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- Day 15
- Monday, October 18, 2021 at 3:00 PM
- ⛅ 34 °C
- Altitude: 928 m
BotswanaNgamiland East19°56’11” S 24°46’35” E
South camp Nxai Pan

Montag, 18.10. Showdown am Wasserloch - König vs. Präsident
Der Tag fing gut an: "Ausschlafen", ausgiebiges Frühstück in der Sonne, kleine Laufeinheit bei 32 Grad Celsius und vor uns die Weite der Nxai Salzpfanne. Gestern haben wir sie nur im Dunkeln erahnt, heute sehen wir am anderen Ende die großen bekannten Baines Baobabs und andere von goldenem Gras funkelnde Inseln.
Die Salzpfanne lädt förmlich dazu ein, ein paar Poser-Fotos und lustige Videos mit unserem Auto zu machen. So zogen wir Kreise über den trockenen Boden, wedelten hinter uns den Staub auf, um Bushlore, unser Gefährt und uns selbst so richtig schön ins Szene zu setzen. Ai ai ai, wir rechneten nur nicht mit dem Parkranger, der scheinbar unsere Fahrkünste beobachtete. Erbost und aufgebracht kam er zu uns, baute sich vor uns auf und wollte uns schon fast des Parks verweisen. Außerhalb der Wege fährt man doch nicht! Was haben wir uns dabei bloß gedacht? Was soll das? Soll ich euch aus dem Park schmeißen? Ihr wisst schon, dass ich das kann? Okay, vielleicht war das etwas naiv von uns, aber zwischen den tausenden Spuren war eh keine Hauptstraße auszumachen und außerdem war das Fotomotiv einfach zu verlockend. Aber was solls, so geben wir klein bei, stecken straußenartig die Köpfe in den Sand und machen uns brav von dannen.
Mittags wechseln wir den Campingplatz und fahren beim vom Pförtner empfohlenen Wasserloch vorbei. Für die Mittagshitze ein wildes Treiben vor Ort. Wir beobachten Impalas und Springböcke (der einzige Ort in Afrika, an dem diese beiden Tiere nebeneinander vorkommen!), die auf die Knie gehen, um im Wasserloch zu trinken. Wildebeest, die mit Zebras in Begleitung zum Wasserloch pilgern. Geier, die ihre riesigen Flügel ausbreiten und sich mit Adlern anlegen, Elefanten die Baden, Strauße, die eigenartig trinken und Schakale, die wie Füchse umher streunern.
Auf dem Rückweg entdeckten wir im Schatten schlummernde Löwen. Diesmal haben wir sie auch ohne Guides entdeckt. Wir werden zu richtigen Safari-Profis! Unsere Skills als Afrika-Experten haben wir sogar schon am Morgen bewiesen, in dem wir diesmal nicht die notleidende Autofahrer waren, sondern einen stecken gebliebenen Einheimischen aus dem Sand zogen. CHACKA (LAKKA)!
Im Gegensatz zu den Tieren, haben wir keinen Pool, um die 35 Grad erträglich zu machen. So setzen wir uns eher am Campingplatz in den Schatten, lesen, springen Springseil und spielen Kniffel. Scheinbar ist dieses Unterhaltungsprogramm auch für Elefanten interessant. So fressen sie neben uns die trockenen Sträucher, stapfen aus dem Busch, quer über den Zeltplatz, hinterm Auto und an den Waschhäusern vorbei.
Irgendwie ist es schon verrückt, wie nah man diesen Tieren kommt. Jedes Mal rutscht uns (und insbesondere mir) das Herz in die Hose.
Am zur Mittagszeit so gut besuchten Wasserloch war es zum Nachmittag doch recht ruhig. Und so standen wir, starrten in die Weite, ein kräftiger Wind zog auf, außer Bushchicken war weit und breit nichts zu sehen. Wie gut, dass wir Wizard dabei hatten und nun über die Mittelkonsole gelehnt uns gegenseitig in die Karten schauten ;) huch, was lenkt uns mit einmal ab? Das Löwenrudel, welches 4h zuvor noch im Schatten chillte, lief gemächlich zum Wasserloch. Wie Katzen schleichen sie elegant und beugen sich vorn über zum Wasser, um zu trinken. Die 12 Tiere sind mit einmal nun richtig aufgeweckt und spielten und schmusten miteinander. Was angenehmere Temperaturen so alles verändern ...
Mit der untergehenden Sonne stapfte ein großer Elefantenbulle zur Wasserstelle. Wie wird das wohl ausgehen? Entgegen unserer Annahme, dass die Löwen ihre Wasserstelle verteidigen werden, ziehen die Könige von Afrika sich zurück und lassen dem großen Dickhäuter den Vortritt. Erst als sich der Präsident von Afrika (aka. Elefant) zurück zieht, ist es wieder Spielzeit für die Löwen am Wasser. Wir kannten deutlich sehen, dass sie großen Respekt vor dem Elefanten hatten. Die Löwen werden nun richtig wach, wir hingegen müssen nun ins Bettchen. Sandmännchenzeit! Was für eine Gemeinheit, jetzt beginnt das Schauspiel doch erst richtig!
Mit der untergehenden Sonne zog auch ein fieser Wind auf, sodass das Kochen über dem Gaskocher eine halbe Ewigkeit dauerte. Viele Schakale statten uns am Campingplatz einen Besuch ab, schrecken uns nach der Begegnung mit den Hyänen aber nicht mehr auf. Safari-Profis eben! :)Read more