Batumi
May 30 in Georgia
Arnd:
Die städtische Bevölkerung und vor allem die Jugend Georgiens drängt in die EU, zum Schutz vor dem mächtigen Nachbarn Russland im Norden, der gern mal Landesteile besetzt und mit Hilfe der Landbevölkerung einem Marionettenmilliardär in den Präsidentensitz verholfen hat.
Schön wär es, dann hätten wir endlich ein europäisches Las Vegas. Also wenn man aus Tiflis kommt, dann sieht man schnell, dass hier viel Geld unterwegs ist. Dafür sieht die Stadt aber auch schöner aus.
In Tiflis waren wir auf der Hinfahrt mehrere Tage. Deshalb sind wir diesmal dort nur ganz kurz geblieben und haben uns statt dessen einen Tag in Batumi gegönnt, wo wir auf der Hinfahrt nur durchgefahren sind.
Zuerst sah es allerdings nicht sehr gut aus, denn es hat den ganzen Vormittag geregnet. Regen gibt es dort wohl öfters. Aber mittags klarte es auf, die Sonne kam heraus und es wurde noch richtig schön. Unser Plan war, einfach nur in der Stadt spazieren zu gehen.
Wir konnten fast alles vom Hotel aus zu Fuß erreichen. Zuerst sind wir zur Uferpromenade in der Nähe des Hotels gegangen. Dort gibt es einen kleinen Hafen, in dem Touristenboote mit verschiedenen Bespaßungsangeboten liegen. Es gibt ein Riesenrad und die Skulptur Nino und Ali, die hier zum Pflichtprogramm gehört. Es ist ein Mann und eine Frau aus Metallscheiben, die sich beide langsam auf einer Kreisbahn bewegen und sich alle zehn Minuten einmal durchdringen. Abends beleuchtet.
In Sichtweite steht der Alphabetic Tower. Auf den Seiten der Doppelhelix sind Buchstaben befestigt. Georgische Buchstaben, denn Georgien hat ein eigenes Alphabet, auf das die Georgier sehr stolz sind.
Es gibt hier reichlich öffentlichen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität. Eine mehrere Kilometer lange Promenade am Meer mit getrennten breiten Fuß- und Radwegen. Da waren viele Menschen unterwegs. Es gab Fahrrad- und Scooterverleiher. Auch durch einen Volkspark mit See sind wir gekommen. Auch da waren viele Menschen und haben sich entspannt.
Die Straßen in den Blöcken zwischen den etwas größeren Straßen waren so schmal, dass es da für die Autos gerade für eine Parkspur und eine sehr schmale Fahrspur reichte. Die Autos konnten deshalb nur sehr langsam fahren. Auf beiden Seiten gab es aber auch dort einen Bürgersteig. Unser Hotel lag an so einer Straße. Zum Glück haben sie es nicht so gestaltet, wie wir in vielen anderen Städten gesehen haben, nämlich ohne Bürgersteige. Das ist für Fußgänger so ziemlich die schlechteste Option. In solchen Straßen gibt es fast keine Fußgänger und die Menschen fangen an, alle ihre Wege mit dem Auto zu machen. Hier waren die Straßen voll mit Fußgängern.
An vielen Kreuzungen gibt es für die Fußgänger keine Ampeln, sondern nur einen mit roter Farbe hinterlegten Zebrastreifen. Das ist aber gar kein Problem, weil die Autos zuverlässig stehen bleiben. Verkehr kann auch entspannt sein!
Man sieht hier aber nicht nur diese glänzenden, manchmal kitschigen Neubauten, sondern auch heruntergekommene alte Wohngebäude. In bester Lage an der Uferpromenade war ein total heruntergekommener Sowjetischer Prachtbau. Die Wohnungen hatten alle Meerblick. Es sah so aus, als ob ihm nachträglich ein paar schäbige Stockwerke oben drauf gesetzt worden sind. Alle Symmetrien waren zerstört, weil ein Bewohner auf der einen Seite mal eben das Fensterloch massiv vergrößert hat, oder aus einem Balkon einen Wintergarten gemacht hat. Pures Chaos.
Immer wieder haben wir herrenlose Hunde gesehen. Die gehören wohl zum Stadtbild und sind ganz friedlich. Die Hunde hatten einen Clip im Ohr, man scheint sich um sie zu kümmern. Hea-Jee war erstaunt, dass wir praktisch keinen rumliegenden Hundekot gesehen haben.
Wir waren auch in einem modernen Hochhausviertel. Meine Karte zeigte da mitten drin eine Fußgängerpromenade mit etlichen Skulpturen. Allerdings war die eingebettet in eine sechsspurige Straße, entsprechend laut war es dort.
An einem prominenten Platz in dieser Hochhaussiedlung lag das Public Service Building. In Georgien sind alle öffentlichen Dienste für die Bürger einer Stadt in einem Gebäude zusammengezogen und diese Gebäude sind alle ziemlich neu und architektonisch aufwändig gestaltet, in jeder Stadt anders. In Tiflis hatte ich ein Plakat gesehen, wo die alle abgebildet sind. Das hier in Batumi sieht allerdings ziemlich klein aus in seiner Umgebung. Es ist diese umgedrehte Flasche.Read more


























Traveler👍wir fliegen nächsten Dienstag nach Kapadokien, dann kreuzen sich unsere Wege…
TravelerOh wie schön! Viel Spaß und liebe Grüße an deine liebste!
TravelerDanke! Kyung und ich schauen uns eure Reise gemeinsam an. Sehr interessant und abenteuerlich! Weiterhin gute und erfreuliche Erlebnisse und liebe Grüße!