• Singapur

    March 16 in Singapore ⋅ ⛅ 27 °C

    Obwohl es hier recht teuer ist, haben wir uns entschlossen, nochmal zwei Tage in Singapur zu bleiben. Der Einfachheit halber sind wir wieder ins selbe Hotel gegangen, wie letztes Mal.

    Am ersten Tag wollte ich morgens etwas durch die Stadt laufen, damit wir uns nicht nur in klimatisierten Innenräumen aufhalten. Also sind wir ein paar Stationen U-Bahn gefahren und dann durch eine Grünanlage losgelaufen. Dieser Park war tatsächlich recht interessant, so dass wir da länger waren.

    In der Nähe wo wir ankamen gab es eine „Sehenswürdigkeit“ in meiner Karte, den Tree Tunnel. Als wir da ankamen war er voll mit Leuten, die sich offensichtlich anstellten. Es war ein senkrechter Schacht mit einer runden Öffnung oben mit Blick auf einen Baum. Im Schacht gab es eine Treppe mit einem Absatz auf halber Höhe. Dort posierte eine junge Frau und wurde wohl gerade von unten fotografiert. Offensichtlich ein Instagram Spot. Wir waren schnell wieder weg.

    Im Park haben wir dann etwas interessantes gesehen. An einem Baum hingen unmittelbar nebeneinander ein paar Blüten, junge Keime und ausgewachsene Früchte. Hier sind wir am Äquator und da ist es immer gleich warm. Warum sollten die Pflanzen hier alles der Reihe nach machen, wenn auch alles gleichzeitig geht?

    Etwas später gab es einen Spice Garden. Da konnte man sich einige Gewürzpflanzen ansehen. Auch da gab es eine Kakaopflanze wo direkt nebeneinander verschiedene Stadien der Fruchtentwicklung an derselben Pflanze hingen.

    Unterwegs sind wir mehreren sehr schönen Hähnen begegnet.

    Als wir den Park verließen war es schon fast Mittag und wir sind Richtung Fluss weitergelaufen und haben nach einem Mittagessen Ausschau gehalten. Ich habe ein Restaurant entdeckt, dass sich auf Dumplings, also gefüllte Nudeln spezialisiert hat. Wir hatten eine Platte mit fünf verschiedenen Sorten, alle gebraten oder frittiert. Die Füllungen schmeckten alle sehr interessant. Warum tun wir eigentlich immer dieselben Sachen in unsere Nudeln?

    Nach dem Essen am Fluß weiterspaziert zum unserem Nachmittagsziel, dem ArtScience Museum. Das Gebäude sieht sehr ungewöhnlich aus und steht an einem besonderen Platz an der Marina Bay, direkt neben dem berühmten Hotel mit dem Steg oben drauf. Es erinnert ein bisschen an eine nach oben geöffnete Hand.

    Da haben wir drei Ausstellungen besucht. Die ständige Ausstellung bietet ein paar Räume mit Lichtinstallationen und Projektionen. Sie richtet sich mehr an Familien mit Kindern. Nur der letzte Raum enthielt eine Lichtinstallation, die wir länger genossen haben.

    Die zweite Ausstellung war wohl eine Wanderausstellung aus England, die wirklich spektakuläre Makroaufnahmen von toten Insekten zeigte. Es gab ein Video über die Techniken des Fotografen. Er benutzt ein Mikroskopobjektiv und macht damit pro Bild 8000 Aufnahmen, die er dann in drei Wochen Arbeit zusammenmontiert. Man kann sich das anschauen unter

    https://microsculpture.net

    Schließlich waren wir noch in einer Ausstellung, die was mit Autos der Zukunft und künstlicher Intelligenz zu tun hatte. Ich hatte da nichts für interessantes erwartet, aber es war im Eintritt enthalten. Tatsächlich war es eine etwas dystopische Zukunftsphantasie, in der die Welt nur noch von selbstfahrenden Autos bevölkert ist, die öfters mal eine psychische Behandlung benötigen.

    Zum Abend mussten wir dann ein typisch singapurianisches Gericht essen, dass Hea-Jee in koreanischen Reiseblogs gesehen hatte, Bak Kut Teh. Es war eine Brühe mit gekochten Schweinerippchen. Dazu bestellte man noch ein paar Beilagen. Es kam immer wieder die Oma der Betreiberfamilie vorbei und hat Brühe nachgeschenkt. Tatsächlich war das recht lecker.

    Da es diesmal Hea-Jee nicht so gut ging, haben wir am zweiten Tag auf die Wanderung draußen verzichtet und sind gleich ins New Art Museum Singapore gegangen. Darin gab es u.a. eine Ausstellung von zwei Indonesiern über die Ausbeutung ihres Landes durch die Nickel und die Palmölindustrie.

    Insbesondere ein Video hat mich sehr beeindruckt. Die Akteure waren ein Mitarbeiter einer Palmölplantage, ein Wissenschaftler, der die Produktion optimiert, eine Art Waldgöttin, die für die Palmbäume sprach und eine Figur mit fünf übereinander gestapelten Köpfen, der künstlichen Intelligenz. Es hatte so etwas von modernem Klassenkampf, nur dass der böse Unternehmer hier durch die künstliche Intelligenz und den Wissenschaftler ersetzt waren.
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