• Molinaseca

    May 26–27 in Spain ⋅ ☀️ 26 °C

    Die Nacht war trotz der Umstände gar nicht so schlecht. Laut Überwachung hatte ich sogar über 1h Tiefschlaf.
    Wie immer waren die ersten schon vor 5 auf um ihre Sachen zu packen.

    Ich blieb liegen bis um kurz nach 7. ich hatte offensichtlich den Wecker ausgemacht und weitergeschlafen. Als ich um 7:45 Uhr meine letzten Sachen packte kamen die gutgelaunten spanischen Zimmermädchen und fingen mit Musik aus dem Handy die Bude zu richten.
    Das war mir zu viel gute Laune am frühen Morgen. Vor acht ist da nichts mit Happiness.

    Ich habe also schnell meine Sachen zusammen gepackt und haben mich vom Acker gemacht. Heute ging es zum Kloster Ferro den höchsten Punkt auf dem Jakobsweg. Außerdem ist das größte Ferro ein besonderer Ort, da man dort seine Sorgen in Form eines Steins ablegt. Von Raval waren es allerdings nur noch 400 Höhenmeter. Der Weg führte als Naturpfad mehr oder weniger steil, den Berg nach oben. Zwischen Rabanal und dem Kreuz liegt Foncebadón. Ein ehemals verlassenes Dorf, das durch den Boom auf dem Jakobsweg wiederbelebt wurde. Unterwegs traf ich Axel wieder, und da er schneller ist als ich, haben wir uns für einen Kaffee in Foncebadón verabredet.

    Beim Kaffee gesellten sich noch zwei Engländer, die Axel bereits kannte, zu uns. Wir unterhielten uns angeregt, bis wohin wir heute laufen, während Axel und ich uns schon in Molinasechs ein Bett gebucht hatten, schwärmten uns die Engländer von ihrer Herberge in Al Acebo vor. Mit Swimmingpool! Wir bekamen ausführlich zu hören, wie er mittags im Swimmingpool liegen wird und uns zuwinken, wenn wir vorbeilaufen. Ich fragte sie noch, ob der wohl denn auch geöffnet ist. Sie wussten es nicht. Mit einem toi, toi toi löste sich die Kaffeerunde dann auf.

    Mit steigender Höhe wurde die Aussicht immer besser. Leider war die Fernsicht nicht vollkommen klar, aber man konnte deutlich sehen, wo wir die letzten Tage hergekommen sind.

    Kurz nach elf hatte ich den höchsten Punkt des Jakobsweg erreicht. Das kreuzleuchtete in der Mittagssonne, und es standen einige Pilger auf dem Steinhaufen. Also klettert auch ich auf den Berg und legte meinen Stein ab. Danach ließ ich mich auf der Bank daneben nieder und beobachte das Treiben. Auch hier gab es wieder die unterschiedlichsten Typen. Manche bestiegen den Berg hielten inne, leg den einen Stein ab und machten vielleicht noch ein Foto. Es gab aber auch hier wieder Menschen, die mich etwas irritierten.
    Da gab es einen Jungen Mann der seinen Rucksack auf die abgelegten Steine warf, ihn öffnete und einen riesigen Stein hervorholte. Keine Ahnung, welche Probleme er hatte, aber scheinen, etwas größer zu sein. Dann kamen Fahrradfahrer, die einen Verpflegungswagen dabei hatten und erst einmal verköstigt wurden. Die nächsten Fahrradfahrer stiegen mit ihren Fahrrädern auf den Berg und ließen sich dort von einem professionellen Fotograf ablichten.

    Irgendwann hatte ich genug gesehen und mich auf den Weg nach unten gemacht. Dieser war am Anfang noch recht gut zu gehen, wurde im Laufe der Zeit aber immer steiler und steiniger in El Acebo kam ich dann auch an dieser sagenhaften Herberge vorbei, die laut Werbeschilder am Weg tatsächlich Swimmingpool, Hammam und einen Whirlpool hat. Leider konnte man von außen nicht sehen, ob das Schwimmbad geöffnet hat.

    So lief ich weiter und war am Ende froh, die 1000 Höhenmeter endlich bewältigt zu haben. Es war fast ein bisschen schade dass es bereits 18:00 Uhr war, mir die Beine weh taten und die Herberge am anderen Ende des Ortes war, denn Molinaseca ist ein hübscher kleiner Ort. Ich hatte aber keine Lust und keine Energie mehr um die 500 m zurück zu laufen und eine Stadtbesichtigung zu machen.

    Ich versorgte mich und meine Ausrüstung und hing den Rest des Abends im Hotel. Unser Zwölfbettzimmer war mit nur fünf Menschen belegt. So hatte ich ein unteres Bett ohne Bettnachbar. Genau das Richtige nach dem anstrengenden Tag. Zur Sicherheit habe ich mir noch die Ohren verstöpselt.
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