• Tag 57 - Fahrt nach Dunhuang

    21. august, Kina ⋅ ☀️ 28 °C

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    Korrekturen:
    - Der dünne Kaffee war wohl ein Fehler der Maschine, vielleicht war das Kaffeepulver ausgegangen, ohne dass die Maschine das bemerkt hat. Jedenfalls war der Kaffee heute etwas stärker. Aber immer noch dünn, mit etwas Milch o.ä. und gesüßt. Hea-Jee hatte aber auch einen Trick gefunden. Die Maschine spült wohl vor und nach jedem Bezug Wasser durch die Düsen und wenn man dabei noch seine Tasse drunter stehen hat, dann wird der Kaffe halt dünner. Und bei dem rosa Tee hatte ich die chinesische Beschriftung nicht ganz gelesen, sie hieß Milchtee.

    - Außerdem gab es an den Sitzplätzen im Zug doch Tische. Die waren nur nicht am Vordersitz festgemacht, sondern steckten in der Armlehne. Und das lag wohl an der ersten Klasse, denn da sind die Abstände zu den Vordersitzen zu groß.

    Heute stand die Fahrt zu unserem nächsten Ziel an, Dunhuang. Der Weg dahin hat etwa 900km, davon 150km per Kleinbus. Luftlinie sind es vielleicht 600 - 700km, die wir dadurch näher an unser Ziel kommen. Wir fahren mit demselben Zug weiter, mit dem wir nach Turpan gekommen sind, auch diesmal erste Klasse. Fahrtzeit knapp 5 Std. Es gab nur zwei Zwischenhalte und der Zug fuhr praktisch durchgehend seine Höchstgeschwindigkeit von 195km/h.

    Der Weg führte die meiste Zeit durch eine sandige Wüstenlandschaft. Oben auf dem Sand lagen dunkelgraue Steine, so dass der Boden ziemlich dunkel aussah. Wir kamen vorbei an riesigen Solaranlagen und absolut gigantischen Windkraftfeldern. Neben unserer Bahnstrecke verlief mit Abstand eine zweite Bahnstrecke, auf der vor allem Güterzüge zu sehen waren. Das hier ist die neue Seidenstraße. Manchmal sah man aber nichts, weil endlose Schutzwände neben der Strecke waren. Keine Ahnung, wofür die da sind, denn manchmal konnte man erahnen, was dahinter war und das war allzuoft nur Wüste. Zwischendurch wurde es auch mal grün und wir dachten schon, die Wüste sei jetzt zu Ende und wir kommen langsam nach Zentralchina. Aber kurz darauf war es wieder Wüste.

    Dunhuang hat zwar einen Bahnhof, aber aus unserer Richtung ist der nur umständlich zu erreichen. Wir sind deshalb in Liuyuan ausgestiegen, das ist quasi Dunhuang Nord und nur etwa 180km von der Stadtmitte entfernt. Unsere Hochgeschwindigkeits Eisenbahnlinie ist recht neu und konnte deshalb nicht durch die jeweiligen Städte hindurchgelegt werden. Die Bahnhöfe sind immer mehr oder weniger am Stadtrand. Gestern waren es 25km zur Stadtmitte.

    Die große Entfernung war uns aber nicht ganz geheuer, was wenn wir keinen Transport finden? Übers Internet was buchen ging hier nicht. Ich hatte aber glaubhafte Aussagen gefunden, dass es einen Bus gibt und zur Not kann man auch Taxi fahren.

    Wir kommen also aus dem Bahnhof und sehen alle Leute nach rechts laufen. Vor uns standen zwei Polizisten ins Gespräch vertieft. Die hat Hea-Jee einfach nach dem Bus gefragt. Einer von beiden strahlte und nahm uns gleich mit in die Richtung, die auch die anderen Leute gegangen waren. Er konnte ein paar Worte Englisch. Die Fahrt kostet 40 Yuan, etwa 4,50€. An der Sperre angelangt, wo man auf den Vorplatz kommt wurde man quasi mitgerissen zu den verschiedenen Kleinbus- und Taxifahrern. Unser Polizist blockte das alles ab und übergab uns einem bestimmten Anbieter. Keine Ahnung, warum der. Leider fuhr er als letztes los, erst als sein Bus komplett voll war und er war wohl der am wenigsten erfolgreiche Einsammler. Aber wir haben ja Zeit.

    Unser Fahrer, nein, es war sein Gehilfe, sammelte weitere Leute ein. Eine junge Chinesin mit orangefarbenen Haaren stieg erst ein, dann aber schimpfend wieder aus. Später kam sie doch wieder rein und saß hinter uns. Mit uns kam noch ein einzelreisender junger Mann aus Polen, mit dem wir uns über Reisethemen austauschten. Zum Glück! Von ihm erfuhren wir, dass man unser Ziel für morgen vorab buchen muss. Am selben Tag bekommt man keine Tickets. Das hatte ich schon für den Kaiserlichen Palast in Peking so gehört, aber Dunhuang?

    Ok, ich habe gleich mein trip.com gezückt und danach gesucht und es auch gefunden. 30€ pro Kopf! Uns bringt das nicht um, aber für hiesige Verhältnisse ist das astronomisch teuer. Damit habe ich jetzt einen Anspruch auf ein Ticket gekauft und das muss ich morgen noch in ein Papierticket umwechseln, angeblich an einem Automaten. Hoffentlich klappt das.

    Nach einiger Zeit meldete sich die orangehaarige Chinesin mit gutem Englisch und bat ihre Hilfe an. Sie konnte uns auch einiges erzählen. Vor allem hat sie sich aber mit dem Polen über Reiseziele in China ausgetauscht. In ihrem Herkunfstort gibt es auch so eine top Sehenswürdigkeit, die größte Buddhastatue der Welt. Sie meinte, die Leute, die da leben, gehen nie zu diesem Buddha, es ist ihnen viel zu teuer.

    Wir wurden beim Nachtmarkt rausgelassen. Das war etwas über einen Kilometer von unserem Hotel entfernt. Ich zücke mein Smartphone und bitte Didi um ein Taxi, und dann passierte … nichts. Sonst dauert es immer nur Sekunden und man hat einen Fahrer. Wir haben dann noch eine teurere Option zugelassen, aber auch das hat nicht geholfen. Mein Vertrauen in Didi ist gebrochen. Wir sind dann zu Fuß gelaufen, zum Glück war es von der Temperatur her angenehm.
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