fähre nach Central Hongkong und mit einer anderen zu einer größeren Insel. Dort war ich mit den Füßen im Wasser und bin mit dem Bus zum Kloster und zur riesen Buddha Statue hoch. Dort hatte man einen tollen Blick und das Wetter hatte sich auch etwas aufgeklart. Am mittag in Central bin ich nur die überdachten Fußwege gelaufen und hab mir schließlich doch noch einen Schirm gekauft. Eins der Dinge, die man doch besser einpacken sollte. Hier in China ist der Schirm ja auch gegen die Sonne en Vogue. Richtig geärgert über mich selbst habe ich mich jedoch, als ich feststellen musste, dass ich nicht genug Geld für die Gondelbahn dabei hatte und mit dem Bus wieder runter fahren musste.
    Nunja, muss ich halt noch mal wieder kommen ;) Man könnte hier auch super wandern gehen und versteckte Strände entdecken.
    Am Abend habe ich dann auch noch die Lichtshow im Hafen mitgenommen, bevor Markus und ich essen und in einer der Bars in einem riesigen Hochhaus (30. Stock) ein Bier trinken waren.
    Am Donnerstag ging mein Flug nach Phnom Penh erst halb drei, so dass ich den Vormittag noch in der Stadt verbringen konnte. Das ging tatsächlich auch ganz unkompliziert, da ich schon morgens an der Airportexpress Station einchecken und mein Gepäck loswerden konnte. Bin dann mit den Rolltreppen, die sich den Berg hochziehen und überdacht sind, bis zum Midlevel gefahren und von dort durch den botanischen Garten zurück zur Station gelaufen. Unterwegs habe ich eine Moschee und drei Kirchen gefunden und zum Teil besichtigt. Auch mal wieder schön, nach so vielen Tempeln und buddhistischen Klöstern.
    Und dann ging es zum Flughafen und auf nach Kambodscha!
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  • Ein Flugzeug brachte mich zu einem der schönsten Plätze dieser Erde, würde ich sagen. Diese interessanten Karstfelsen, die wie hingestellt aussehen hat vielleicht der ein oder andere schon mal auf einem Kalenderfoto gesehen, in Wirklichkeit sieht es aber noch viel schöner aus. Drei großartige Tage habe ich dort verbracht. War im Fluss schwimmen, ließ mich mit einem Bambus Boot darauf herum schippern und hab viele hundert Fotos gemacht ;)
    Ich hatte mich schon in Beijing mit Memona verabredet und war im gleichen Hostel wie sie. Sie hatte wiederum schon am Flughafen eine Amerikanerin namens Carissa kennen gelernt, die im selben Zimmer wie ich untergebracht war. So waren wir die Tage zu dritt unterwegs. Einer der Höhepunkte war auf jeden Fall unsere Tour mit den Elektrorollern. Diese fahren hier überall herum, man braucht weder einen Helm noch Erfahrung damit und schon ging es los. Dafür hatten wir aber Lily, eine Reiseführerin, die uns begleitete. Sie war echt super, hat uns ihr Haus samt Mann, Sohn und Hund sowie Reisfelder und Wasserbüffel gezeigt. Wir waren in einer kleinen Stadt, wo Fächer und die typischen Wandbehänge gefertigt werden, haben den Moonhill gesehen und sind in die Wasserhöhle gegangen. Das war ein Spaß - das Höhlensystem ist zunächst farbig illuminiert und endet mit einem "Schlammbad" und einer heißen Quelle, beides zur Benutzung im Preis inbegriffen. Aber am coolsten war eigentlich das Cruisen durch diese wunderschöne Landschaft.
    Der Ort Yangshuo an sich war sehr touristisch, aber irgendwie charmant und mit unserer Dachterrasse hatten wir auf jeden Fall das beste Hostel ausgewählt. Besonders hervorzuheben ist noch das Essen - wir haben sehr tolles Streetfood hier gegessen - den gefüllten Teigfladen habe ich auch in der vegetarischen Variante bekommen und die gegrillten Muscheln mit viel Knoblauch waren grandios. Auch die Spezialität Bierfisch haben wir probiert und für gut befunden. Und es war dort quasi das Mangowunderland, egal ob am Stück, als Saft oder Eis, einfach himmlisch. Wir haben auch andere exotische Früchte gegessen, deren Namen ich nicht weiß und die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Alles sehr gut.
