• Richtung Ardara

    May 22 in Ireland ⋅ ☁️ 13 °C

    Der Tag startete früh mit einem Spaziergang zu nahe gelegenen Schiffwracks von Fischerbooten, die ich fotografieren wollte. Nach meiner Rückkehr haben wir gemütlich gefrühstückt und uns dann nach draußen (Bank) gesetzt und Kaffee getrunken.

    Bei gutem Wetter fuhren wir Richtung Glenveagh National Park und machten eine kurzen Stopp bei der Sacredt Heart Catholic Church. Leider konnte der Partor uns nicht viel zur Kirche sagen. Er wusste noch nicht einmal das Jahr der Errichtung 😂. Es war 1877. Sie ist mit einer Rundbogenholzdecke ausgestattet und besteht aus schwarzem Granit und weißem Marmor. Bereits bei der Weiterfahrt konnten wir schon absehen, dass es mit der (anstrengenden) Besteigung des Mt. Errigal nichts werden wird, denn der Gipfel war komplett wolkenverhangen.

    Stattdessen machten wir einen schönen Spaziergang im Bereich der Ruine, der Dunlewey Church, der leider nicht lang andauert. Durch den Regen am Abend zuvor waren alle Wege im Hochmoor ziemlich nass.

    Über Magheroarty Beach (also retour) ging es dann auf ziemlich abenteuerlichen wegen zum Assaranca Wasserfall.

    Der Weg dorthin führte eigentlich über die
    N 56, die jedoch hinter Meenecran wegen eines Unfalls gesperrt war. Die von den Einheimischen genutzte Umleitungsstrecke war ebenfalls voll. Wir nahmen eine andere Route und wunderten uns, dass diese von den Locals nicht genutzt wird. Nach 300 m wussten wir, warum. Mit einem Bulli hätte man den geteerten Feldweg (mit Gras in der Mitte) noch gut fahren können. Dem Camper waren sowohl in Höhe und Breite schon einige Sträucher im Weg; aber irgendwie ging alles gut.

    Dann ging es weiter durch Ardara. Dahinter hatte ich mich jedoch verfahren und wir fuhren auf den Glengesh-Pass, den wir eigentlich erst am nächsten Tag fahren wollten. Auf einmal hatte mein Handy keinen Empfang mehr, d. h., das Google-Maps war funktionslos. An einer Weggabelung fragte ich Moni nach dem Weg. Diese meinte (ihr Google hatte noch Empfang) „rechts ist richtig“. Das war zwar der korrekte Weg zum Wasserfall, aber der wohl abenteuerlichste, den wir bislang gefahren sind. Es ging auf einer sehr schmalen Hochmoor-Straße ständig in kleinen Wellenbewegungen auf und nieder. Links und rechts der Straße waren Gräben. Wir hofften die ganze Zeit nur, dass uns kein anderes Fahrzeug entgegenkommt, denn Ausweichmöglichkeiten gab es so gut wie gar keine. Auf dem Weg konnten wir dann Bereiche fotografieren, in denen frisch gestochener Torf „zum Trocknen“ aufgereiht was. Irgendwann, nach ca. 8 Kilometern, blickten wir ein wunderschönes Tal, in dem sich mehrere Bäche, die durch verschiedene Wasserfälle gespeist wurden, vereinten.

    Am Ende dieses Weges lag dann der Assaranca Wasserfall. Auch wenn es während der ganzen Fahrt leicht rieselte, wurde es jetzt etwas stärker. Wir hatten aber noch genügend Zeit für Fotos; gegen 17:00 Uhr ging‘s richtig los. Bei strömenden Regen fuhren wir die eigentlich kurze und einfache (richtige) Strecke nach Ardara zurück und fanden einen Übernachtungsplatz.

    Um 18:00 Uhr waren wir im Restaurant Nancy‘s, und das keine Minute zu früh, denn kurz nach 18:00 Uhr wurde es richtig voll. Beim Nancy’s handelt es sich um ein uriges Restaurant/Pub, welches eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen kleineren Räumen hat und ganz offensichtlich sehr beliebt ist. Dort haben wir sehr lecker gegessen.

    Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang, auf welchem wir in Erfahrung brachten, dass in verschiedenen Pub‘s ab 21.30 Livemusik ist, haben wir noch im Camper gechillt und um 21:15 Uhr ging’s dann in das erste Pub, dem auch ein Hotel angeschlossen war. Hier war es ziemlich voll, denn ein Mädchen feierte ihren 18. Geburtstag. Gleichwohl blieben wir hier einige Zeit, bis es uns doch zu laut (und auch zu warm) wurde. Wir zogen um ins „The Corner Haus“, in dem es ebenfalls Livemusik gab. Es war ein typischer alter Pub, mit niedrigen Tischen und noch niedrigeren Hockern. Zu einigen Liedern haben Moni und ich getanzt. Nachdem der Musiker eingepackt hatte, haben wir uns noch mit diesem unterhalten. Eine spannende Lebensgeschichte. Der jetzt circa 45 Jahre alte Musiker kommt aus Ungarn und ist mit seiner Familie und drei Kindern vor 17 Jahren, ohne dass er irgendwann vorher einmal in Irland gewesen wäre, hierhin ausgewandert. Er war in Ungarn Polizist und wollte dort nicht zum Clown der Orban-Regierung werden. Er schwärmte von der Art und Weise, der Iren, mit dem Leben umzugehen.

    Nach Mitternacht verließen auch wir dann das Pup. Der Tag war wunderschön, aber auch sehr lang
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