Nachtrag 2: Gedanken in Seoul
May 21 in South Korea ⋅ ☁️ 18 °C
Hea-Jee:
In Seoul fanden wir über die Website 33m² eine Kurzzeitmiete für zwei Wochen. Einschließlich der Nebenkosten betrug der Gesamtpreis 1.240.000 Won (ca. 704 Euro). Die Wohnung befand sich im vierten Stock eines kleinen, alten Geschäftsgebäudes gegenüber dem Korea House am Namsan, und es gab keinen Aufzug. Das Innere der über 50 Quadratmeter großen Wohnung war jedoch renoviert und gut gepflegt. Sie war nicht besonders luxuriös, aber wir mochten diese Wohnung, von deren Schlafzimmerfenster aus man den Namsan-Turm sehen konnte.
Da gerade Kirschblütenzeit war, gingen wir jeden Tag auf den Namsan hinauf, der eigentlich unser Hausberg war. An manchen Tagen gingen wir sogar zweimal hin, morgens und abends. Die weißen Kirschblüten standen üppig entlang der Wege, und sobald der Wind wehte, sammelten sich die Blütenblätter auf den Straßen wie Schnee. Wir fuhren kaum in die Innenstadt und verbrachten die meiste Zeit in Pil-dong. Sobald man aus der Tür trat, reihten sich bekannte Restaurants aneinander. In einem Viertel, das viele Läden für Touristen hatte, entdeckten wir auch einen kleinen Laden, in den vermutlich eher Anwohner gingen. Dort kauften wir Obst und Gemüse.
In der Nähe unserer Wohnung gab es ein ruhiges und angenehmes Café, das schnell zu unserem Stammlokal wurde. Während Arnd das Frühstück vorbereitete, ging ich ins Café und holte uns Latte. Manchmal liefen wir etwas weiter zu einem Straßenstand, der schon im Morgengrauen öffnete. Dort kauften wir Toast, Gimbap und Odeng und aßen sie zum Frühstück. Im Erdgeschoss desselben Gebäudes gab es außerdem ein kleines koreanisches Restaurant namens Joseon Guisa. Wenn Freunde uns besuchten, aßen wir dort zu Mittag und tranken danach Kaffee in unserem Stammcafé. Erst später entdeckten wir auch einen Straßenstand, der Hotteok verkaufte – etwas, das ich unbedingt hatte essen wollen. Aber da wir gerade satt waren, kauften wir nur einen und teilten ihn uns. Nachhinein finde ich es schade, dass ich in Korea so wenig von diesen Hotteok gegessen habe.
Hier trafen wir Freunde und erledigten nach und nach die Dinge, die anstanden. Manchmal gingen wir zum Namdaemun-Markt oder machten einen Ausflug nach Biwon, aber die meiste Zeit verbrachten wir einfach hier in der Umgebung. Ich dachte, wenn wir einmal in Korea leben würden, dann vielleicht genau so. Ich weiß nicht warum, aber ich empfand große Vertrautheit und tiefe Zuneigung zu Arnd. Für mich ist diese Zeit als eine schöne Erinnerung geblieben – eine Zeit, in der ich mit Arnd still und friedlich den Alltag geteilt habe.Read more