    Den letzten Tag haben wir dann mal etwas ruhiger verbracht, mit spätem Frühstück und Schwimmen gehen und danach haben Memona und ich das Fisch-Spa ausprobiert. Am Anfang war es sehr komisch und kitzelig, aber dann total entspannend, so dass wir fast ne Stunde dort saßen und uns beknabbern ließen.
    Schließlich musste ich in meinen Bus nach Guangzhou steigen, um dort die Nacht zu verbringen und am morgen weiter nach Hongkong zu fahren.
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  • Für Xi'an hatte ich tatsächlich spontan einen Tag vorher noch einen Couchsurfer gefunden, der mich aufgenommen hat. Die Stadt ist riesig und gefühlt gibt es hier noch weniger englisch sprechende Menschen. Ich hatte mich verguckt und war im falschen Bus gelandet, fand dann aber jemanden, der mir half, die richtige Bushaltestelle zu finden. Der hatte mir gesagt, ich müsse bis zur Endstation fahren, es stellte sich jedoch heraus, dass es doch ein wenig davor war und ich musste nochmal zwei Stationen zurück fahren und landete dann tatsächlichen am richtigen Ort. Ist ziemlich außerhalb der Stadt (man fährt 40 Minuten oder so mit dem Bus), in einem Appartementblock mit Portier. Eine nette ältere Frau rief ihn dann an, damit er mich dort einsammeln konnte. Danach brauchte ich erstmal eine Dusche. Hier ist es echt warm und man sieht den blauen Himmel :)
    Nachdem ich ein bisschen erfrischt war, bin ich erstmal in die Stadt gefahren, zur Besichtigung der Stadtmauer. Diese ist riesig. Auch Pingyao hatte eine, also irgendwie habens die Chinesen mit Mauern. Wahnsinnige Bollwerke, man hätte sich ein Fahrrad ausleihen können und die 14km radeln, aber so spannend fand ich es da oben dann doch nicht. Vorher war ich noch total lecker essen, ein amerikanisches Pärchen, das hier mal gearbeitet hat, wurde mit an meinen Tisch gesetzt (das Restaurant hatte nur zwei) und ich hatte nette Gesellschaft. Sie haben ihre vegetarischen Dumplings mit mir geteilt, die ich bisher noch nirgendwo gesehen hatte. Es sind so gedämpfte Teigtaschen, aber normalerweise mit Fleisch drin. Es gibt hier echt mega leckeres Essen, ich könnte den ganzen Tag nur durch die Straßen laufen und alles probieren, was gut aussieht ;)
    Aber ein bisschen Sightseeing muss ja auch sein, also habe ich den Glockenturm besichtigt. Das war ganz spannend, weil er die Mitte der Stadt innerhalb der Stadtmauern bildet und in alle Himmelsrichtungen eine Straße abgeht. Man erreicht ihn auch tatsächlich nur über eine Unterführung, so wie die Autos oberhalb in einem riesigen Kreisverkehr drum herum fahren. Anschließend bin ich durch das muslimische Viertel gebummelt - noch mehr Essen, noch mehr zu sehen, riechen und Neues zu entdecken.
    Wieder zurück beim Couchsurfer war nun auch seine Verlobte da, die kein Englisch spricht und total süß ist und ich habe mit ihr die Giveaways für die Hochzeit gepackt (kleine Säckchen mit Nüssen und Süßigkeiten), während Zhengtao gekocht hat.
    Endlich mal wieder eine Nacht im Bett, wobei das fast genauso ungepolstert ist wie im Zug. Offenbar schlafen die Chinesen etwas härter. Geht aber tatsächlich auch ganz gut.
    Am nächsten Morgen habe ich mir trotzdem den Wecker gestellt, weil ich mir die Terrakotta-Armee natürlich nicht entgehen lassen wollte und das etwas außerhalb liegt. Am Bahnhof hatte ich dann erstmal wieder das gleiche Problem, den richtigen Bus zu finden bzw. wo er abfährt. Es gibt so viele Linien und alles ist etwas unübersichtlich und es ist echt nicht einfach, jemanden zu fragen. Als ich in Indien war haben die Leute dort ja gesagt, wenn man in Indien reisen kann, kann man es überall. Ich revidiere. China ist der Maßstab! Es ist unglaublich, wie viel komplizierter es hier ist mit der Sprache und der Schrift, aber selbst mit Händen und Füßen geht es nicht besser, weil sie offenbar auch ein anderes Gestikulier - System haben.
