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- Day 37
- Friday, August 1, 2025
- ☀️ 35 °C
- Altitude: 235 m
UzbekistanBuchara39°46’20” N 64°25’26” E
Tag 37 - Reise nach Buchara
August 1 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 35 °C
Hea-Jee:
Am Morgen sind wir gemütlich aufgestanden, haben in Ruhe gefrühstückt und uns langsam fertiggemacht. Dann haben wir ein Yandex-Taxi gerufen und sind zum Bahnhof von Samarkand gefahren. Wir mussten dort ein bisschen warten, bevor wir in den angenehm kühlen Zug eingestiegen sind. Trotz der 2+2-Sitzanordnung war es geräumig und bequem.
Arnd meinte, dass er nur deshalb die normale Klasse gebucht habe, weil dieser Zug ein neues Modell sei. Wäre es ein älteres Modell gewesen, hätte er sich Sorgen um die Klimaanlage gemacht und Businessklasse genommen. Mein lieber Mann – sein kluger Kopf ist immerzu beschäftigt.
Um das Gefühl zu genießen, von einer Oase zur nächsten zu reisen, habe ich einfach aus dem Fenster geschaut. Die Oase Samarkand wirkte erstaunlich weitläufig. Wir fuhren eine Weile durch grüne Wälder und gepflegte Felder. Irgendwann begannen sich ockerfarbene Hügel am Horizont zu zeigen, und bald darauf breitete sich die weite Steppenlandschaft aus.
Nur entlang der Bahnstrecke blieb es grün – vermutlich, weil die Gleise entlang einer Wasserader verlaufen. So konnten auch die Menschen in den verstreuten Dörfern mit dem Zug reisen. Doch Flüsse oder Bäche waren nicht zu sehen – wahrscheinlich durch die Hitze völlig ausgetrocknet.
Dann verschwanden auch die letzten Bäume entlang der Strecke, und die echte Wüste begann. Alles – Felder, Hügel, Berge – war ausgedörrt und ockerfarben. In der Ferne sah man ab und zu Sandstürme wie riesige Schornsteine in den Himmel schießen.
Selbst im angenehm klimatisierten Zug bekam man Durst – so trocken und karg wirkte alles. Ich musste an die alten Karawanen denken, die mit ihren beladenen Kamelen diese Strecke durchquerten. Es muss für Mensch und Tier unglaublich anstrengend gewesen sein.
Bukhara ist eine traditionelle Oasenstadt, umgeben von Wüste. Noch kurz vor der Ankunft war alles Wüste, und dann tauchten plötzlich Gebäude auf. Der Bahnhof liegt nicht direkt in Bukhara, sondern in dem kleinen Ort Kogon. Von dort sind wir mit Yandex-Taxi etwa 30 Minuten gefahren und ganz bequem im Hotel angekommen, das sich in der Altstadt befindet.
Das Hotel sah aus, als sei es neu, aber in traditionellem Stil erbaut. Es war hübsch wie aus einem Märchen und dabei sehr komfortabel ausgestattet. Wir ließen nur kurz unser Gepäck dort und gingen gleich wieder los.
Es war 14 Uhr, die Sonne brannte gnadenlos, und eigentlich wollte ich die kühle Unterkunft nicht verlassen. Aber wir hatten Hunger – und waren auch neugierig auf die neue Stadt. Wir spazierten durch die verwinkelten Gassen eines Wohnviertels, wie ich sie so sehr mag, Richtung Stadtzentrum. Wobei – Wohnviertel ist vielleicht zu viel gesagt, denn viele Häuser waren offensichtlich in Hotels umgewandelt worden.
Überall stieß man auf historische Stätten. Bukhara wird nicht umsonst als Juwel der Seidenstraße bezeichnet – es ist eine Stadt mit Geschichte und Kultur. Über Jahrhunderte war sie ein Zentrum islamischer Wissenschaft, Architektur und des Handels, und viele historische Bauwerke sind bis heute erhalten geblieben.
Wir aßen zu Mittag. Das Restaurant war wunderschön und hatte eine tolle Atmosphäre. Aber da es draußen war, war es nach dem Essen einfach viel zu heiß. Trotzdem sind wir nicht direkt zurück ins Hotel gegangen, sondern haben noch ein bisschen die Stadt erkundet. Als wir schließlich zurückkamen, hatte ich Kopfschmerzen und mir war übel – wahrscheinlich ein Hitzschlag.
Ich wollte mich schnell kalt duschen. Das Badezimmer war heiß wie eine Sauna. Ich habe das kalte Wasser aufgedreht – aber es kam heiß. Ich dachte, der Wasserhahn sei vertauscht, also drehte ich ihn in die andere Richtung – da kam kochend heißes Wasser. Offenbar liegt der Wassertank auf dem Dach.
In der Hitze unter heißem Wasser zu duschen war wohl keine gute Kombination. Ich legte mich aufs Bett – mir war richtig schlecht. Ich sagte Arnd mürrisch, dass ich einen Hitzschlag hätte. Ich nahm ihm übel, dass aus 50 Metern ständig 400 wurden..
Ich schlief kurz ein, und danach ging es mir etwas besser. Arnd begriff dann auch, wie ernst es war, und schlug vor, dass wir heute nicht mehr rausgehen. Er ging alleine los und besorgte etwas zum Abendessen im Supermarkt.
Eigentlich hatte ich gar keinen Appetit – aber dann zog er plötzlich koreanische Instantnudeln aus der Tasche. Auf einmal bekam ich Hunger – und alles war vergeben und vergessen.
Arnd:
Nur eine kurze Analyse der Taxikosten: Die gefahrene Strecke war 13km, die Kosten 31600 So‘m, 2,15€. Also kostete der Kilometer 0,16€ Das ist nicht einmal die Hälfte dessen, was nach ADAC Angaben ein gefahrener Autokilometer eines vergleichbaren Autos in Deutschland kostet - Abschreibung, Steuern, Versicherung und Treibstoff. Der Fahrer muss ja auch was verdienen, das käme noch dazu. Wenn er das Geld komplett bekäme, hätte er einen Stundenlohn von rund 4€. Und dann wird das ganze System von Yandex betrieben, einer Art russischem Uber. Solche Firmen wollen in der Regel dicke Gewinne haben.
Die Autos werden ganz überwiegend im Land hergestellt. Sie laufen unter dem Namen Chevrolet, sind also amerikanische Lizenzbauten. Es gibt auch zunehmend chinesische Autos u.a. Von BYD. Wenn was repariert werden muss, ist die Arbeitskraft wesentlich billiger und vielleicht ist der Staat hier auch bescheidener. Trotzdem ist mir das ein Rätsel.Read more








TravelerTaxipreise: Die lokalen Autos werden oft mit Gas betrieben (€ 0,25 je Liter), keine Abgaben, keine Versicherung, Yandex ist vollautomatisiert und verlangt geringe Margen, es werden oft Privatfahrzeuge genutzt, sehr niedrige Lebenshaltungskosten, Gehälter bei € 150-200 monatlich.