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- День 59
- суббота, 23 августа 2025 г.
- ☀️ 26 °C
- Высота: 1 683 м
КитайJiayuguan39°47’31” N 98°16’9” E
Tag 59 - Fahrt nach Jiayuguan
23 августа, Китай ⋅ ☀️ 26 °C
Arnd:
Heute ist wieder Bahnfahren angesagt. Diesmal nur 360km, dafür in einem langsamen Zug, es hat fast fünf Stunden gedauert. Unser Ziel ist die Stadt Jiayuguan. Dort endet die Chinesische Mauer aus der Ming-Dynastie und es gibt ein stattliches Tor zu besichtigen. Aber dort war für normale Chinesen auch das Ende der Welt, dahinter war Wüste. Es gibt übrigens nicht „die chinesische Mauer“, sondern viele Mauern, die im Verlauf von 2500 Jahren errichtet worden sind. Schaut mal in die Wikipedia.
Hatten wir schon gesagt, das Chinesen drängeln? Wir waren in der linken Schlange im Bahnhof und links daneben ist natürlich Platz. Also kann man da ja noch eine Parallelschlange aufmachen und steht sofort ganz vorn. Irgendwann kamen dann Bahnmitarbeiter, vielleicht waren es auch Polizisten, und versuchten Ordnung zu schaffen. Der eine, der auch noch die Handkontrolle machen musste, tat mir richtig Leid - welch ein Stress! Tickets kontrollieren und gleichzeitig Leute zurechtweisen, die das gar nicht einsehen. Man kann davon ausgehen, dass dieses Spiel schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten so läuft. Ohne jeden Erfolg.
Die Tickets werden von der Chinesischen Bahn genau 14 Tage vor der Fahrt zum Kauf angeboten. Die Züge sind alle randvoll und dementsprechend sind die Tickets sehr schnell ausverkauft. Man kann sie aber auch leicht stornieren und deshalb kaufen viele Leute Tickets auf Verdacht. Wenn man keins bekommen hat, setzt man sich auf die Warteliste und hat wohl durchaus Chancen, noch was zu bekommen.
Man kann Tickets am Schalter kaufen, aber dann müsste man dafür ja extra zum Bahnhof, und der ist nicht um die Ecke. Man kann sie auch online kaufen mit einer App der Chinesischen Bahn. Da muss man sich aber registrieren, und daran bin ich gescheitert. Und schließlich kann man sie auch bei trip.com kaufen, wobei die eine Vermittlungsgebühr nehmen.
Als wir in China ankamen, habe ich dort nach Tickets geschaut und war erstmal total frustriert, weil alles was ich gesucht habe ausverkauft war. Was nützt einem ein gutes Eisenbahnsystem, wenn man keine Tickets bekommt? Auf die Sache mit der Warteliste wollte ich mich nicht einlassen. Wenn man dann keines bekommt, ist der ganze Reiseplan durcheinander.
Ich hatte aber wohl lange Strecken gesucht. Für die kleineren Teilstrecken, die wir jetzt fahren, gab es dann doch noch Plätze. Zweimal aber nur in der ersten Klasse, das hatten wir schon. Heute nun „Harter Sitz“ in der zweiten Klasse eines langsamen, also alten Zuges.
Gepolstert war der Sitz schon, aber es war trotzdem hart. Die Anordnung ist 3+2, d.h. auf der einen Seite des Zuges sind drei Plätze nebeneinander und auf der anderen Seite 2. In Querrichtung sind hier also schonmal 25% mehr Leute reingequetscht, als in Europa üblich. Die Plätze sind immer mit Tisch, man sitzt also jemandem gegenüber. Das heißt aber auch, man sitzt Rücken an Rücken und da reicht ja eine gemeinsame Rückenlehne und die ist fast senkrecht. Der Abstand über den Tisch ist nicht wie in Usbekistan 2m, sondern man kann seine Beine nicht ausstrecken und wenn man sein Essen auf den Tisch legt, dann kann das Gegenüber das nicht auch noch tun. So beengt haben wir noch nie gesessen, und das für fünf Stunden.
