• Bangkok Ausflug

    26 marzo, Tailandia ⋅ ☀️ 34 °C

    Arnd:
    Für den zweiten Tag in Bangkok haben wir einen Ausflug gebucht zu zwei ganz besonderen Touristenmärkten 100km außerhalb von Bangkok. Das war Hea-Jees besonderer Wunsch. Zumindest der erste ist immer mal wieder in den Reiseteilen von internationalen Zeitschriften zu finden, so verrückt ist er.

    Der Veranstalter hat uns an einer U-Bahnstation abgeholt. Wir fuhren dann noch zu einem anderen Treffpunkt, der offenbar in einer Touristengegend liegt. Wir hielten in einer kleinen Straße, in der es einen Massagesalon nach dem anderen gab und blieben dort eine Zeit lang stehen.

    Von vorn kam irgendwann ein fahrender Essensstand und blieb genau vor uns stehen. Das sind Mopeds mit einem Beiwagen, in dem die Küche untergebracht ist. Der junge Fahrer fing sofort an, etwas zu kochen, obwohl da kein Kunde zu sehen war. Dann kamen etliche Masseurinnen und holten sich wohl ihr Frühstück. Der Fahrer war sehr zufrieden mit sich und strahlte übers ganze Gesicht. Dieser Ort zu dieser Zeit war offensichtlich ein Glücksfall für ihn.

    An einer Kreuzung, an der wir stehen bleiben mussten, stand auf der Fahrerseite auf der Straße ein Händler, der kleine Blumengebinde verkaufte. Unser Fahrer kurbelte sein Fenster runter kaufte sich eines und band es an seinen Rückspiegel. Damit war unsere Fahrt wohl abgesichert.

    Der erste, verrückte Markt unserer Tour zieht sich entlang von Eisenbahnschienen. Die Sonnenschutz-Zeltdächer der Stände gehen bis zur Mitte der Schienen und werden weggeklappt, wenn der Zug kommt. Rechts und links ist dann alles gerammelt voll mit Touristen, die bis auf Tuchfühlung an den Schrittgeschwindigkeit fahrenden Zug herankommen.

    Dieser Markt liegt an der Endstation des Zuges. Der Zug braucht ein paar Minuten, um durch den Markt zu fahren.

    Ich gehe davon aus, dass der Zug nur noch fährt, weil die Touristen dort mitfahren und der Markt nur noch für die Touristen existiert. Die Zugstrecke ist nicht allzu lang, der Zug braucht 45 Minuten von einem Ende zum anderen. Wir stiegen am vom Markt entfernten Ende der Strecke ein und fuhren bis zum Markt. Unterwegs kamen wir an einer Gegend vorbei, wo aus Meerwasser Salz gewonnen wird. Die Wohnhäuser in der Gegend wirkten überwiegend sehr ärmlich. Der Zug war recht voll, aber fast ausschließlich mit Touristen. An der Endstation beim Markt konnten wir Fotos mit Lokomotive machen, den Markt erkunden und die Abfahrt des Zuges miterleben.

    Danach ging es zu einem schwimmenden Markt. Nicht allzu breite Wasserwege durchzogen einen Ort und waren gerammelt voll mit Booten von Händlern und Booten voll mit Touristen.

    Die Thailänder haben sehr schlanke, lange Boote entwickelt. Ein Teil davon hat hinten einen dicken protzigen Motor mit sehr langer Welle. Der Fahrer benutzt Welle und die Schraube zum Lenken und kann sie auch komplett aus dem Wasser heben. Dazu wird der ganze Motor gekippt und gedreht. Wenn er die Schraube bei der Fahrt an die Wasseroberflächhe holt, dann gibt es eine aufsehenerregende Wasserfontäne. Im Markt haben sie das zum Glück nicht gemacht, weil sonst alle Touristen nass werden würden.

    Es gab erste Boote mit Elektroantrieb. Aber wenn man sieht, welche emotionale Bedeutung diese Verbrennungsmotoren für die Bootsfahrer haben, sie sind so gut sichtbar und teilweise stark dekoriert, dann kann man sich vorstellen, dass sich viele der Fahrer erstmal nicht davon trennen werden.

