- Show trip
- Add to bucket listRemove from bucket list
- Share
- Day 54
- Monday, August 18, 2025
- ☁️ 25 °C
- Altitude: 969 m
ChinaUrumtschi43°47’7” N 87°35’24” E
Tag 54 - Siteseeing Urumqi
August 18 in China ⋅ ☁️ 25 °C
Arnd:
Hea-Jee hatte gestern eine Bäckerei gesehen und hat vorgeschlagen, dort zu frühstücken. Ich hatte da einen Tisch mit zwei Stühlen gesehen. Außerdem stand auf einem Schild was von Kaffee. Als wir kurz nach der Ladenöffnung um 9:30 da waren, stellte sich heraus, dass es keinen Kaffee gab und der Tisch stand direkt vor einer Theke, dort konnten wir nicht sitzen. Doch im Hotel frühstücken ging nicht mehr, dafür war es zu spät. Also kauften wir ein paar Dinge und zwei kleine Flaschen Saft und gingen damit zurück ins Hotel zum frühstücken.
Danach wollten wir in das Xinjiangmuseum. Wir hatten zwar etwas Bedenken, weil das natürlich staatlich kontrolliert ist und vermutlich die Geschichte etwas einseitig darstellt. Aber die Geschichte ist lang und es sollte doch interessante Objekte geben.
Leider war das Museum geschlossen - etwa wegen Montag? Da sind in Deutschland die meisten Museen geschlossen.
Die zwei anderen wichtigen Sehenswürdigkeiten hier sind ein roter Berg mit einem Park und einer Pagode oben drauf und der große Basar.
Wir sind zuerst zum roten Berg gefahren und waren länger dort, weil es schön und angenehm war. Auf den Berg kam man über eine längere breite gerade Treppe. Das habe ich immer wieder in Filmen über Asien gesehen. Wahrscheinlich soll es einem die eigene Unwichtigkeit zeigen.
Die Pagode oben hatte mehrere Stockwerke und man konnte innen hochsteigen. Im ersten Stock gab es ein Stadtmodell aus dem Jahr 1947 und war deshalb wohl eine Hinterlassenschaft der Russen, die seit 1876 bis 1949 einen größeren Einfluss in der Region hatten. Die Gebäude waren einstöckige Baracken, die zu keinen Gruppen gruppiert waren.
Im zweiten Stock gab es ein Stadtmodell aus neuerer Zeit. Alle Hochhäuser waren liebevoll nachgebildet. Wir hatten schon zweistöckige Straßen gesehen. Auf diesem Modell sah man, dass das quasi ein große Ringstraße mit ein paar Abzweigungen ist. Es ist nicht schön, aber die Stadt als Ganzes ist sowieso nicht schön. Nur aus der Ferne, oben von der Pagode, hat es eine Großstadt-Hochhausästhetik.
An den Wänden hingen sehr schöne Fotos aus der Stadt und der Landschaft in der weiteren Gegend. Von oben hatte man eine schöne Aussicht über die Stadt und ich konnte etliche Fotos schießen.
Danach sind wir zum Basar gefahren, und zwar zuerst zum Food Court. Dort gab es viele Stände mit Speisen aus Xinjiang, fast alles Fleisch. Unter einem großen Dach daneben gab es viele Tische. Man holt sich was von den Ständen und setzt sich irgendwo hin.
Wir haben erst Nudeln mit Soße gegessen. Nudeln sind auch eine Spezialität hier. Die ältesten archäologischen Funde weltweit, die auf Nudeln hindeuten, stammen aus dieser Gegend!
Neben uns war ein Stand, der gegrillten Fisch anbot. Wir gehen davon aus, dass es sich dabei um Süßwasserfische handelt, denn in dieser Gegend hier liegt der Eurasische Pol der Unzugänglichkeit, was heißt, dass wir weiter vom Meer entfernt sind, als irgendein anderer Ort der Erde.
Jedenfalls hat meine Frau, die aus dem Land kommt, wo man weltweit mit am meisten Fisch isst, Lust auf Fisch bekommen und hat uns eine Portion geholt. Die fehlende Salzigkeit deutete stark auf die Theorie mit den Süßwasserfischen.
Danach sind wir noch etwas über den Basar geschlendert. Der hatte aber nichts mehr von den Basaren im Orient. Es war eine Ansammlung von Shops, die uninteressantes Zeug verkaufen.
Trotzdem, mal wieder ein Tag wo wir was zu sehen hatten.
Hea-Jee:
Der Park am Roten Berg war sehr erfrischend. Er ist liebevoll angelegt. Wir sind viel gelaufen, haben uns vieles angeschaut und dabei auch eine ausgiebige Pause bei einem Latte genossen.
Da wir im Moment die gleichen Anregungen von der Reise haben – und zwar in großer Fülle –, hatten wir uns viel zu erzählen. Wir haben uns intensiv unterhalten, unsere Gedanken gegenseitig geprüft, bestätigt oder auch korrigieren lassen. Während der Reise entdecke ich mehr Gemeinsamkeiten mit Arnd als Unterschiede.
Das war in letzter Zeit anders: Wir haben sehr unterschiedliche Interessen, und jeder ging seinen eigenen Beschäftigungen nach. Beim Essen trafen wir uns und unterhielten uns – oft eher wie in einem gegenseitigen Vortrag: Einer erzählte, der andere bemühte sich zuzuhören, obwohl es ihn eigentlich gar nicht interessierte.
Als wir noch gearbeitet haben, brachten wir zumindest Anregungen aus der Arbeitswelt mit, und unsere Gespräche waren dadurch interessanter. Jetzt, wo wir beide im Ruhestand sind, sehnte ich mich nach einem wirklichen Gesprächspartner. Ganz bestimmt ging es Arnd auch so. Diese Reise tut uns bestimmt sehr gut.
Das Areal um den Großen Basar ist verkehrsberuhigt. Es ist voller Leben und Menschen. Viele junge Leute in Tracht übten dort Tanzschritte – wahrscheinlich, um am Abend eine Straßentanz-Aufführung zu geben. Ich habe gehört, dass die Stimmung hier in der Fußgängerzone nachts sehr ausgelassen und lebensfroh ist. Leider hatte ich Bauchschmerzen, und so gingen wir schon ins Hotel zurück, kurz bevor die Sonne unterging.Read more





















TravelerSchön, dass ihr in China angekommen seid. Ich lese gerade ein Buch, The longest way. Der Auto läuft von Beijing bis Ürümqi, 4646km. Ich war froh, dass ich den gleichen Ortsname gelesen habe. Wünsche euch weiter gute Reise ~