- Reis weergeven
- Toevoegen aan bucketlistVan bucketlist verwijderen
- Delen
- Dag 36
- donderdag 31 juli 2025
- ☀️ 33 °C
- Hoogte: 718 m
OezbekistanSamarkand39°38’55” N 66°58’9” E
Tag 36 - Amir Timurs Mausoleum
31 juli, Oezbekistan ⋅ ☀️ 33 °C
Nur Arnd:
Am letzten Tag noch ein Besuch der Grabstätte von Amir Timur. Er hat das Gebäude für seinen Lieblingsenkel errichten lassen, der in einer Schlacht gefallen war. Er selbst wollte in seiner Heimatstadt begraben werden. Die Herrschaftsnachfolge war hier wohl nie klar geregelt und daher wurde sie immer gewalttätig. Am Ende musste der Gewinner seine Herrschaft legitimieren und was hilft da mehr, als der Leichnam des Vorgängers? Außerdem lag nach dem Tod Timurs seine Heimat in einem fremden Land. Also wurde er auch in diesem Gebäude bestattet.
Das Gebäude hat im groben dieselben Elemente wie die Madrasas und die Moscheen. Ein Detail wird gern erwähnt: Die Kuppel hat ihre breiteste Stelle nicht am unteren Rand. Sie weitet sich von unten her erst etwas auf. Das nennen die Bauforscher Bauchung. Als Stilelement hat es das an vielen Orten der Welt gegeben. Die deutsche Wikipedia bringt als Beispiele dafür u.a. eben dieses Mausoleum und auch fast direkt daneben die Zwiebeln der Münchner Frauenkirche.
Wenn wir schon bei Stilelementen sind: Der Übergang von geraden Wandteilen zu gewölbten wird in der islamischen Architektursprache gern durch sogenannte Muqarnas gemacht. Da die etwas an Tropfsteinhöhlen erinnern, wird das auch als Stalaktitendekoration bezeichnet.
In dem Gebäude sind mehrere enge Angehörige, aber auch andere bedeutende Persönlichkeiten bestattet, u.a. auch sein Enkel und Astronom Ulugh Beg. Die Steinblöcke, die das markieren heißen Kenotaphe. Dass sind nur Markierungen, die Leichname befinden sich im Untergeschoss. Der schwarze Kenotaph in der Mitte ist der von Amir Timur, er ist aus dem Mineral Nephrit, was wohl in dieser Größe sehr selten ist.
Noch ein paar Worte zum Namen. In der deutschen Wikipedia heißt die Anlage Gori Amir, englisch Gur-e-Amir Es ist bei usbekischen Worten oder Namen üblich, sie in verschiedenen Sprachen jeweils so zu schreiben, dass man sie richtig ausspricht. Das ist durchaus ein Vorteil, führt aber dazu, dass es keine einheitliche Schreibweise für die Dinge gibt. Wenn man z.B. in einer Karte nach etwas mit Hilfe des Namens sucht, weiß man nicht, wie man es schreiben soll. Die andere Methode kenne ich aus Korea. Dort gibt es eine standardisierte „Transliteration“, eine Schreibung mit Hilfe Lateinischer Zeichen. Die ist so gemacht, dass Amerikaner das meist einigermaßen richtig aussprechen, während z.B. Deutsche regelmäßig ziemlich daneben liegen. Die Hauptstadt von Südkorea, in offizieller Transliteration Seoul geschrieben, heißt nicht „Seeuhl“, wie Deutsche das gern sprechen, sonder eher Soul mit offenem o.
Der usbekische Name des Gebäudes heißt Goʻri Amir. Daran sind zwei Dinge interessant. Die Usbeken haben sich nach dem Ende der russischen Herrschaft Anfang der 90er Jahre, auch unter dem Einfluss der Türkei entschieden, ihre Sprache mit Hilfe Lateinischer Buchstaben zu schreiben. Vor langer Zeit haben sie Arabisch geschrieben (allerdings nicht Usbekisch). Ab den 1920er Jahren wurde Usbekisch zur Schriftsprache, anfangs mit Lateinischer Schrift - zu der Zeit wollte auch die Sowjetunion auf Latein umsteigen. Ende der 30er Jahre ging es dann wie auch in der Sowjetunion zum kyrillischen und Anfang der 90er eben zu den lateinischen Zeichen.
Nun haben sie natürlich Laute, für die es im Latein keinen Buchstaben gibt. Man hat dann mehrere Möglichkeiten, das Problem zu lösen. Man kann Akzente an den Buchstaben anbringen, wie z.B. bei deutschen Umlauten. Man kann auch zusätzliche Zeichen erfinden oder aus einer anderen Schrift entlehnen, wie das deutsche ß. Man kann aber auch Kombinationen von Zeichen benutzen, wie z.B. die deutschen Umlautersetzungen ae, oe und ue. Die Usbeken haben sich sehr pragmatisch entschieden, die Zeichenkombinationen zu verwenden, weil das bei der Nutzung von Computern am wenigsten Probleme macht. Im Goʻri ist die Kombination aus o und ʻ eine solche Zeichenkombination. Die kommt auch in ihrer Währung, dem Soʻm vor. Die Usbeken können jetzt mit original amerikanischen Tastaturen ihre Sprache schreiben.
Allerdings habe ich gelesen, dass es doch Bestrebungen gibt, auf Akzente umzusteigen. Es ist also noch im Fluss. Die Bevölkerung muss natürlich auch mitspielen. Gerade die Älteren haben natürlich Kyrillisch in der Schule gelernt und halten daran fest. Man kann auch nicht alles gedruckte nochmal neu drucken. Das Nebeneinander von Kyrillisch und Lateinisch wird also wohl noch lange andauern und die Kinder lernen in der Schule alle diese Schriften.
Zum Schluss noch zwei verschiedene Backsteinanordnungen in Bögen, ein Fusion-Mittagessen mit Artischocken-Humus, Rote Beete-Feta Sauce und dunklem Brot - mild, weil Hea-Jee etwas unwohl war. Nachmittags im Hotel Pinguine gefüttert und beim Abendessen der leckere Lemon-Tee aus wenig schwarzem Tee mit wohl eher Mandarinen statt Zitronen.Meer informatie