    Saß dann aber im richtigen Bus und schloss mich beim Ausstieg der Masse an (das wiederum funktioniert hier ganz gut). Aufgrund guter Tipps von Wikitravel nahm ich weder einen Audioguide noch an einer Führung teil, sondern schaute mir in Ruhe die drei riesigen Ausstellungshallen alleine an. Wobei in Ruhe aufgrund des hohen Touristenaufkommens natürlich auch geschmeichelt ist. Aber es ist eben auch mega beeindruckend, dass zu sehen.
    Nach einer leckeren Nudel - Tomaten - Ei - Suppe fuhr ich zurück in die Stadt und beschloss, zur Großen Wildganspagode zu fahren. Mehrere schöne Parkanlagen mit Schatten sind drumherum. Der tat bei der Hitze hier echt gut - als ich aus dem Bus stieg, fühlte es sich an, als hätte jemand einen riesen großen Föhn auf die Stadt gerichtet. Im Park traf ich endlich mal auf einen gut Englisch sprechenden Chinesen. Leider stellte sich nach kurzer Zeit heraus, dass er auf Brautschau war und meinte, ich sei die Richtige. Meine Notlüge, ich hätte einen Freund störte ihn herzlich wenig und es war echt schwierig, den wieder los zu werden. Nachdem ich das dann aber geschafft habe, konnte ich mir doch noch in Ruhe die Springbrunnen - und Lichtshow vor der Pagode anschauen.
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  • Nach wirklich nötiger und wohltuender Dusche und einem letzten netten Abend mit den lieben Menschen aus dem Hostel hieß es Montagabend Abschied nehmen von Beijing. Valentine und ich teilten uns ein Taxi zum Bahnhof, da die Metro ab elf Uhr nicht mehr fährt und checkten in unseren Schlafzug ein. Zugfahren in China ist allerdings mehr so wie Fliegen, das Gepäck wird gescannt und man provisorisch abgetastet. Ohne gültige Fahrkarte samt dazugehörigem Reisepass kommt man erst gar nicht ins Bahnhofsgebäude rein. Es gibt Warteräume für die entsprechenden Zugnummern und wenn es soweit ist, wird man über lange Gänge zum Zug geführt. Wir durften jeweils im obersten der drei Betten, die übereinander angebracht waren, schlafen. Da wir "hardsleeper" gewählt hatten, war die Matratze nicht gepolstert. Aber nach der Nacht auf der Mauer war es für mich völlig in Ordnung und ich habe tief und fest geschlafen.
    Am Morgen sind wir gegen neun Uhr in Pingyao gewesen und haben dort Simone (Italiener) getroffen, der im gleichen Zug auf den billigen Plätzen saß. Wir wurden von einem Guesthouse-Besitzer angesprochen und da er ein echt gutes Angebot machte, sind wir dorthin. Mich machte er darauf aufmerksam, dass mein Zug nach Xi'an noch am selben Abend gehen würde und nicht wie angenommen Mittwoch Nacht. Das Problem war, das ich für Mittwoch auf Donnerstag Nacht gesucht hatte und der Zug als letzter angezeigt wurde mit 00:14 Uhr und ich dann dachte, es wäre schon der nächste Tag. Aber ist ja nochmal gut ausgegangen. Ich durfte meine Sachen dort lassen, mich frisch machen und dort aufhalten. Mittags sind wir dann zusammen durch die Stadt gebummelt, haben sehr lecker gegessen und viele Fotos gemacht von diesem schönen Städtchen. Es wimmelte zwar auch hier von Touristen und ein Verkaufsstand und ein Restaurant befindet sich neben dem nächsten, aber mit sehr viel altem Charme. Später bin ich alleine weiter gebummelt und habe ein bisschen was geshoppt und mir den Rücken massieren lassen, bevor wir erneut zum Essen aufgebrochen sind. In einer Bar trafen wir auf Marie und Stephanie, die beiden Mädels aus der Partyclique.
    Halb zwölf habe ich mich dann auf den Weg zum Zug gemacht, dieses Mal aber etwas unruhiger geschlafen.
