- Vis reise
- Legg til bøttelisteFjern fra bøtteliste
- Del
- Dag 44
- fredag 8. august 2025 16:45
- ☀️ 31 °C
- Høyde: 878 m
KasakhstanAlmaty43°14’12” N 76°57’8” E
Tag 43 - Nachtzug nach Almaty
8. august, Kasakhstan ⋅ ☀️ 31 °C
Arnd:
Wir sind nach Almaty Kasachstan gefahren. Es war eine Reise in einem komfortablen modernen Zug. Wohl wegen der schlechten Gleise fährt er meist nur 60km/h und deshalb dauert die knapp 1000km lange Reise 17 Stunden. Wir sind erster Klasse Schlafwagen gereist und haben zweimal im Boardrestaurant gespeist. So vergehen auch 17 Stunden recht schnell und angenehm.
Das Foto zeigt das hintere Ende des Zugs. Dort ist ein Wagen mit Dieselmotor, der im Bahnhof Strom für den Zug erzeugt. Die Lokomotive fährt elektrisch und wird an der Grenze, 20km hinter Taschkent gewechselt. Es gibt im Bahnhof zwar auch eine etwas versteckte Unterführung, aber die meisten Fahrgäste zogen es vor, über die Gleise zum anderen Bahnsteig zu gehen. Kein Problem hier, weil der nächste Zug erst in vier Stunden fährt.
Die Kindergartenwerbung war noch in Taschkent. (Kommentar von Hea-Jee: Arme Kinder!)
Hea-Jee:
Wir nahmen den Nachtzug von Usbekistan nach Kasachstan. Es war die beste Klasse mit Etagenbetten in einem Abteil (60€ pro Person). Das Abteil war klein, aber es gab sogar einen kleinen Tisch, unter dem sich ein Waschbecken befand, sowie einen Mülleimer – alles Nötige war da. Decken, Kissen, Bettbezüge und Handtücher waren sauber und ordentlich bereitgelegt. Es gab auch eine Tür zum Nachbarabteil, sodass eine vierköpfige Familie zwei Abteile miteinander verbinden und gemeinsam nutzen konnte.
Am Ende des Gangs stand ein Wasserspender, aus dem man eiskaltes oder heißes Wasser zapfen konnte. Arnd wusste im Voraus, dass heißes Wasser verfügbar ist, also hatten wir vorsorglich zwei koreanische Instantnudeln eingepackt. Die Holzstäbchen, die wir beim letzten Besuch in einem koreanischen Restaurant benutzt hatten, hatten wir gewaschen und ebenfalls mitgenommen.
Vor der Grenzüberquerung waren wir etwas nervös. Wir hatten gehört, dass die kasachische Grenze sehr streng kontrolliert wird. Vor allem bei Medikamenten – es hieß, man solle eine Bescheinigung auf Russisch mitführen, die belegt, dass es sich um Eigenbedarf handelt. Wir, nicht mehr ganz jung, nehmen täglich einige Medikamente ein – für ein ganzes Jahr, in Originalverpackungen – das nahm ganz schön viel Platz ein. Dazu kommt noch die Reiseapotheke.
Der Zug hielt auf usbekischem Gebiet an der Grenze. Soldaten kamen und verlangten unsere Pässe und den Nachweis unseres Aufenthalts in Usbekistan. Arnd hatte vorausschauend alle Unterlagen von jedem Hotelbesuch gesammelt, sie wurden kurz überflogen und dann ging es weiter. Danach kamen nochmals Soldaten mit einem Spürhund, und wieder andere nahmen die Pässe mit, dann erschienen Uniformierte und fragten nach dem Zweck unserer Reise. Beim Gepäckcheck sahen sie, dass wir – dem Rat der Schaffnerin folgend – unser Gepäck bereits geöffnet und bereitgelegt hatten. Sie nickten nur und gingen weiter. Oh je, wenn schon die Ausreise so streng ist, wird der Eintritt nach Kasachstan wohl noch schwieriger.