    Wir wurden aber zunächst in Boote gesetzt, die mit einem Paddel von Hand angetrieben wurden. Damit glitten wir an den Verkaufsständen vorbei und wenn jemand was kaufen wollte, blieb der Bootsfahrer stehen. Das erfolgversprechendste Angebot war bei uns das Kokoseis. Danach kam ein Flasche Bier. Es gab aber auch vieles andere zu essen und sehr viel Touristennepp zu kaufen. Darunter ganz viel Zeug, wo ich mir nicht vorstellen kann, dass das jemals ein Tourist an diesem Ort und bei dieser Situation kaufen würde. Viel gekauft wurde nicht. Ich hoffe, dass die Händler von den Bootsbetreibern mitfinanziert werden, sonst wäre das eine sehr unfaire Veranstaltung.

    Wir passen hier sehr auf, was unsere Ernährung angeht. Unsere Reise ist so durchorganisiert, dass wir uns eine Magenverstimmung einfach nicht leisten können. Deshalb haben wir uns nach der Bootsfahrt an Land ein paar fritierte Bananen gekauft. Die Händlerin war sichtlich gerührt und hat uns noch zwei frische Bananen dazu geschenkt.

    Zum Schluss sind wir auch noch ein Stück mit einem Motorboot durch Kanäle außerhalb des Marktes gefahren. Die Kanäle waren deutlich breiter und dort konnte der Fahrer dann richtig Gas geben. Es gab sogar eine Geschwindigkeitsbegrenzung mit Messstation.

    Morgens waren wir zügig auf Schnellstraßen zu unserer Eisenbahn gefahren. Der Heimweg am Nachmittag verlief aber auf kleineren Straßen. Mit einem kleinen Umweg wären da auch Schnellstraßen gewesen, aber unser Fahrer fuhr fast Luftlinie. Ob das wohl dem Energiesparen diente? Es ist ja gerade Irankrieg und Thailand ist davon besonders betroffen. Wir haben von Energiesparmaßnahmen gehört, aber sonst nichts davon mitbekommen.

    Hea-Jee:
    Arnd hat das alles so gut geschrieben, dass ich eigentlich nichts mehr hinzuzufügen habe. Nur eine kleine Episode möchte ich noch erzählen.

    Auf unseren Reisen durch Südostasien achten wir ziemlich darauf, was wir essen und trinken. Trotzdem hatten wir einmal eine unangenehme Magenverstimmung direkt vor der langen Schifffahrt, und seitdem sind wir noch vorsichtiger geworden. Weil wir möglichst schnell weiterkommen wollten, hat Arnd den restlichen Teil unserer Route sehr dicht geplant und alle Verkehrsmittel sowie Hotels im Voraus gebucht. Wenn unterwegs etwas schiefgeht und man auch nur einen Zug verpasst, gerät gleich der ganze Plan durcheinander.

    Während Arnd viel Energie darauf verwendet hat, die kommenden Etappen sorgfältig zu planen und alles zu buchen, habe ich mir auf YouTube Videos über die leckeren Speisen des jeweiligen Landes angesehen. Dadurch begann sich mein etwas erschöpftes und verschlossenes Gemüt langsam wieder zu öffnen. Besonders in Thailand, das für sein gutes Essen bekannt ist, hatte ich mir fest vorgenommen, unbedingt dies und jenes zu probieren.

    Doch ich stieß auf Arnds Widerstand, sodass wir auf den Markten voller köstlicher Essensstände keine richtige Mahlzeit kaufen konnten. Bei dieser Hitze, ohne Kühlschränke, schien das Essen vielleicht nicht besonders hygienisch zu sein – sein Argument war durchaus nachvollziehbar. Also aßen wir den ganzen Tag nur frittierte Speisen. Um ganz sicherzugehen, verzichteten wir sogar auf Fleisch und hielten uns an frittierte Bananen und Pommes. Da ich immer hungriger wurde, stieg in mir zunehmend schlechte Laune auf. Wozu macht man überhaupt eine Reise, wenn der Plan zwar perfekt ist, man aber kaum etwas wirklich erlebt?

    Am späten Nachmittag, kaum im Hotel angekommen, gingen wir direkt ins Hotelrestaurant zum Abendessen. Dort sollte es schließlich hygienisch sein. Wir aßen uns satt und tranken zum Schluss sogar noch ein Himbeer-Joghurt-Getränk.

    In der Nacht konnte ich kaum schlafen, weil mein Unterbauch brannte, spannte und pikste. Am nächsten Morgen bekam ich Durchfall.
Was zum…?
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