Kuala Lumpur
March 18 in Malaysia ⋅ ☁️ 34 °C
Arnd:
Von Singapur nach Kuala Lumpur sind wir wie auf der Hinreise mit dem Bus gefahren. Das ist sehr viel schneller, als mit der Eisenbahn und auch weniger umständlich, weil man nicht umsteigen muss. Auf dieser Strecke fahren so etwa 20 Busse pro Stunde. Die starten an unterschiedlichen Orten in Singapur und enden an unterschiedlichen Orten in Kuala Lumpur. Ich habe einen Bus ausgesucht, der ganz in der Nähe unserer Unterkunft in Kuala Lumpur endet, so dass wir dort zu Fuß laufen konnten. An der Abfahrtstation musste ich die Internetbestellung noch in ein Papierticket umtauschen. Am Schalter dort wollte man mir erst zwei nicht benachbarte Plätze geben. Erst als ich sehr unglücklich nachgefragt habe, ob das auch anders geht, gab es dann auch zwei benachbarte Plätze. Der Bus war zweistöckig mit sehr breiten und komfortablen Sitzen.
In Singapur ist man schnell an der Grenze. Dort muss man den Bus verlassen und durch die Grenzkontrollen gehen. Danach steigt man wieder in den Bus und auf der Malaysischen Seite nochmal dasselbe. Auf halber Strecke nach 3 Stunden gibt es eine Pause zum Wasser lassen und Essen kaufen. Ansonsten ist die Fahrt wie auf der Hinreise unspektakulär. Man fährt die meiste Zeit durch Ölpalmenplantagen. Malaysie ist der zweitgrößte Palmölexporteur der Welt, hinter Indonesien. Diese beiden Länder bedienen fast 90% des Weltmarktes.
Wir waren zwangsweise 5 Tage in Kuala Lumpur, weil ich früher keine Zugtickets nach Bangkok bekommen habe. In der Zeit konnten wir endlich unsere Reiseberichte hier im Pinguin nachholen. Wir wollten es also hauptsächlich bequem haben und haben uns nach längerer Überlegung eine Wohnung in der Stadt gemietet.
Die Wohnung lag im 30. Stockwerk. Unten kam man auf eine Fußgängerstraße mit vielen Restaurants und gegenüber gab es eine Mall mit Lebensmittelgeschäft, Bäckerei und noch vielen weiteren Restaurants. Im 35. Stock gab es einen Infinity Pool. Der scheint am Rand direkt in den Abgrund überzugehen, das sieht aber nur so aus. Außerdem gibt es da oben eine tolle Aussicht. Aus unseren Zimmerfenstern war sie auch gut, aber die schauten in eine weniger interessante Richtung.
Als ich mal mit Fotoapparat rumgelaufen bin, fiel mir auf, dass dieser Pool an einer Stelle einen runden Glasboden hat, wo man von unten die Schwimmer sehen kann. Nachdem wir das wussten, haben wir es auch im Pool gesehen.
Abends hörten wir jeden Abend Feuerwerke. Das ging immer nur ein zwei Minuten. Kurze Zeit später ein weiteres Feuerwerk, irgendwo anders. Das scheint hier rund ums Jahr erlaubt zu sein. Aus dem 30. Stock sieht man das dann von oben, mal ne neue Perspektive.
Am letzten Tag blieb noch etwas Zeit, was zu unternehmen. Auf der Hinfahrt waren wir im Bird Park gewesen. Ganz in der Nähe gibt es noch einen Butterfly Park. Finn mag Schmetterlinge, weil Hea-Jee ihm zum Einschlafen immer ein koreanisches Wiegenlied vorgesungen hat. Das hat zur Melodie von Hänschen Klein einen Text über Schmetterlinge und Finn liebt dieses Lied. Für Schmetterling kennt er nur das koreanische Wort. Also sind wir in den Butterfly Park gegangen, in der Hoffnung, ein paar schöne Fotos oder Filme für Finn zu machen.
Den Weg dahin haben wir zum Teil mit der Monorailbahn zurückgelegt, die es hier gibt. Irgendwie finden das alle Leute immer sehr futuristisch. Sie fuhr komplett hochgelegt etwa auf Höhe des zweiten Stockwerks und hat sich kurvenreich durch die Stadt gewunden.
