• Fahrt nach Shanghai

    March 30 in China ⋅ 🌧 21 °C

    Von Kunming nach Shanghai sind es Luftlinie 2000Km! Man kann das in 12 Stunden mit dem Zug fahren. Aber auf so langen Strecken sind die Tickets nicht so einfach zu bekommen. Es musste aber unbedingt klappen. Zugtickets werden nur 14 Tage im Voraus verkauft und sind dann manchmal in kürzester Zeit ausverkauft. Aber in trip.com kann man sie schon vorher bestellen. Sobald sie verfügbar sind, kauft trip sie dann sofort ein. Es gibt in trip.com noch eine Funktion, um seine Chancen zu verbessern: Man wählt seine Wunschverbindung und sagt dann noch, welche Alternativen auch in Frage kommen. Ich hatte vier Züge gewählt und jeweils erste oder zweite Klasse zugelassen.

    Ich habe das schon ein paar Mal so gemacht und dabei den Eindruck bekommen, dass trip nicht nach meinen Präferenzen optimiert, sondern danach, dass die meisten ein Ticket bekommen. Vielleicht optimieren sie auch ihren Gewinn, was aber zum ähnlichen Ergebnis führen dürfte. Das führt dann dazu, dass wenn man sehr flexible Vorgaben macht, man das bei den meisten Käufern unbeliebteste Ticket bekommt. Wir haben ein Ticket bekommen für einen Zug um 7:12 in der zweiten Klasse.

    Man soll eine halbe Stunde vorher im Bahnhof sein und wir brauchten zu Fuß vom Hotel zehn Minuten. Das Frühstück in unserem Hotel gab es ab 6:30 und wir hatten das bezahlt. Also kamen wir um 6:30 und haben uns ein paar Croissants, Pastel del Nata, kleine Brötchen (plus Butter) usw. mitgenommen und im Zug gefrühstückt. In chinesischen Zügen gibt es in jedem Wagen einen Spender für heißes Wasser, z.B. für Tee oder Instant Nudelsuppen. Im Bahnhof hatten wir noch ein paar Minuten, um in einem Convenience Store ein paar andere Sachen für die Fahrt zu kaufen. Das Frühstücksangebot in diesem Hotel war ungewöhnlich westlich und sehr schön. Es war aber auch ein für chinesische Verhältnisse teures Hotel einer westlichen Kette.

    Der Blick aus dem Zugfenster bot immer wieder schöne Aussichten. China ist landschaftlich ein wunderschönes und vielfältiges Land. Es ist durchzogen von kleinen und großen Bergen, deshalb fährt man viel in Tunneln. Die Täler können groß sein und dann sieht man z.B. riesige Gewächshausflächen (mit Foliendach). Aber auch in kleinen schmalen Tälern sieht man noch bebaute Terrassen mit teilweise sehr kleinen Feldern.

    Zum Mittagessen gab es eine chinesische Instantsuppe. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Als wir sahen, dass immer wieder Personal mit verschiedenen Essensangeboten durch den Zug kamen, haben wir zum Abendessen darauf zurückgegriffen, Das war besser. Die zweite Nudelsuppe müssen wir jetzt wohl entsorgen.

    Endlich angekommen mussten wir noch mit der U-Bahn durch die halbe Stadt, weil der Bahnhof ziemlich außerhalb liegt. Unsere Erwartung war, dass Alipay die Bezahlung für die Fahrt regelt, aber da kam nur eine unverständliche Seite statt eines QR-Codes. Zum Glück hat Hea-Jee entdeckt, dass man hier direkt mit VISA bzw. ApplePay bezahlen kann. So kamen wir dann nach einer halben Stunde bei unserem Hotel an.

    Das Hotel hatten wir nach der Lage ausgesucht. Es liegt in einer Nebenstraße der Nanjingstraße, der wichtigsten Einkausstraße und in fußläufiger Entfernung vom Bund, der Promenade am Fluss mit den alten Prachtbauten auf der einen Seite und den neuen Hochhäusern auf der anderen. Es ist ein günstiges Hotel für Shanghai und unser Zimmer ist recht klein. Dafür kostet es auch nur etwas mehr, als unser Prachthotel in Kunming.
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