• Vientiane

    March 27 in Laos ⋅ ☀️ 38 °C

    Arnd:
    Von Bangkok aus machen wir einen großen Sprung nach Kunming in China. Dafür brauchen wir zwei Tage. Am ersten Tag geht es nach Vientiane in Laos. Das liegt kurz hinter der Grenze zu Thailand.

    Auf der Hinfahrt sind wir diese Strecke bequem in einem Schlafwagen gefahren. Dabei sieht man aber nichts, und man kommt morgens früh an und muss irgendwie das Gepäck unterbringen. Deshalb dachte ich, dass wir diesmal tagsüber fahren.

    Spätestens beim Losfahren des Zuges war klar, dass das keine so gute Idee war. Der Zug war alt und von der Bauart hat man sowas in Deutschland früher einen Schienenbus genannt. Der Dieselmotor ist unter dem Wagen angebracht. Das war richtig laut und des öfteren hatte man Dieselabgase in der Nase. Fahrtzeit 9 Stunden. Wenigstens gab es eine Klimaanlage, sonst wäre es bei 38°C außen wirklich hart geworden.

    Weil es Hea-Jee nachts nicht so gut gegangen war, haben wir vor der Fahrt nichts zu essen gekauft und den ganzen Tag nur noch Kekse aus Kuala Lumpur und Bananen vom Vortag gegessen.

    Der Zug fährt nur bis Nong Khai, einer thailändischen Stadt an der Grenze zu Laos. Zwischen Thailand und Laos liegt hier der Mekong. Die beiden Länder haben eine Brücke darüber gebaut, die sie Freundschaftsbrücke Nr. 1 getauft haben. Vom Bahnhof zur Brücke haben wir ein Tuktuk genommen. Einmal mussten wir das ja tun. Das ist eher so ein offener Kleinbus mit Motorradantrieb für bis zu 6 Fahrgäste. Es wird pro Person gezahlt und der Fahrer fährt erst los, wenn er keine weiteren Fahrgäste mehr erwartet. Bei uns war das aber quasi sofort.

    Auf der Thailändischen Seite der Brücke bekommt man seinen thailändischen Ausreisestempel in den Pass. Dann kauft man ein Busticket über die Brücke. Der Bus fährt so alle 20 Minuten.

    Auf der anderen Seite geht es dann durch die Immigration. In Laos kann man als Deutscher ein Visum on Arrival bekommen. Während unserer Zugfahrt habe ich nochmal alles recherchiert (wir hatten oft Internet in Thailand im Zug!). Ich wurde daran erinnert, dass man für dieses Visum 40 US$ pro Person zahlen muss. Dafür braucht man absolut neuwertige Banknoten. Alternativ kann man mit Thai Baht bezahlen, was aber etwa 8€ mehr kostet. Wenn man die Google KI ganz genau fragt, sagt sie, dass man auch in der Laotischen Währung Lak zahlen kann und das es dort einen Geldautomaten gibt. Die Beträge in Baht oder Lak ändern sich aber mit dem Wechselkurs und man weiß sie nicht im Voraus. Der ganze Tonfall all dieser Meldungen ist: Mach es unbedingt mit Dollar.

    Wir hatten einen 100$-Schein. Also Google gefragt, ob die die 20$ wieder herausgeben. Googles Antwort: Nein. Und dann kamen Links von Leuten, die behaupteten, das sei halt die übliche Korruption in Laos. Außerdem war nicht klar, ob unser 100$-Schein schön genug und neu genug war. Also haben wir auf den Geldautomaten gesetzt und die 100$ als Fallback angesehen.

    Für Visa on Arrival gab es einen extra Schalter. Es war aber schon dunkel und man sah dort kein Licht. Irgendjemand drängte uns aber dorthin und meinte, die haben offen. Es kam dann eine Grenzbeamtin und öffnete das Fenster. Sie konnte ganz gut Englisch und war sehr freundlich. Unser 100$-Schein war ok und wir bekommen auch die 20$ zurück. Ansonsten kostet es 1 000 000 Lak und der Geldautomat ist dort drüben. Wir haben uns dann für den 100$-Schein entschieden. Der war sowieso für fast alle Anwendungen zu groß. Jetzt haben wir zwei 10$-Scheine und das ist sehr viel besser.

    Von der Brücke bis in die Innenstadt von Vientiane sind es 25 Km. Wir haben uns ein Loca-Taxi genommen. Loca ist die laotische Variante von Uber. Staatlich organisiert, Laos ist kommunistisch mit nicht so viel Marktwirtschaft. Der Staat möchte gern an vielen Stellen im Tourismus mitkassieren. Die Loca-Fahrten sind deshalb immer ziemlich teuer, diese 25Km Fahrt hat z.B. 18€ gekostet. Für Südostasien extrem viel.

    Hea-Jee war besorgt wegen unserem Hotel. Auf der Hinfahrt hatte unser gebuchtes Hotel in Vientiane unser Zimmer anderweitig vermietet. Bei den meisten Hotels in Laos geht die Buchung so, dass man erst bei Ankunft zahlt. Für das Hotel besteht bei internationalen Gästen das Risiko, dass die nicht kommen und niemals zahlen werden. Ich bevorzuge deshalb die chinesische Variante: Man bezahlt immer alles im Voraus. Da hat der Hotelier schlicht kein Problem, wenn ich nicht komme und wird mein Zimmer wohl freihalten, egal wann ich ankomme. Wenn ein Recht zum stornieren der Buchung vereinbart ist, dann kann man das machen und bekommt sein Geld zurück. Da ich chinesisch über trip.com buche, wickeln die das alles ab und das funktioniert auch. Das Stornierungsrecht kostet aber immer extra und wir brauchen das schlicht nie. Deshalb nehme ich das auch nicht.

    Es hat aber alles geklappt mit dem Hotel und das Hotel war auch ganz schön mit kleinem Garten, Pool und Laubengängen für die Zimmer.

    Wir sind dann noch losgezogen, um was zu Abend zu essen. Ich hatte nicht weit ein koreanisches Restaurant gefunden und das war uns jetzt lieber, als was unbekanntes laotisches. Auf dem Weg dorthin sahen wir in der Nähe des Hotels einen kleinen Laden. Dort wollten wir dann am nächsten Morgen unser restliches laotisches Bargeld ausgeben. Es sei hier schon erzählt, dass dieser Laden fast nur koreanische Lebensmittel hatte. Für unsere weitere Reise sind wir deshalb mit koreanischen Instantnudelsuppen gut ausgestattet. Und in chinesischen Zügen (dieser Zug durch Laos nach China ist chinesischer Bauart) kann man wie in russischen Zügen heißes Wasser bekommen.
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