Das Fotografieren war aber gar nicht so einfach, weil die Schmetterlinge ständig rumgeflogen sind. Wenn sich mal einer irgendwo hingesetzt hat, dann nur für kurze Zeit und kaum kam man näher zum fotografieren, ist er wieder abgehauen. Die großen, besonders schönen Schmetterlinge sind meist immer oben rumgeflogen, wo sie durch ein Netz am Abhauen gehindert wurden. Am Ende kamen aber doch ein paar nette Bilder zusammen.
Vor dem Ausgang gab es dann auch noch einige präparierte Insekten zu sehen. Manche waren echt beeindruckend.
Zum Mittagessen sind wir dann zum Birdpark rübergelaufen, wo wir wussten, dass es da ein nettes Restaurant gibt, in dem man auf einem Balkon sitzend den Park überblicken kann. Auf der Hinfahrt hatten wir dort schon gegessen. Damals gab es während unseres Essens einen Wolkenbruch und zwei Vögel hatten sich direkt neben den Gästen auf das Geländer gesetzt. Einer der beiden Vögel kam auch diesmal wieder vorbei.
Vom Bird Park aus konnten wir noch zu Fuß zum Nationalmuseum laufen. Die Malaysische Geschichte war durchaus interessant, aber wir haben nicht allzuviel fotografiert. Nur eine Trophäe hat Hea-Jee eingesammelt. Sie hatten nämlich Repliken von ein paar frühen europäischen Karten von Asien. Da gab es ein paar französische Karten ungefähr von 1700, auf denen Korea sehr unförmig eingezeichnet war. Das besondere war das Meer im Osten, zwischen Korea und Japan. Das hieß auf diesen Karten Mer de Corée. Japan behauptet seit einiger Zeit, das dieses Meer „Japanisches Meer“ heißt und sie wollen sogar eine Insel für sich beanspruchen, die seit je her zu Korea gehört, was die Koreaner verständlicherweise alles nicht sehr erfreulich finden. Deshalb war dies eine Trophäe.
Hea-Jee:
Wir blieben ganze fünf Tage in Kuala Lumpur. Da es uns gesundheitlich nicht besonders gut ging und wir erschöpft waren, beschlossen wir, diese Zeit als Gelegenheit zum Ausruhen zu nutzen. Außerdem hatten sich in unserem Reiseblog unzählige Beiträge angesammelt, die noch nicht geschrieben waren.
Seit wir am 24.12.23 bei den Kindern in Melbourne angekommen waren, haben wir zwar viel erlebt aber nichts davon festgehalten. Es war auch eine Zeit, in der eher das Privatleben im Vordergrund stand als Ereignisse, die man mit der Welt teilen möchte. Und da der eigentliche Zweck dieser Reise darin bestand, Pinnie zu treffen, war ich so sehr auf ihn konzentriert, dass ich überhaupt keine Lust hatte, mich mit anderen Dingen zu beschäftigen.
Auch als wir Melbourne verließen und die Rückreise nach Hause antraten, hatte ich keine Motivation, Reiseberichte zu schreiben. Nach dem Abschied von unseren Kindern fühlte ich mich lustlos und hatte keine Stimmung, meinen Alltag ruhig zu reflektieren und in Worte zu fassen. Ich dachte sogar, es wäre vielleicht an der Zeit, ganz damit aufzuhören. Arnd hingegen begann, die vielen Fotos, die er mit Leidenschaft gemacht hatte, nach und nach zu sortieren – und entschied, weiterzuschreiben.
Mir hatte das Leben im Resort auf Bali mit den Kindern so gut gefallen, dass ich vorschlug, auch in Kuala Lumpur in einem Resort zu übernachten, wenn wir lange da bleiben. Ich hoffte, dass ich in einer ruhigen, grünen Umgebung fernab der hektischen und lauten Innenstadt wieder Lust zum Schreiben finden würde. Zwar gab es in Kuala Lumpur auch ein Resort, das an einen Golfplatz angeschlossen war, doch auf Arnds Vorschlag hin entschieden wir uns schließlich für ein Hochhaushotel in der Stadt, in dem man leben konnte, ohne eine einzige Autostraße überqueren zu müssen. Es gab einen Pool auf dem Dach sowie eine Sauna und ein Fitnessstudio. Im Ergebnis war es eine sehr gute Entscheidung.
Arnd lädt nun in atemberaubendem Tempo die aufgestauten Beiträge in seinen Penguin-Blog hoch, während ich schon damit kämpfe, diese ins Koreanische zu übersetzen und in meinem koreanischen Blog zu veröffentlichen.Read more




















Weiter gute Reise! [Vrona und Gert]