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- Día 55
- martes, 19 de agosto de 2025
- ☁️ 34 °C
- Altitud: 18 m
ChinaTurpan42°56’19” N 89°10’35” E
Tag 55 - Fahrt nach Turpan
19 de agosto, China ⋅ ☁️ 34 °C
Nur Arnd:
Wir fahren heute in die Turpansenke. Das ist ist ein kleineres rundes Tal mit einer Wüste und es ist einer der heißesten Orte in China. Seine Höhe ist unterhalb des Meeresspiegels. Bei der Abfahrt in Urumqi hatten wir 17°C und hatten uns tatsächlich etwas wärmer angezogen. In Turpan werden es 31°C sein, gestern waren es dort 41°C und morgen 36°. Da es in China aber eine einheitliche Zeit gibt, ist unsere Zeit hier etwa 2-3 Stunden verschoben. Wenn wir morgens um 8:00 aufstehen ist es astronomisch eigentlich erst 5:30. Für die Hitze am Tag bedeutet das, dass die heißeste Zeit in den frühen Abendstunden ist.
In Turpan werden Trauben angebaut und überwiegend zu Rosinen verarbeitet. In der Stadt gibt es eine Fußgängerstraße, wo auf über einem Kilometer Länge über der Straße eine Pergola mit Trauben angebracht ist. Daneben gibt es Angebote für Sport im Freien, wo etliche Menschen Tischtennis oder Federball spielten. Schön zum bummeln. An einer Stelle gab es kleine Verkaufsstände und dort haben wir von einer alten Frau Trauben gekauft. Interessant war die Form der Trauben, sie sahen eher wie eine kurze Wurst aus, schmeckten aber ganz normal.
Eisenbahn
Am Eingang des Bahnhofs in Urumqi begrüßte uns eine aufwändige Sicherheitskontrolle. Danach eine gigantische Bahnhofshalle mit tausenden von Menschen auf riesigen Flächen von Sitzplätzen. In einer Ecke haben sogar einige auf dem Boden geschlafen. Jeder Bahnsteig hat ein Gate, wie im Flughafen. An unserem Gate gab es bereits eine Stunde vor Abfahrt des Zuges eine Schlange. Dort gibt es eine „Fahrkartenkontrolle“, tatsächlich wird der Pass kontrolliert. Beim Fahrkartenkauf muss man seine Passdaten angeben.
Chinesen drängeln äußerst unverschämt, sogar Hea-Jee hat sich geärgert und dezent gemeckert - äußerst ungewöhnlich. Spielt aber keine Rolle, wir hatten ja Platzkarten.
Wenn das Gate geöffnet ist können die meisten Chinesen die Schranke am Gate mit ihrem Personalausweis passieren. Für uns und andere Spezialfälle gibt es eine Aufsichtsperson, die eine Handkontrolle macht. Aber auch da wird unser Pass elektronisch ausgelesen und eine grüne Lampe geht an. Vorher gab sie aber eine 5 minütige Ansage über Lautsprecher an die Menge. Hea-Jee hat versucht, das mit ihrem Übersetzungsprogramm zu verstehen, das übersetzt in Echtzeit. Leider kam dabei wohl überwiegend ein ziemlicher Quatsch raus. Aber diese lange Ansage ist vermutlich ein Standardtext und also nicht wichtig.
Nach der Kontrolle geht man die Treppe bzw. Rolltreppe zum Bahnsteig runter und sucht sich seinen Platz. Wir hatten diesmal erste Klasse, weil die zweite Klasse schon ausverkauft war, als wir die Fahrkarte gekauft haben.
Man fragt sich, warum in der Bahnhofshalle so unglaublich viele Menschen sind. Dieses ganze Prozedere verursacht natürlich einen massiven Rückstau. Bei uns kommen die Zuggäste kurz vor Abfahrt des Zuges, hier müssen sie mindestens eine halbe Stunde vorher da sein, die meisten kommen deutlich früher. Wenn der Zug noch nicht da ist, warten bei uns die Menschen im Stehen auf dem Bahnsteig und da ist genug Platz. Hier müssen sie in der Bahnhofshalle warten.
