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- Day 13
- Saturday, October 16, 2021 at 12:32 PM
- ☀️ 37 °C
- Altitude: 960 m
BotswanaNgamiland East19°13’44” S 23°2’56” E
Ocavango Delta - Mokoro Overnighter

Samstag 16.10. African Glamping
Nach einem leckeren Frühstück wurden wir abgeholt, um ins Okavango-Delta zu fahren. Mal wieder über holprige Sandpisten, vorbei an kleinen Dörfern mit Reet gedeckten runden Lehmhäusern. Diesmal mussten wir nicht selbst fahren, sondern durften die Szenerie aus dem offenen Safariauto betrachten. An diesem hing auch noch ein voll beladenen Anhänger. Verrückt, dass wir nicht im Sand stecken geblieben sind und auch die schmalen hölzernen Brücken unsere Last ausgehalten haben. Scheinbar sind die Straßenverhältnisse hier wirklich "normal".
Es erwarteten uns doppelt so viele Menschen, als wir selbst waren. Jeder packte an, hiefte das ganze Equipment, was für einen Campingausflug ins Delta so benötigt wird, in die kleinen Fiberglasboote. Sie werden Mokoros genannt. Diese wurden traditionell aus einem Baum geschnitzt und werden durch das flache Wasser gestakt, also mit einem Stab abgedrückt und gelenkt.
Mit diesen Booten glitten wir lautlos über das Wasser, durch Schilf und an Seerosen vorbei. Wir waren damit auf Augenhöhe der Hippos, die mit uns im gleichen Pool badeten. Unsere Füße und Hände durften wir jedoch nicht ins kühle Nass halten - Kroko-Alarm!
Nach der zweistündigen Bootsfahrt sind wir auf "unserer Privatinsel" angekommen und die 7 köpfige Crew (alles Mitglieder aus dem kleinen Dorf) war schon dabei, unser Camp aufzubauen. Von der Feuerstelle, über unsere Tafel zum Essen, einem Toilettensitz über einem Loch bis hin zur Dusche war an alles gedacht. Kurze Zeit später hieß es sogar "your rooms are ready". So schlafen wir heute Nacht auf weichen Matratzen, dicken flauschigen Decken und den hübsch hergerichteten Handtüchern - ganz wie in einem Hotelzimmer.
Die Siesta-Time wurde uns mit Keksen und über dem Feuer gekochtem Tee, Kaffee und Kakao versüßt.
Danach ging es zu unserer ersten Fußsafari durch den Busch. Wir lernten so einiges über tierische Kacka, z.b. dass die Hippomännchen Dünnpfiff haben und den Dung zur Reviermarkierung im Umfeld verteilen. Der Elefantendung ist bestens geeignet, um ein Feuer anzuzünden oder mit dem Qualm Moskitos zu vertreiben. Wildbeest-Köttel sind größer als die der Impalas. Und bei Zebras sieht es aus wie bei Pferden. Auch werden wir im Spurenlesen ausgebildet. Zudem ist es sehr wichtig, dass wir uns mit der Windrichtung hinter den Wildtieren positionieren, damit sie uns nicht riechen. Bei direktem Löwenkontakt sollten wir ihm in die Augen schauen und brüllen. Vor Elefanten und Büffeln laufen wir am besten weg und verstecken uns hinterm nächsten Busch. Zebras und Antilopen sind hingegen solche Schisser, dass wir keine Verteidigungsstragegien benötigen; sie rennen eher vor uns weg.
Neben den üblichen Verdächtigen, wie Elefanten, Zebras, Wildbeest und Giraffen, lernten wir auf dieser Tour so einiges über die kleinen Termiten (optisch nicht mit Ameisen zu verwechseln). Sie brauchen einige Jahren, um einen bis zu 2 Meter hohen Termitenhügel zu errichten. Die Zusammensetzung ähnelt Zement, sodass mit der Zugabe von Wasser Ziegelsteine für die umliegenden Dörfer aus diesem Material geformt werden. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Termitenhügel die Basis für die Inseln im Okavango Delta bilden: Elefanten nutzen die Hügel gerne als ihre "Kopfkissen", lehnen sich an ihnen an oder schnuppern sich an ihnen. Wenn sie dann mal aufs Klo müssen, verteilen sie die frische Elefantenkacka, welche mit Samen und Früchten der verschiedensten Pflanzen bestückt ist, in diesem Gelände. So entsteht langsam neues, artenreiches Land.
Mit unseren fleißigen Helferlein lassen wir den Abend mit Spaghetti und Bush-Bolognese am Feuer ausklingen.Gemeinsam sitzen wir mot den Guides und soe beantworten unsere vielen neugierigen Fragen zur Tierwelt, ihren gefährlichsten Begegnungen mit Wildtieren, ihrem Leben im Dorf, wann und wie geheiratet wird und welche Feste sie feiern.
Wir werden von vorne bist hinten verwöhnt. Hier im Busch muss man wirklich sagen, dass ist Glamping (Glamorous Camping) pur! Etwas unangenehm ist jedoch, dass wir behandelt werden wie die Könige: es wird uns alles hinter hergetragen, kein Wunsch bleibt unerfüllt, wir sitzen auf Stühlen an einem gesonderten Tisch mit Tischdecke, während die Guides und Helfer am Boden an einer anderen Seite des Camps sitzen. Diese Klassengesellschaft zwischen Schwarz und Weiß, Reich und Arm ist uns nun schon so oft aufgefallen. Aber was ist nun richtig? Einerseits finden wir es unangenehm und möchten nicht als was besseres behandelt werden, gleichzeitig bringen wir mit unserem Ausflug Geld und Jobs in diese abgelegen Regionen. Alles ein Für und Wider, über das sich lange diskutieren ließe. Ich wünschte mir, dass diese Grenzen täglich ein Stück unwichtiger werden.
Eine Idee hier wäre tatsächlich, dass wir beim Campbau helfen könnten oder wir zusammen mit der ganzen Crew an gleichen Tisch die gleiche Gerichte essen würden. Das wäre für mich ein erster Schritt, auf Augenhöhe mit einander zu sein ....Read more