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- Dag 35
- onsdag 30. juli 2025 17:00
- ☀️ 34 °C
- Høyde: 715 m
UsbekistanSamarkand39°39’18” N 66°58’34” E
Tag 35 - Registan
30. juli, Usbekistan ⋅ ☀️ 34 °C
Nur Arnd:
Der Registan ist touristisch betrachtet das Gesicht Usbekistans. Ein Foto mit der Totalansicht gab es an Tag 33. Es ist ein Platz, der umgeben ist von 3 Madrasas, den Hochschulen der damaligen Zeit. Die erste wurde ab 1417 von Ulugh Beg errichtet, dem hauptsächlich als Astronomen bekannten Enkel von Amir Timur. 200 Jahre stand sie allein dort. Die Timuridendynastie war schon Geschichte, als ab 1619 erst die heute gegenüberliegende Sher-Dor Madrasa und ab 1646 die Tilya-Kori Madrasa erbaut wurden. Die Sher-Dor Madrasa ist spiegelbildlich zur Ulugh Beg Madrasa erbaut. Eine solche Anordnung gibt es in Usbekistan öfters, sie heißt Kosch - Augenbrauen.
Madrasas waren (Hoch-) Schulen. Hier konnten Jungen ab dem Alter von 15 Jahren aufgenommen werden und 10 Jahre lang dort lernen. Sie waren zu dritt in kleinen zweistöckigen Wohneinheiten untergebracht. Unten wurde studiert, oben geschlafen. Diese Wohneinheiten waren in der Ulugh Beg Madrasa in zwei Stockwerken angeordnet. Nach 5 Jahren konnten die Schüler vom Erdgeschoss ins Obergeschoss wechseln.
Sie wurden voll versorgt und bekamen sogar etwas Geld. Die Möglichkeit zu studieren war deshalb nicht abhängig vom Reichtum der Familie. Die ersten Jahre gab es eine allgemeine Ausbildung in einer Reihe von Fächern, wozu neben Sprachen und Literatur auch Mathematik und Astronomie gehörte. Später dann mussten sie sich spezialisieren und wurden dann entweder Arzt, Jurist, Philosoph, geistlicher Lehrer oder weltlicher Lehrer.
Die Fassadengestaltung der Sher-Dor Madrasa ist ziemlich ungewöhnlich, weil dort nicht nur Ornamente, sondern weltliche Motive abgebildet sind, was im Islam eigentlich verboten ist. Der auftraggebende Herrscher hatte sich unter anderem Löwen gewünscht. Da die lokalen Künstler niemals Löwen gesehen hatten, aber wussten, dass die lange Haare haben, haben sie einfach Tiger mit langen Haaren gemalt. Tiger gab es seinerzeit in Usbekistan. Aber das kennen wir Münchner ja z.B. auch vom Chinesischen Turm, der nur entfernt an chinesische Architektur erinnert.
Wir hatten uns wieder eine Führerin genommen. Nach der Führung konnten wir eines der Minarette besteigen. Das ging steil auf einer sehr engen Wendeltreppe nach oben. Dort durfte man auch nur einzeln mit dem Oberkörper raus und sich die Umgebung anschauen und fotografieren. Auf dem Weg nach unten fielen uns die Fenster auf, die an Schießscharten erinnerten. Was das wohl für einen Grund hat?
Die Führerin hat uns noch die verschiedenen Techniken der Ornamente gezeigt. Da gibt es Mosaike. Die sind aus verschieden glasierten Plättchen zusammengesetzt. Im Gegensatz dazu nannte sie die Majolikatechnik. Da wurden verschiedene Farben aufgemalt. Allerdings musste man nach jeder einzelnen Farbe das Stück nochmal brennen und das jedes Mal mit der je nach Farbe richtigen Temperatur. Das war sehr aufwändig.
In der Ulugh Beg Madrasa gab es eine kleinere Moschee. In der spiegelbildlichen Sher-Dor Madrasa gab es keine, weil die Moscheen immer nach Mekka ausgerichtet sein müssen und das in dieser Moschee nicht gut möglich war. Dafür gab es in der Tilya-Kori Madrasa eine größere Moschee. Über den Moscheen ist normalerweise eine außen türkisfarbene Melonenkuppel gebaut. Wegen der Ausrichtung nach Mekka ist diese Moschee auf der linken Seite der Madrasa und nur dort gibt es eine Kuppel (Foto Tag 33). Die Kuppeln haben in der Regel zwei Schalen. Bei der Tilya-Kori Madrasa ist die innere Schale tatsächlich flach und nicht gewölbt. Aber durch eine geschickte Bemahlung sieht es von innen trotzdem so aus, als ob da eine Kuppel wäre.
An verschiedenen Stellen gibt es „Fenster“, eigentlich Gitter, die den Wind durchlassen und so den Innenhof oder die Räume der Studenten kühlen. Direkt davor stehen heute große Sitzgelegenheiten und dort ist es tatsächlich sehr angenehm. Überhaupt wirken diese Innenhöfe außerordentlich friedlich und entspannend. Ich frage mich allerdings, wie sich die Studenten da gefühlt haben. 10 Jahre lang war das ihre Welt, das ist eine lange Zeit.
Zum Ende hin konnten wir noch eine Hochzeits-Fotosession beobachten. Die sehr hübsche Frau (sagt Hea-Jee) mit geradezu riesigem Gewand und der Mann erfreulicherweise nicht im westlichen Anzug, sondern in einer traditionelleren Kleidung.Les mer




