Ich verwende hier mehrere Smartphone Landkarten. Eine ist meine geliebte Wanderkarte mit Open Street Map Daten. Die ist hier in China leider wenig nützlich, weil nicht gut gepflegt. Trotzdem benutze ich die zur Orientierung. Und da habe ich neben unserem Hotel eine Bushaltestelle gesehen, die einen aufwändigen Namen hatte: „Bus 10 to Highspeed Train Station“. Ich habe in China noch keinen Bus mit einer Liniennummer gesehen, aber als wir aus dem Bahnhof herauskamen, stand da ein Bus Linie 10. Hea-Jee war wagemutig und wollte ihn nehmen.
Dann ist da natürlich noch die Sache mit dem Bezahlen. Es gab ein Gedränge am Einstieg und da hat uns ein junger Chinese auf unserem Smartphone geholfen. Hat aber so schnell nicht funktioniert. Er ist dann eingestiegen und hat wohl beim Fahrer für uns bezahlt. Gleichzeitig sah ich, wie jemand anderes einfach mit Bargeld bezahlt hat. Preis: 1 Yuan: 0,12€. Man muss es aber passend haben und das haben wir.
Wir sind also zum ersten Mal Bus gefahren in China!
Als wir im Hotel waren, war es noch recht früh. Ich habe auf der Karte nicht allzu weit von unserem Hotel einen großen Park gesehen und mir gedacht, dass das bestimmt ganz schön ist, War es auch. Am Eingang wurden wir von zwei Vögeln aus Pflanzen begrüßt. Als ich mich umdrehte sah ich auf eine massive Wand aus Wohnhochhäusern.
Nach dem Park das Abendessen und da haben wir ein Problem. Eigentlich hatte ich mich auf die chinesische Küche gefreut. Wir sind aber noch nicht wirklich in China, jedenfalls nicht essensmäßig. Hier gibt es fast nur Uigurisches und „Muslim“-Essen. Da ist Fleisch der zentrale Bestandteil und das sind meist Fleischteile, die uns nicht wirklich anmachen, wie z.B. Hammel, Esel haben wir auch schon gesehen, irgendwelche Sehnen, Innereien usw. Und da wir die Speisekarte auch nicht wirklich lesen können, trauen wir uns nicht, einfach irgendwas zu bestellen.
Heute morgen gab es beim Frühstück u.a. was mit Hühnerfleisch. Für mich sah das so aus, als ob da jemand abgenagte Knochen reingeworfen hat, jedenfalls lagen da fast fleischlose Knochen drin. Hea-Jee meinte, da ist beim Kochen das Fleisch abgefallen.
Deshalb haben wir es uns heute mal einfach gemacht und sind zum KFC gegangen, Kentucky fried Chicken. Aber auch das erwies sich als gar nicht so einfach. Zum Bestellen hätte man eine App gebraucht und wahrscheinlich hätte man sich mit chinesischer Telefonnummer erstmal anmelden müssen. Wir wollten schon wieder raus gehen, als sich eine junge Mitarbeiterin erbarmte und uns auf ihrem Gerät bestellen ließ.
Wir haben dann irgendwas bestellt und Hea-Jee war am Ende nicht zufrieden und hat leider wieder wenig gegessen. Ein Teil war ein Hamburger mit frittierter Hühnerfrikadelle drin. Und das schmeckte beim dritten Biss plötzlich nach Szechuanpfeffer.
Mir war dieses Gewürz bis zu dieser Chinareise unbekannt, bei Chinesen ist das sehr beliebt. Das hat mit Pfeffer nichts zu tun. Er ist etwas scharf, aber nicht zu sehr, aber er hinterlässt auf der Zunge ein Taubheitsgefühl - sehr merkwürdig. Er hat auch einen charakteristischen Eigengeschmack, man erkennt ihn also. Hea-Jee mag das gar nicht, ich könnte mich wohl dran gewöhnen.
Danach noch durch eine Mall gelaufen und im Supermarkt etwas Obst eingekauft. Auf dem Heimweg sprang Hea-Jee auf der gegenüberliegenden Straßenseite koreanische Schrift entgegen. Ein Bulgogi-Restaurant. Vielleicht gehen wir da morgen hin, es wird schon nicht aus Hammel gemacht sein.Читать далее















Путешественник불고기 맛나게 드세요!!!
ПутешественникGeorg sagt: KFC = Kids Fattening Center, ich kenne nur Kan't find chicken.