Der Zug fuhr ein Stück weiter, überquerte ein kleines Flüsschen, und hielt dann an einem Bahnhof auf kasachischem Gebiet. Auch hier kamen mehrere Male Soldaten mit Spürhunden, nahmen die Pässe mit und stellten Fragen. Schließlich betrat ein würdevoll wirkender Soldat mittleren Alters unser Abteil. Mit einem großen Gerät überprüfte er unsere Pässe, machte von jedem von uns ein Foto, verglich unsere Gesichter mit den Passbildern und begann mit der Gepäckkontrolle. Wir mussten alles einzeln auspacken. Nachdem wir die vielen ordentlich sortierten Beutel aus dem Rucksack genommen hatten und er sah, dass sich darunter nichts weiter befand, winkte er ab – er wollte den Inhalt der Beutel nicht sehen, wir mussten sie nicht weiter auspacken. Er lächelte freundlich und verabschiedete sich mit einem Salut.
Schon in Usbekistan hatten wir den Eindruck, dass viele Leute es interessant fanden, dass eine asiatische Frau und ein westlicher Mann gemeinsam reisten. Manche fragten sogar mehrfach, ob wir wirklich verheiratet seien und zusammenlebten.
Nachdem wir die Grenze problemlos passiert hatten, waren wir endlich erleichtert. Draußen sah man vereinzelt alte Häuser, aber größtenteils nur ockerfarbene Steppe. Auch die fernen Berge waren ockerfarben. Da kurze, vertrocknete Gräser wuchsen, schien es keine Sandwüste zu sein.
Wir sahen größere Gruppen von Pferden oder Rindern, wussten aber nicht, ob sie wild waren oder jemandem gehörten. Wie könnte man in dieser endlosen Weite überhaupt Tiere kontrollieren? (Arnd meinte, dass ein Reiter als Hirte sie kontrollieren könne – wie in Norwegen, wo Hirten mit dem Schneescooter riesige Rentierherden lenken.)
Erstaunlich war, dass auch die Kühe liefen und sprangen. Eine riesige Kuh hüpfte regelrecht – da fragte ich mich, ob Rinder eigentlich springfreudige Tiere sind, ihre Bewegungsfreiheit aber in Ländern wie Korea oder Europa verlieren, wo sie auf engem Raum gehalten werden.
Ich hätte auch die Instantnudeln mit heißem Wasser aus dem Zug gerne gegessen, aber Arnd wollte lieber in den Speisewagen gehen. Wir mögen Zugrestaurants eigentlich ganz gern. Obwohl es viele Leute gab, fanden wir einen freien Tisch und konnten gemütlich zu Abend essen. Wir teilten uns Teigtaschen mit Kartoffelfüllung und ein Hühnergericht mit Gemüse. Dazu bestellten wir eine Kanne Schwarztee. Alles zusammen kostete etwa 11 Euro.
Mit Feuchttüchern wischte ich grob Sonnencreme von Gesicht und Armen ab und wusch mich dann im Waschbecken im Abteil. Als ich dort meine Zähne putzen wollte, erschrak Arnd. Er sagte, er habe bisher immer mit Mineralwasser geputzt. Er demonstrierte, wie man mit einem einzigen Schluck Wasser die Zähne putzen und den Mund ausspülen kann, und wie man mit einem halben Schluck die Zahnbürste reinigt. Nach dem Zähneputzen saugte er den restlichen Zahnpastaschaum von der Bürste, spülte den Mund aus und reinigte die Bürste mit Wasser aus der hohlen Hand – und sie wurde tatsächlich recht sauber. Trotzdem nahm ich mir vor, in der Unterkunft weiter mit Leitungswasser zu putzen. Ich könnte danach noch einen Schluck Mineralwasser zum Spülen nehmen, wenn ich mich unsicher fühlen würde.
Bei angenehmer Temperatur und in einem sauberen, bequemen Bett liegend, fühlte ich mich pudelwohl und war glücklich. Arnd erzählte, dass dieser Zug ein spanisches Modell sei und die Räder an bestimmten Stellen so montiert seien, dass sie regelmäßig ruckeln – und tatsächlich war es so. Manche sollen deshalb schlecht geschlafen haben. Für mich klang es wie ein Schlaflied – ich war sofort eingeschlafen.Les mer

















