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- Day 49
- Wednesday, August 13, 2025 at 9:00 PM
- 🌙 26 °C
- Altitude: 910 m
KazakhstanAlmaty43°14’1” N 76°57’27” E
Tag 49 - Ein paar Gedanken …
August 13 in Kazakhstan ⋅ 🌙 26 °C
… zu Kasachstan und Zentralasien von Arnd:
Für Interssierte
Ein Vergleich zu Australien:
Mir kam in den Sinn, daß diese beiden Länder einiges gemeinsam haben, natürlich auf unterschiedlichem Entwicklungsstand. Sie haben ähnlich viele Einwohner, Australien 27 Millionen, Kasachstan offiziell 20 Millionen, aber man sagt, dass es mehr sind. Beide Länder sind riesig, wobei Australien zweieinhalb mal so groß ist. Diese Landfläche ist vor allem gefüllt mit Wüsten bzw. Steppen und deshalb sehr dünn besiedelt. Die Menschen leben vor allem an den Rändern.
Beide Länder leben zu einem erheblichen Teil vom Export von Rohstoffen. In Kasachstan ist da viel Erdöl dabei, in Australien Kohle, aber es gibt in beiden Ländern auch Mineralien. Bei den Wirtschaftsfaktoren ist Australien natürlich weit voraus, aber bei der tatsächlichen Kaufkraft, also was man für sein Geld bekommt, ist der Unterschied weit weniger groß.
Internet:
Für sein auf so einer Reise absolut unverzichtbares SmartPhone braucht man in jedem Land erneut eine SIM-Karte. Heute gibt es die auch in Software, das heißt dann eSIM. Und für Touristen ganz wichtig, es gibt Unternehmen, die eSIMs für praktisch alle Länder der Welt anbieten. Das ist zwar teurer, aber man spart sich einiges an Mühen und man hat im neuen Land sofort eine Internetverbindung. Man kauft die eSIM schon bevor man ins Land kommt und muss sie auch am besten schon vorher aktivieren, denn dazu braucht man eine Internetverbindung. Eine solche eSIM kauft man online, das dauert nicht mal eine Minute. Der einzige Nachteil dabei ist, dass man keine lokale Telefonnummer bekommt.
Wir waren zwar mit unserer schon in Georgien online gekauften eSIM ins usbekische Internet gestartet. Die hat aber nicht gut funktioniert und der Verdacht war, dass wir mit einer lokal erworbenen besser dastehen. Also haben wir nochmal Geld ausgegeben und da gab es dann auch eine Telefonnummer dazu. Zu dem Zweck sind wir zu einem Geschäft gefahren, mussten etwas warten und dann hat es bestimmt eine halbe Stunde gedauert, bis alles lief. Wegen der Telefonnummer müssen sie die Passdaten aufnehmen, das ist in fast in allen Ländern so. Ob wir dadurch wirklich besseres Internet hatten, glaube ich nicht. Es lag wohl eher an dem nicht so gut ausgebauten Netz.
Mit der usbekischen Telefonnummer konnte sich Hea-Jee aber endlich bei dem Taxiunternehmen Yandex anmelden, dass in ganz Zentralasien online bestellbare Fahrten anbietet. Das war der Hauptgewinn dieser lokalen SIM und einmal angemeldet funktioniert Yandex jetzt auch in Kasachstan und auf unserer Rückreise in Georgien und der Türkei.
Für Touristen ist Yandex sehr einfach und bequem. Die App auf dem Smartphone weiß, wo man ist. Man wählt wo man hin will, entweder per Text, oder auf einer Karte. Dann wählt man die Autokategorie. Wir brauchen etwas größere Wagen, sonst wäre es mit unserem Gepäck doch arg eng. Die App sagt, was es kostet, kein Taxifahrer kann einen Touristen abzocken. Es gibt keine Verständigungsprobleme mit dem Taxifahrer. Schließlich drückt man auf den Bestellknopf. Meist nach wenigen Sekunden sieht man, wann das Taxi kommen wird, wie das Auto und der Fahrer aussieht, wie der Fahrer heißt und welches Nummernschild das Taxi hat. Und dann kann man auf der Karte sehen, wo das Taxi gerade ist. Am Ende der Fahrt wird das Geld einfach von der Kreditkarte abgebucht, die man einmal in der App hinterlegen muss. Man kann noch den Fahrer bewerten und ihm per Klick ein Trinkgeld zukommen lassen - wird auch abgebucht. Komfort im amerikanischen Stil.