Unser Zug war ein Hochgeschwindigkeitszug. Die chinesischen Hochgeschwindigkeitszüge waren lange Lizenzbauten von japanischen und europäischen Zügen. Unserer hatte wohl eher eine europäische Abstammung, denn so manches kam mir allzu vertraut vor, z.B. der Ton beim Schließen der Tür, oder die Form des Waschbeckens in der Toilette. Seltsamerweise gibt es keine Klapptische an den Sitzen, ich musste meinen Rechner auf die Oberschenkel legen. Aber es gibt heißes Wasser! Wir hatten nur keine Cupnudeln dabei.
Leider hatten wir einen Fensterpfeiler an unserer Sitzstelle und der Fahrgast hinter uns hat auch sofort die Fensterverdunkelung runtergezogen. Wir konnten deshalb draußen nichts sehen. Was wir durch das Fenster beim Vordersitz sehen konnten war aber sowieso eine endlose Abfolge von Lärmschutzwänden.
Verkehr
In Turpan war eine Sache auffälliger, als in der Millionenstadt Urumqi: Sehr viele Menschen hier bewegen sich mit Minimotorädern umher. Die haben das Fahrrad ersetzt. Die Straßen hier sind auch wieder sehr breit und deshalb sind die Entfernungen auch oft wieder zu groß zum zu Fuß gehen. Man braucht ein etwas schnelleres Verkehrsmittel und da haben sich diese kleinen nicht sehr schnellen elektrischen Motorräder durchgesetzt. Ich vermute, die darf man schon mit 14 oder 15 fahren, auch Omas sieht man damit und sehr oft sitzen auch zwei Leute drauf. Der Beifahrer ist meist ganz entspannt und streckt die Beine irgendwo hin. Bei dem geringen Tempo ist das nicht gefährlich, ich vermute, die sind auf 20km/h limitiert.
An größeren Straßen gibt es oft einen „Fahrradweg“, jedenfalls steht da das entsprechende Verkehrszeichen. Aber es fahren nur diese Roller. Wenn es keinen Fahrradweg gibt, dann fahren sie oft auf dem Fußweg, was wohl nicht nur erlaubt ist, sondern so vorgesehen. Hea-Jee und ich finden das leicht bedrohlich. Auf die Straße und die Autos stören sollen sie wohl nicht.
In Turpan schätze ich, dass diese Motorräder deutlich mehr Menschen transportieren, als die Autos, die aber natürlich den größeren Teil der Straße bekommen haben.
Als wir an einem Laden vorbeikamen, wo sie verkauft wurden, hat Hea-Jee mal nach dem Preis gefragt. Die größeren, die schon wie kleine Vespas aussahen, lagen so um die 500€. Da sie alle ausnahmslos elektrisch sind, ist es auf den Straßen hier nicht laut - sehr angenehm.
Abendessen
Zum Abendessen sind wir eine Straße mit vielen Restaurants rauf und runter gelaufen und haben was gesucht, worauf wir Lust haben. Die Bevölkerung hier ist überwiegend Uigurisch und das Essen ist eine Mischung aus chinesisch und zentralasiatisch. Fleisch dominiert und es ist auch scharf.
Wir waren auf der Suche nach etwas milderen Dingen und sind schließlich in einem Restaurant mit Laufband gelandet. Wir kennen sowas von Running Sushi Restaurants. Hier bekam man ein Topf mit einer Brühe, wobei es da eine Auswahl gab, die wir nicht verstanden. Dieser Topf wurde auf eine Heizplatte gestellt und nach kurzer Zeit hat es darin gebrodelt. Vom Laufband konnte man sich dann Spießchen mit den verschiedensten Speisen nehmen und in dem Topf garen.
Darunter waren doch etliche, die wir nicht so schätzen, wie z.B. Rindersehnen. Aber hier kann man das ja einfach an sich vorbeifahren lassen und sich was anderes nehmen. Ach ja, Google Translate war im Dauereinsatz, denn die Beschriftung, um was es sich da jeweils handelt, war natürlich nur chinesisch. Nur aufs Aussehen wollten wir uns dann doch nicht verlassen. Am Ende waren wir gut gesättigt und sehr erfreut über unser Essen. Endlich war es mal wieder gemüsedominiert.Leer más















