• Tag 71 - Qingdao

    September 4 in China ⋅ ☀️ 29 °C

    Arnd:
    Morgen geht unsere Fähre von Qingdao nach Incheon in Korea. Von Peking nach Qingdao sind es Luftlinie etwa 550km. Zur Stressvermeidung reisen wir einen Tag vorher an. Die Eisenbahnfahrt von Peking empfinden wir mittlerweile als unspektakulär. Peking hat etliche Bahnhöfe, deshalb ist der Südbahnhof, wo wir abfahren, gar nicht so gigantisch. Der Zug fährt mit knapp 700km einen leichten Umweg, um noch eine größere Stadt mit zu nehmen. Die Geschwindigkeit ist mal wieder 300km/h und die Fahrzeit 3,5 Stunden. Wir kommen wieder 3 Minuten zu früh an. Das scheint so geplant zu sein, damit der Zug selbst dann pünktlich ist, wenn er mal 3 Minuten verliert.

    Qingdao, in Deutschland auch bekannt als Tsingtao, war wohl mal deutsche Kolonie. Davon sind ein paar Gebäude geblieben und die Kunst des Bierbrauens. Die Stadt liegt an einer großen Bucht und ähnelt damit Melbourne. Die Bucht hat etwa die Hälfte des Durchmessers der Melbourner Bucht. Quer über die Bucht führt eine 25km lange Brücke, von der man auf dem dritten Foto den Anfang sehen kann.

    Unser Hotel hatte ich danach ausgesucht, dass wir es vom Bahnhof aus gut per U-Bahn erreichen können und dass das Fährterminal nicht weit ist. Zwischen Hotel und U-Bahnstation überraschte uns eine Fußgängeranlage, die wie ein kleiner Park wirkt und zwischen die zwei Ebenen des Autoverkehrs gebaut ist. Fürs Hotelzimmer hatte ich etwas mehr bezahlt, damit wir ein Zimmer mit Fenster bekommen. Das Fenster ging dann aber nicht nach draußen, sondern zu Hotellobby. Die 8€, die das gekostet hat, waren schlecht angelegt.

    Auf der anderen Seite hatte meine Karten-App eine weitläufige Fußgängerzone angezeigt. Wie wir dann sahen, handelte es sich dabei um das alte deutsch geprägte Stadtzentrum, das heute vor allem abends als Vergnügungsmeile fungiert und Einheimische und Touristen anzieht.

    Als wir abends unterwegs waren, hatten auch etliche Geschäfte geöffnet. Nirgends habe ich aber so viele Kunden gesehen, wie an diesen Zapfanlagen. Da man das Bier per App bezahlt und in China nichts anonym läuft, belegt man bei der Bezahlung nebenbei sein Alter. Für Jugendschutz ist also gesorgt. Ich könnte mir vorstellen, dass das in München auch sehr populär sein könnte.

    An etlichen Stellen gab es Bierzapfanlagen mit Selbstbedienung. Man geht zu dem Zapfhahn mit der gewünschten Biersorte (Erdbeer und ähnliches ist auch dabei), wählt auf einem Bildschirm über dem Hahn, wieviel Bier man haben möchte und kann dann den Zapfhahn bedienen und seinen Plastikbecher bis zur bezahlten Menge füllen. Der Spaß dabei besteht wohl darin, sich so geschickt anzustellen, dass man nicht zu viel Schaum im Becher hat.

    Die einfacheren alten Gebäude hat man mittlerweile abgerissen und durch ähnlich aussehende Neubauten ersetzt. Das wirkt allerdings ein bisschen wie Disneyland. Die ausländischen Touristen sind vermutlich überwiegend Koreaner, die wenn sie fliegen, sehr billig und schnell hierher kommen und hier günstig einkaufen und essen können. Perfekt für einen Kurzurlaub.

    Die größte der Fußgängerstraßen führt bis zum Meer und dort auf einem Damm noch ein bisschen weiter bis zu einem Pavillon. Es war Ebbe und wir konnten im Wasser und am Meeresrand etliche Menschen mit Lichtern sehen, die wohl auf der Jagt nach Meeresfrüchten waren.
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