Verkehr:
Auch in Kasachstan gibt es wieder breite Straßen und viele Autos. Der Stadtgrundriss ist zu einem erheblichen Teil ein Schachbrettmuster. Die größeren Straßen davon sind alle vierspurig.
In Usbekistan waren Fußwege neben der Straße ein seltenes Luxusgut. Und dann auch oft unterbrochen oder kaputt und bis zur Unbenutzbarkeit zugeparkt. In kleineren Straßen gibt es sie gar nicht, die muss man sich mit den Autos teilen und die sind die Könige der Straße. Besser, man versteckt sich rechtzeitig zwischen parkenden Autos. Das einzige was hilft sind die Holperschwellen, die auf manchen Straßen alle 25m aufgebracht waren. Die Autos mussten also ständig runterbremsen. Sonst wäre das wirklich gefährlich.
In Kasachstan war die Situation deutlich freundlicher, wir sahen hier auch viele Baustellen, wo neue Fußwege angelegt werden und die sind auch gut, häufig hatten sie auch Bäume. Außerdem gab es diese schönen Fußgängerbereiche. Es sieht so aus, dass man sich hier der Lebensqualität bewusst ist, die eine gute Infrastruktur für Fußgänger bringt.
In Usbekistan domierte eine einzige Automarke das Bild, Chevrolet. Einer unserer Guides hat uns gesagt, dass die in Usbekistan gefertigt werden und quasi ein staatliches Monopol haben. In Kasachstan sind die Autos wohl alle importiert und dann bekommt man alles an Marken zu sehen, was es so gibt. Die Autos sind durchaus gehoben und in gutem Zustand, keineswegs ärmlich. Das Durchschnittseinkommen hier beträgt aber nur knapp 800$. Allerdings dürfte es wieder eine große Spreizung der Einkommen geben und die Menschen in Almaty gehören sicher zu den Wohlhabenderen. Der Automotorisierungsgrad dürfte aber noch deutlich geringer sein, als in den wohlhabenden Ländern und deshalb schnell weiter zunehmen, mit der Folge von immer mehr Staus.
Aber Könige sind die Autofahrer hier auch. An die Geschwindigkeitsgrenzen halten sie sich aber, da hatte wohl die Polizei drauf bestanden.
Der öffentliche Verkehr ist auch gut ausgebaut und meist ziemlich voll. Es gibt eine U-Bahnlinie. Hier wie auch schon in Usbekistan muss man erst durch eine Gepäckkontrolle mit Röntgenscanner und Metalldetektoren, um überhaupt in die U-Bahnstation hereinzukommen. In Usbekistan hatte man Probleme mit Terrorismus und dann bekommt man solche Schutzmaßnahmen. In Kasachstan weiß ich den Grund nicht. Dann geht es die Rolltreppe runter. Die läuft hier langsamer, als in Georgien, ist auch sehr lang und braucht fast 3 Minuten. In Usbekistan war die U-Bahn nicht so tief unter der Erde. Die Überwachung läuft hier per Kamera und nicht mit Frau im Häuschen. Die Bahnen kommen etwa alle 5 Minuten, lange warten muss man also nicht mehr, wenn man erstmal unten angekommen ist.
Es gibt eine große Zahl von Buslinien. Auch ein paar O-Buslinien, wovon ich ja ein großer Fan bin. Die Dokumentation über das Bussystem ist, wie auch in Usbekistan und Georgien stark verbesserungswürdig. Die Haltestellen an der Straße haben ein Dach und sind so erkennbar. Das war in manchen Städten in Usbekistan schon nicht immer so. An vielen Haltestellen fehlt aber jedwede Information. Man weiß nicht, welche Linien hier lang fahren und auch nicht wie oft. Ein fester Fahrplan ist bei Bussen, die mit den Autos im Stau stehen sowieso ein frommer Wunsch. Deshalb wäre es ideal, wenn sie alle 5 bis 8 Minuten fahren. Das geht nur, wenn das System von genügend vielen Menschen genutzt wird und das geht mit zunehmenden Autoverkehr verloren.
