• Fahrt nach Surabaya

    March 9 in Indonesia ⋅ ☁️ 32 °C

    Surabaya ist die zweitgrößte Stadt in Java und ein guter Zwischenstop, weil alle Zuglinien in Java dort vorbeikommen. Man kann von dort gut in einem Tag mit der Bahn nach Jakarta fahren. Außerdem wird die eine Exkusion, die wir noch machen wollen, nach Mount Bromo, ab Surabaya angeboten.

    Auf der Hinfahrt sind wir von dort an einem Tag zu unserem Hotel in Bali gefahren, aber das hatte sich als Mammuttour entpuppt und zurück würde das gar nicht funktionieren. Deshalb haben wir die Fahrt auf zwei Tage verteilt.

    Am ersten Tag sind wir von Denpasar, wo unser Resort war, mit dem Bus an die Westküste Balis gefahren und dann noch mit der Fähre nach Java.

    Der Bus war ziemlich klein und unser Fahrer war sicher der schnellste Busfahrer in ganz Bali. Wir fuhren gefühlt die Hälfte der Zeit überholend auf der Gegenfahrbahn. Entgegenkommende Scooter und sogar Autos mussten dann eben bremsen und auf den Seitenstreifen ausweichen. Zum Glück spielte sich das bei 50km/h ab und der Fahrer war schon so Mitte 30 und hatte also schon mindestens ein Jahrzehnt so fahrend überlebt. Fahrtzeit etwa 5 Stunden. Wir waren 20 Minuten früher da, als geplant.

    Die Fähren nach Java fahren im Grunde dauernd. Sie bleiben im Hafen, bis die Autobucht unten voll ist und dann geht es los.

    Der Ankunftsort in Java, Ketapang, ist eine kleine Industriestadt und die Auswahl an Hotels war sehr überschaubar. Etwas südlich der Stadt gab es ein vornehm wirkendes Resort für 35€ pro Nacht. Das habe ich genommen.

    Die Fahrt zum Hotel gestaltete sich etwas merkwürdig. Als wir aus dem Fährterminal kamen, kamen die üblichen Taxifahrer. Wenn die einen ausländischen Touristen sehen, wittern sie immer ein gutes Geschäft. Deshalb sind für uns diese modernen Fahrtdienste wie Uber (Australien) oder Grab (ganz Südostasien) so vorteilhaft. Man weiß Preis und Fahrzeit vorher und der Fahrer kann nichts manipulieren. Also haben wir die Taxifahrer abgewimmelt und ein Grab bestellt.

    Da hat sich auch ein Fahrer gemeldet und kam nach ein paar Minuten. Leider konnte er kein Englisch. Kaum waren wir eingestiegen, stellte sich ein Lieferwagen vorne vor unser Auto, so dass wir nicht wegfahren konnten. Unser Fahrer war etwas verzweifelt und wollte, dass wir aussteigen. Nun hatte ich von Betrügereien bei Grab gelesen und wusste nicht, wie ich das einschätzen sollte. Nach längerem hin und her haben wir begriffen, dass es hier so eine Art Taximafia gibt, die am Fährterminal, und auf der Hinfahrt auch am Bahnhof, kein Grab duldet. Also sind wir ausgestiegen, mit unserem Gepäck ein paar hundert Meter die Straße lang gelaufen und dort konnte uns unser Grab Fahrer dann endlich einsteigen lassen.

    Unser Resort war eine ganz schön gemachte Anlage, aber es war nicht viel los. Wir sind gerade nicht in der indonesischen Reisezeit unterwegs. Nur das Restaurant war bis 20:00 gesperrt, weil da eine Hochzeit stattfand. Dafür mussten wir den Pool nicht mit vielen anderen teilen.

    Wenn Hotels und Restaurants so leer sind, haben sie mit der Küche ein Problem. Sie können nicht Lebensmittel für die große Auswahl vorhalten und es wird sicher vieles immer wieder aufgewärmt, was für empfindliche westliche Mägen nicht so optimal ist.

    Am nächsten Tag ging es um 11:00 mit dem Zug weiter nach Surabaya.

    In Surabaya haben sie eine Methode der Verkehrsführung entdeckt, die vermutlich sehr effizient ist, die aber das Lebensgefühl so beschissen macht, dass man fast niemanden außerhalb von Autos oder Scootern sehen kann.

    Schon auf der Hinfahrt war mir aufgefallen, dass unser Taxi so merkwürdige Umwege fuhr. Das liegt daran, dass hier alle größeren Straßen mehrspurige Einbahnstraßen sind und man an Kreuzungen nur rechts und links abbiegen, aber nicht geradeaus fahren kann. Deshalb braucht man an Kreuzungen keine Ampeln und der Verkehr kann ununterbrochen fließen. Nur muss man deshalb meist einen Umweg fahren.

    Und wie kommt man als Fußgänger auf die andere Straßenseite, wenn die Autos und Scooter nie stehenbleiben? Manchmal gibt es Überführungen. Wir haben auch einen Übergang mit Ampel benutzt. Beides befindet sich in der Mitte zwischen zwei Kreuzungen. Eigentlich will man vielleicht an der Kreuzung geradeaus, muss aber erst mal abbiegen und 100m weit bis zum Übergang laufen und dann wieder zurück.

    Die Fußgängerampel ist eine Druckknopfampel, die aber fast sofort grün wird. Aber die Autos und vor allem die Scooter bleiben erst stehen, wenn man die Straße betritt, nicht, wenn ihre Ampel rot wird. Und sobald man eine Fahrbahn verlassen hat, fahren sie sofort wieder los. Ampeln werden hier wohl als Konstruktionsfehler betrachtet. Kein Wunder, dass es fast keine Fußgänger gibt.

    Gesteigert wird das noch dadurch, dass der überwiegende Teil des Verkehrs von den Scootern und nicht von den Autos erbracht wird. Das ist zwar auch wieder sehr effizient, macht die Sache aber noch viel unübersichtlicher. Aber wenn die Scooterfahrer alle Auto fahren würden, würde der Verkehr komplett zusammenbrechen. Dann käme man als Fußgänger auch wieder über die Straße.
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