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- День 61
- понедельник, 25 августа 2025 г.
- ☁️ 29 °C
- Высота: 409 м
Китай莲湖区34°15’40” N 108°56’33” E
Tag 61 - Reise nach Xi‘an
25 августа, Китай ⋅ ☁️ 29 °C
Arnd:
Heute wieder Reisetag. Es geht nach Xi‘an, der alten Kaiserstadt im Zentrum von China. Das war über 1000 Jahre die Hauptstadt, bis Dschingis Khan die Hauptstadt ganz nach Norden an die mongolische Grenze verlegt hat, nach Peking.
Mittlerweile sind wir eingespielt, was Bahn fahren angeht. Das ist perfekt durchorganisiert, man kann eigentlich nichts falsch machen. Der große Unterschied ist eben, dass die Fahrkartenkontrolle in die Bahnhöfe verlegt ist. Das Gate wird erst 15 - 30 Minuten vor der Abfahrt für den jeweiligen Zug geöffnet und bis zum Bahnsteig wird man beaufsichtigt, man kann also gar nicht in den falschen Zug steigen. Für Touristen ist das ganz praktisch.
Auf den Bahnsteigen gibt es Aufpasser(-innen), die wohl per Lautsprecher zur Ordnung rufen. Die Orte der Zugtüren sind auf dem Boden markiert mit Wagennummer und die Chinesen stellten sich in einer Schlange auf - erstaunlich!
Der andere Unterschied ist die sehr gründliche Sicherheitskontrolle am Eingang. Da sie noch keine Bodyscanner wie in den Flughäfen haben, wird das manuell gemacht, ausschließlich von Frauen. Eine Warteschlange haben wir aber noch nicht erlebt.
Heute haben wir wieder ein Ticket zweiter Klasse, allerdings in einem schnelleren Zug. Die Sitzanordnung ist zwar wieder 3+2, aber ohne Tische, an denen man sich gegenüber sitzt. Auf sämtlichen Sitzen schaut man in Fahrtrichtung. So ist das ok mit der zweiten Klasse. Wir fahren durchgehend 200km/h. Sonst würden wir die 1100km Luftline nicht in 8 Stunden schaffen. In Deutschland kann man so weit gar nicht fahren. Das kostet uns pro Nase umgerechnet 55€, für Chinesen wahrscheinlich schon ein stattlicher Preis.
Unser Zug entstammt offensichtlich einer Kooperation mit Siemens, es ist quasi ein ICE 3. Der könnte sogar schneller fahren und deshalb ist es bei Tempo 200 sehr angenehm ruhig und man kann gut Pinguintexte schreiben.
Da wir ja die Chinesische Mauer durchquert haben und quasi endgültig in China angekommen sind, hört die Wüste jetzt auch langsam auf. Anfangs gab es noch vereinzelte Wüstenabschnitte, nach zwei Stunden war es draußen aber durchgehend grün, wenn auch noch nicht überall landwirtschaftlich genutzt. Rund um die Städte gibt es Ackerbau, weiter weg ist es eher Weideland, Tiere sieht man aber nur vereinzelt.
Nach zweieinhalb Stunden haben wir auch die flache Ebene verlassen und fahren jetzt erstmal durch sehr viele Tunnel und über Brücken, ganz wie auf ICE-Stecken im Süden von Deutschland. Damit haben wir wohl eine Gebirgskette durchstochen.
Es wäre interessant zu wissen, ob diese Tunnel alle mit Bohrmaschinen von der Firma Herrenknecht aus dem Schwarzwald gebaut wurden, dem Weltmarktführer in diesem Bereich. Und es wäre auch interessant zu wissen, wieviele Tunnel es in China gibt. Meine topografische Karte sagt mir nämlich, dass dieses Land ziemlich bergig ist.
Nach vier Stunden sind wir in einer Region mit Bergen und Tälern. Die Täler sind überall besiedelt, die Berge wenig bewachsen. Als wir noch weiter kommen, sind die Berge an vielen Stellen terassiert. Es wird auch immer dichter besiedelt die Hochhäuser in den Städten werden immer höher und es werden immer mehr. Irgendwann fiel mir auf, dass wir mittlerweile 250km/h fahren.
In Xi‘an sind wir am Ende der Eisenbahnlinie nach Xinjiang angekommen. Eine einzelne Linie für alles, was wir bisher gefahren sind. Diese Resource ist begrenzt und die Züge voll und wohl auch deshalb hatte ich manchmal etwas Schwierigkeiten, Tickets zu bekommen. In Zentralchina ist das Eisenbahnnetz ein Netz und keine Linie. Da kann man verschiedene Wege fahren, wenn mal was knapp ist. Mit diesem Netzcharakter ähnelt es übrigens dem deutschen Eisenbahnnetz, während z.B. das französische eher ein Stern ist und das japanische Hochgeschwindigkeitsnetz im wesentlichen eine einzelne Linie. Ein Netz ist deutlich schwerer zu koordinieren. Das muss man fairerweise auch zum derzeit schlechten Image der deutschen Bahn wissen.
Der Zug kam 3 Minuten zu früh an.
Xi‘an hat 13 Millionen Einwohner und ist damit noch ein Stück größer als Seoul. Es gibt ein dichtes U-Bahnnetz und damit konnten wir direkt vom Bahnhof zu unserem Hotel fahren, dass am zentralen Platz der Stadt liegt. Die Fahrt hat bestimmt eine halbe Stunde gedauert. Auf dem Bahnsteigboden sind am Ort der Zugtüren Markierungen, wo man stehen soll. In der Mitte können die aussteigenden Fahrgäste schnell durchgehen, die außen wartenden neuen Fahrgäste stellen sich links und rechts der Tür. So standen die Leute auch tatsächlich, … bis zu dem Moment, wo die Türen aufgingen. Da standen sie plötzlich mitten vor der Tür. Nur die ersten bekommen am Bahnhof noch einen Sitzplatz.
Als wir im Hotel waren, war es schon 20:00 und wir hatten seit dem Frühstück nur Kekse gegessen. Also haben wir im chinesischen Äquivalent von Google Maps nach Restaurants in unserer Gegend geschaut. Dabei haben wir Preise gesehen, die uns bisher in China unbekannt waren, über 10 Euro pro Person. Die Suche führte nicht sofort zu einem Erfolg (nicht wegen der Kosten) und irgendwann wurde Hea-Jee ungeduldig. Sie hat sich dann für ein Nudelrestaurant entschieden.
Dazu mussten wir erst beim Glockenturm auf die andere Straßenseite. Der Glockenturm ist unser heutiges Coverbild (Farben made by Apple) und steht auf dem zentralen Platz. Die U-Bahn Haltestelle heißt auch Glockenturm und das konnte Hea-Jee aus den chinesischen Schriftzeichen lesen. Hier ist viel los, die Leute kommen zum Vergnügen hierher. Es scheint hier einen Trend unter jungen Mädchen zu geben, sich altmodisch chinesisch zu kleiden. Wir haben auch Fotografen gesehen, bei denen sich die Mädchen fotografieren lassen.
Auf der anderen Straßenseite mussten wir dann in einen Häuserblock hinein. Dort wurde es etwas finster und wir waren in einer Wohnsiedlung mit nicht sehr vornehmen Häusern - an diesem Ort! Das Nudelrestaurant war alles andere als vornehm. Da saßen vor allem junge Leute. Das Essen war einfach, aber gut und hat für zwei Portionen zusammen 4,50€ gekostet. Hea-Jee hat es trotz etwas Szechuanpfeffer gern gegessen.Читать далее














Dann weiter guten Appetit und gute Reise! [Gert]