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  • Ich dachte ja, die Tour zum Gletscher wäre schon die abenteuerlichste Wanderung dieser Reise gewesen, aber offensichtlich geht immer noch ein bisschen mehr.
    Aber vielleicht sollte ich mal von vorn beginnen. Die meisten Leute besuchen die Mauer mit einer geführten, teuren Tour. Ich hatte gelesen, dass man es aber auch auf eigene Faust machen kann. Am Freitag wollte ich das eigentlich schon machen, allerdings fuhr da kein Zug, weil es ja so geregnet hatte. Ein paar anderen erging es ebenso und weil es dann so spät war, beschloss ich die Mauer nochmal zu verschieben und war mit einem sehr netten Pärchen aus Frankreich den Palast des Himmels besichtigen. Im Beihei-Park lernte ich dann Philippe kennen, aus Straßburg, und lud ihn spontan ein, mit uns (den Leuten aus dem Hostel) den Abend zu verbringen.
    Valentine (der mit dem ich gestern mit dem Zug gefahren bin) berichtete von seinem Trip zur Mauer, dass er zwei Tage dort war, zuerst auf dem unrestaurierten wilden Teil, wo er übernachtet hat und am zweiten Tag auf dem restaurierten Teil. Ich war sofort angefixt, dass hörte sich nach einer einmaligen Chance an und außerdem fehlte mir sowieso noch eine Übernachtung, da mein Zug ja erst Montag ging und ich das Hostel nur bis Sonntag hatte. Ich fragte also Stephane (aus unserer Partyclique, ist auf dem Bild vom letzten Post) ob er Lust hat mitzukommen und schließlich schloss sich auch Philippe noch an.
    Das Hostel ist wirklich super, ich konnte ohne Probleme meinen großen Rucksack dort lassen und nach dem Zurückkommen nochmal duschen.
    Gegen elf trafen wir uns also, kauften noch ein bisschen Brot und fuhren mit der Metro zur Busstation. Nach anderthalb Stunden mussten wir nochmal in einen anderen Bus steigen, der uns nach Gubeikou brachte. In diesem Bus stellte Stephane fest, dass ihm sein Reisepass, Geld und Kreditkarte gestohlen wurden. Echt krass, immerhin waren wir ja zu dritt und keiner hat was mitbekommen. Nunja, die unter der Kleidung zu tragende Bauchtasche ist vielleicht doch nicht die schlechteste Wahl, auch wenn sie nervig ist. Stephane musste also wieder zurück und Philippe und ich haben den Trip zu zweit gemacht.
    Es war gar nicht so einfach, den Einstieg oder besser Aufstieg zu finden, und jemanden nach dem Weg zu fragen ist auch immer so eine Sache. Manchmal wird man direkt abgewiesen, weil die Leute nicht englisch sprechen können oder sie erklären einem was auf chinesisch und deuten dann aber in unterschiedliche Richtungen und man ist noch mehr verwirrt. Aber wir haben es dann gefunden und plötzlich standen wir tatsächlich auf der Chinesischen Mauer. Der Teil ist wirklich sehr wild, der Trampelpfad war manchmal mehr zu erahnen, aber es war eine super schöne Wanderung, wir kamen aus dem Staunen und Fotos machen gar nicht mehr heraus. Jede Höhe bot wieder einen neuen Ausblick, dass Licht und die Wolken veränderten sich ständig und es war großartig. Rund herum nur Natur und außer uns keine Menschen. Das tat nach den Tagen in Beijing echt gut, denn dort ist es echt immer überall so überlaufen.