Zum Zahlen gibt es verschiedene System, für uns brauchbar war aber wieder nur die prepaid Chipkarte, die wir uns auch gleich nach der Ankunft besorgt haben. Für die U-Bahn arbeiten sie an einem Zahlverfahren per Gesichtserkennung. Das wäre sehr bequem, man kann einfach durch die Sperre gehen. Für jemanden, der sich schonmal mit Datenschutz beschäftigt hat, ist das allerdings ein Horrorszenario. Ein Traum wäre natürlich eine App, die man einfach installiert und online aufladen kann. Aber dafür bräuchte man ein anonymes (also keine Anmeldung erforderlich) digitales Bezahlverfahren. Die Europäische Zentralbank arbeitet ja an einem digitalen Euro. Das könnte so etwas werden, wenn es nicht wieder von Partikularinteressen und ihren Heerscharen an Lobbyisten versaut wird. Was auch schön wäre bei diesen Chipkarten, wäre eine landesweite Gültigkeit. Das gibt es in den Niederlanden. In Usbekistan waren wenigstens die großen Städte abgedeckt.
Es gibt, wie auch in Usbekistan, eine App. Da muss man sich aber anmelden und dazu braucht man eine kasachische Telefonnummer. In Usbekistan hatten wir eine Telefonnummer. Deshalb konnte ich die dortige App benutzen. Allerdings auch nicht vollständig. Für das online aufladen unserer Zahlkarte hätte ich ein usbekisches Bankkonto gebraucht.
In Kasachstan sind wir bei der vorab gekauften eSIM geblieben und hatten deshalb keine Telefonnummer. Daher konnte ich die kasachische Nahverkehrs-App gar nicht benutzen und war auf eine Online Buslinienkarte angewiesen, was ziemlich umständlich war. Dabei hätte diese App sicher einige Funktionen, die auch ohne Registrierung gehen würden. Allein schon die Suche nach einer Verbindung von A nach B wäre extrem hilfreich, oder Fahrplaninformationen. Aber an die Touristen hat man wohl nicht gedacht. Wieviel Fahrten wir noch auf unserer Zahlkarte haben, wissen wir auch gar nicht.
Was am Busverkehr auch schwierig ist, ist der Abstand der Haltestellen. Die liegen zwischen 500m und einem Kilometer auseinander. Da muss man schon ganz schön weit zu bis zur nächsten Haltestelle zu Fuß laufen. Bei den hiesigen Temperaturen macht das wenig Spaß. Zum Vergleich, den Stadtplanern in Deutschland gilt eine Entfernung von 200m als zumutbar. Danach werden z.B. Parkhäuser geplant.
Echte Sehenswürdigkeiten gibt es in Almaty nicht so viele. Ich habe eine Webseite gefunden, die 29 Top Sehenswürdigkeiten verspricht. Die Hälfte davon waren Malls, also Einkaufszentren mit einem Markenshop neben dem nächsten. Und zwar vornehme international bekannte Marken. Aussehen tun diese Gebäude wie die Kathedralen der Neuzeit, aber sie werden sicher keine 1000 Jahre in Benutzung sein. Dafür müssen wir nicht nach Kasachstan fahren.
Was hier attraktiv ist, ist die Landschaft. Südlich von Almaty erheben sich die Berge des Tian Shan Gebirges auf bis zu 4900m Höhe. Für Bergwanderer sicher ein sehr schönes Revier. Außerdem gibt es Wüsten und die schier endlose Steppe. Nur ist das etwas schwierig zu erreichen und erfordert gute Planung. Daher passt das bei unserer Reise leider nicht in den Zeitplan.Read more



TravelerEine App mit der ich gut Erfahrung bzgl. eSIM gemacht habe ist “Airalo”.
TravelerGenau die haben wir. Ist Marktführer. Aber in einem Museum hatten wir ganz schlechten Empfang (3G), während andere Leute 5G und Spaß hatten.