    Irgendwann fing es an zu regnen und wir warteten den Schauer in einem der Wachtürme ab. Dabei haben wir uns dann so verquatscht, dass über dem letzten Stück die Dämmerung hereinbrach. Und wir hatten natürlich auch das Stück, welches Militärgebiet ist, vergessen und standen plötzlich vor verschlossener Tür. Da der Turm davor kein Dach hatte, mussten wir, nun komplett im Dunklen und mit Stirnlampe, zwei Wachtürme zurücklaufen. Dort vertrieben wir ein Eichhörnchen aus seinem Nachtlager, aber vielleicht hat es dort auch mit uns übernachtet. Die Nacht war natürlich recht kurz und hart, da wir nur Schlafsäcke und nichts zum Drunterlegen hatten. Aber wir fühlten uns am nächsten Morgen trotzdem gut und trocken (am Vortag war durch Schweiß und Regen alles ziemlich feucht gewesen). Das hielt so ungefähr 5 Minuten an, dann mussten wir die Ausweichstrecke nehmen - durch den Dschungel den Berg hinunter und später wieder hinauf, um den restaurierten Teil zu erreichen - und dann waren wir komplett nass. Der Pfad war völlig zugewachsen und es hatte in der Nacht nochmal ordentlich geregnet. Zum Teil floss das Wasser den Pfad entlang, so dass unsere Schuhe dann auch komplett nass waren. Stachelige Büsche zerkratzten uns total die Beine. Im Tal angekommen gab es ein kleines Guesthouse, wo wir einen Kaffee trinken und unsere Wasservorräte auffüllen konnten. Außerdem nahmen wir noch ein Bier mit, für nach dem Aufstieg. Durch diese ganzen Pausen mussten wir zum Ende hin dann einen Gang zulegen, was bei diesem Teil der Strecke ganz schön anstrengend war, um den letzten Bus und unsere Züge am Abend nicht zu verpassen. Es ging echt steil hoch und runter, mit riesigen Stufen oder glitschigen Schrägen und man denkt eigentlich die ganze Zeit, was das für ein Irrsinn ist, so eine Mauer zu bauen und auf der anderen Seite ist es immer wieder so erstaunlich, das der Mensch so etwas überhaupt kann.
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  • Das stimmt irgendwie nicht mehr so ganz. Ich hatte dieses Lied natürlich im Ohr, als ich hierher kam und das Bild dazu im Kopf, aber ich muss das etwas revidieren. Beijing ist eine wahnsinnig große Stadt, von der ich kaum einen Bruchteil gesehen habe, dazu sind die Strecken zu weit. Zum Glück ist das Metronetz gut ausgebaut und zweisprachig, so dass es eigentlich kein Problem ist, sich zurecht zu finden. Aber es ist unglaublich, wie viele Kilometer man hier am Tag läuft. Und die Straßen sind halt nicht mehr so voll mit Fahrrädern und Tuktuks sondern auch mit Autos, dafür ist die Luftverschmutzung nicht so schlimm wie in der Mongolei.
    Nachdem der Mittwoch ja so verregnet war und ich den ganzen Tag im Hostel herum hing, dachte ich, ich gehe einfach früh ins Bett und hoffe, dass es Donnerstag besser ist. Allerdings habe ich mich dann mit ein paar sehr netten Franzosen hier im Hostel angefreundet und dann doch noch etwas von der Stadt gesehen, das Nachtleben nämlich. Ist ja nicht unerheblich. Und hier geht echt was. Irgendwie fanden wir bisher jeden Abend "the place to be". Mittwoch landeten wir in einer neu eröffneten kolumbianischen Bar und tanzten Salsa, Donnerstag waren wir Peking Ente essen, dort wo die Botschafter aus der ganzen Welt hingehen und gestern waren wir in einem Club tanzen. Dort war der Ausländeranteil ziemlich hoch, gefühlt alle Foreigners sammelten sich dort ;)
    Tagsüber habe ich ein bisschen Touri-Programm absolviert und war in der Verbotenen Stadt und im Palast des Himmels und im Beihei-Park. Einmal habe ich einen Amerikaner getroffen, mit dem ich ein Stück gegangen bin und gestern hatte ich eigentlich ausschließlich französische Begleitung, echt witzig und sehr nett. Gestern waren wir sehr lecker essen, bevor wir tanzen waren. Gambas und Spargel und sehr viel Chili. Heute Mittag hatte ich einen Hot Pot (ein bisschen wie Fondue, aber cooler) mit Valentin, nachdem wir unsere Zugtickets für Montagabend gekauft hatten.
    Nachdem in der Mongolei ja ganz viel Nichts war, man teilweise einen halben Tag keinen Menschen gesehen hat und vielleicht ein paar Tiere, ist es hier das komplette Gegenteil. Man soll ja nicht so vergleichen, aber auf so einer Reise werden einem solche Unterschiede eben besonders deutlich und auch die Vielfalt, die es auf unserer Erde gibt und die wir viel mehr schätzen sollten.
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